Fintenkapelle in Bergweiler, Station des Eifel-Pilger-Radwegs (Foto: SWR, Angelika Witczak)

Ruhe finden in der Natur

Auf dem Rad durch die Eifel pilgern

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Entschleunigt die Natur mit allen Sinnen wahrnehmen und über Gott und die Welt nachdenken: Das verspricht der etwa 45 Kilometer lange Eifel-Pilger-Radweg der VG Wittlich-Land.

Bäche, Felder, Wälder und Weiden, aber auch Kirchen, Kapellen und Wegekreuze säumen den Eifel-Pilger-Radweg, den die Verbandsgemeinde Wittlich-Land am Sonntag offiziell eröffnet hat. Er startet am Kloster Himmerod, geht entlang der Wallfahrtskirche Klausen und endet an der Klostermühle Siebenborn.

Im Gegensatz zu den anderen Radwegen in der Region liegt hier der thematische Schwerpunkt beim Pilgern. Das ist vor allem durch die zahlreichen kirchlichen Bauten zu erkennen, die immer wieder zu sehen sind. Zudem verbindet er zwei bedeutende Kirchen miteinander: das Zisterzienser Kloster Himmerod und die Wallfahrtskirche Klausen.

Aber auch die Informationstafeln entlang des Weges tragen dazu bei. Auf ihnen finden sich spirituelle Impulse, Geschichten und Anekdoten zu den Gebäuden.

"Pilgern ist eine innere Haltung: Wie gehe ich im Leben mit allem um. Auf den Pilgerweg muss ich mich einlassen können. Der Weg hält alles bereit und überrascht und beschenkt einen, wenn man offen ist."

Beschaffenheit des Weges

"Der Weg eignet sich hervorragend für E-Biker", erklärt Dr. Martin Koziol vom Maarmuseum in Manderscheid. Dafür stehen Ladestationen bereit. Zudem liegen an der Strecke Restaurants, Hotels, Parkplätze und Bushaltestellen.

Auch die Anbindung an die anderen Radwege in der Region war der Verbandsgemeinde Wittlich Land wichtig: "Wir betreiben seit mehr als 20 Jahren ein Radwegenetz, mit dem wir viele Orte untereinander verbinden. Der Eifel-Pilger-Radweg bildet einen weiteren Lückenschluss in diesem Netz", erklärt Andreas Hofer von der Verbandsgemeinde Wittlich-Land. So geht der Weg an der Klostermühle Siebenborn in den Maare-Mosel-Radweg über.

Entstehung des Weges

Um den Eifel-Pilger-Radweg zu verwirklichen, nahm die Verbandsgemeinde 2018 an einem Wettbewerb teil. Unter dem Titel „Kloster Kirchen Wallfahrt und das Fahrrad“ gehörten sie zu den neun Gewinnern und bekamen 150.000 Euro Fördergeld. Damit bauten sie neue Radwege und verbesserten bereits bestehende. Sie entwickelten aber auch die Informationstafeln mit Geschichten und Anekdoten sowie spirituellen Impulsen.

Pilgerin am Eifel-Pilger-Radweg (Foto: SWR, Angelika Witczak)
Eine Pilgerin liest die Infotafel des Eifel-Pilger-Radwegs an der Fintenkapelle in Bergweiler. Auf der Tafel stehen spirituelle Impulse, Geschichten und Anekdoten. Angelika Witczak Bild in Detailansicht öffnen
Der Eifel-Pilger-Radweg führt an der Wallfahrtskirchen Klausen vorbei. Entlang des Wegs befinden sich viele kirchliche Bauten und Wegkreuze. Start- und Endpunkt bilden Kloster Himmerod und die Klostermühle Siebenborn. Angelika Witczak Bild in Detailansicht öffnen
Gemeindereferentin und Pilgerbeauftragte Pia Groh steht bei der Klostermühle Siebenborn, wo der Eifel-Pilger-Radweg in den Maare-Mosel-Radweg übergeht. Angelika Witczak Bild in Detailansicht öffnen
Dr. Martin Koziol vom Maarmuseum in Manderscheid (links) und Andreas Hofer von der Verbandsgemeinde Wittlich-Land (rechts) stehen an einem Wegweiser des Eifel-Pilger-Radwegs. Sie waren an der Entwicklung und Umsetzung des Wegs beteiligt. Angelika Witczak Bild in Detailansicht öffnen
Der Eifel-Pilger-Radweg führt an der Fintenkapelle in Bergweiler vorbei. Sie bildet eine der Stationen des Weges. Hier steht auch eine Informationstafel mit spirituellen Impulsen, Geschichten und Anekdoten zu den Gebäuden. Entlang des Weges stehen mehrere Kirchen, Kapellen, Kloster und Wegekreuze. Angelika Witczak Bild in Detailansicht öffnen

Geführte Radtouren für Pilgergruppen geplant

Zukünftig soll der Eifel-Pilger-Radweg auch noch mehr in den Tourismus eingebunden werden. Unter anderem möchte die Verbandsgemeinde Führungen für Pilgergruppen anbieten. Gemeindereferentin und Pilgerbeauftragte Pia Groh nimmt diese Idee in den Blick. Sie hat bereits in Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden vor Ort die spirituellen Impulse entwickelt.

"Beim Pilgern geht es darum, offen zu sein, zu schauen, was auf mich zukommt und diesen Weg zu genießen. Denn egal wie oft man den Weg geht oder fährt, er wird jedes Mal anders sein."

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