Gastronom Shitstorm (Foto: SWR, Marc Steffgen)

Shitstorm wegen Corona-Tests

Eifeler Gastronom wird im Internet beleidigt und wehrt sich

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Gastronom Thomas Herrig wird im Internet unter anderem als Bolschewist und asozialer Mittäter bezeichnet, der pleitegehen solle. Der Grund: Corona-Tests, die er anbietet.

Thomas Herrig aus Meckel (Eifelkreis Bitburg-Prüm) wurde in den vergangenen drei Wochen im Internet aufs Übelste beschimpft. Der 50-Jährige lässt sich von der Hetze im Netz aber nicht unterkriegen. Er hat sämtliche Beleidigungen bei der Polizei angezeigt.

"Das muss man sich nicht gefallen lassen. Das ist nicht rechtens, dass man Menschen so verunglimpft. Solche Beleidigungen sind verletzend, die tun weh und auch als gefestigter Mensch kann man dann erst mal nachts nicht mehr schlafen. Das ist einfach zu viel."

Seit dreißig Jahren führt er das Restaurant in der Südeifel. Weil es kaum Testzentren auf dem Land gibt, können sich seine Gäste seit Anfang Dezember direkt im Restaurant testen lassen. Er lässt seine Mitarbeiter schulen, postet es auf Facebook. Bereits Minuten später folgen die ersten Hasskommentare.

Gasthaus Herrig aus Meckel kocht für die Helfer (Foto: SWR)
Seit 30 Jahren kocht Thomas Herrig in Meckel im Familienbetrieb.

"Man fühlt sich erst mal mies. Es kommt einem ganz komisch vor. Man plagt sich als Unternehmer. Man tut, man macht was, um Gäste im Haus zu haben, um Geld verdienen zu dürfen, um Arbeit für die Mitarbeiter zu haben und dann wird man von einer Gruppe von Menschen schrecklich beleidigt."

Wie andere Gastronomen auch musste Thomas Herrig im Dezember mit einer Stornierungswelle kämpfen. Er schreibt darüber am 9. Dezember auf Facebook und gerät damit wohl endgültig ins Visier von Querdenkern. Via Twitter wird sein Post in der Szene verbreitet.

Gastronom Shitstorm (Foto: SWR, Marc Steffgen)
Im Internet wird der Eifeler Gastronom beschimpft. Marc Steffgen

Tagelang muss sich der 50-Jährige plötzlich mit schlechten Bewertungen auf Google, beleidigenden Mails und Posts auf Facebook auseinandersetzen.

Viele Gäste stärken den Gastronomen

Thomas Herrig engagiert sich für seine Heimat besonders bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen. Für die Helfer der Flutkatastrophe im Juli hatte er mit seiner Familie gekocht. Viele Menschen scheinen ihm das nicht vergessen zu haben. Nach dem Shitstorm folgt die Welle der Solidarität.

"Es gibt sehr viele Menschen, die positiv denken, die uns Zuspruch gegeben haben. Unser Restaurant ist so gut besucht wie selten zuvor. Wir haben sehr viele À la carte-Gäste. Und diese vielen Kommentare und aufmunternden Sprüche überwiegen das andere deutlich."

Was Thomas Herrig noch guttut - das schöne Gefühl, sich wehren zu können. Die Anzeigen wegen Beleidigung und übler Nachrede sind abgeschickt.

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