Ein Regionalexpresszug im Bahnhof Trier (Foto: picture alliance / dpa | Thomas Frey)

Betriebskonzept für Eifelstrecke beschlossen

Mit dem Eifel-Express in 2,5 Stunden von Trier nach Köln

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Constantin Pläcking
SWR-Reporter Constantin Pläcking aus dem Studio Koblenz. (Foto: SWR)

Eine Bahnfahrt zwischen Trier und Köln könnte deutlich schneller werden. Wenn die Eifelstrecke wieder aufgebaut und elektrifiziert ist, soll es in 2,5 Stunden nach Köln gehen.

Seit dem Hochwasser an der Kyll fährt auf der Eifelstrecke kein Zug mehr. Der Wiederaufbau läuft aber auf Hochtouren. Zusätzlich soll die Strecke elektrifiziert werden. Der Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord - SPNV-Nord - geht davon aus, dass dies Ende 2026 passieren soll. Um bis dahin gut vorbereitet zu sein, hat der Zweckverband SPNV-Nord ein Betriebskonzept beschlossen, das ab der Elektrifizierung greifen soll. Der SPNV-Nord ist dafür verantwortlich wo im nördlichen Rheinland-Pfalz, wie viele Züge fahren.

Neben einer langsamen Regionalbahn soll es auch einen schnelleren Regionalexpress geben, der Trier und Köln in etwas mehr als zweieinhalb Stunden verbinden soll. Wenn die Strecke zusätzlich bis 2038 noch zweigleisig ausgebaut ist, soll dieser sogar noch schneller fahren und nur noch zwei Stunden und zwanzig Minuten brauchen.

Kommunalpolitiker begrüßen neues Konzept

Die Landrätin des Landkreises Vulkaneifel Julia Gieseking begrüßt gegenüber dem SWR, dass durch den geplanten neuen RegionalExpress auch ihr Landkreis schneller an Köln und Trier angebunden werde. Obwohl der Anlass dafür schlimm ist, sei der Ausbau der Eifelstrecke und die bessere Verbindung sehr positiv für die Region. Der Beigeordnete der Stadt Trier Andreas Ludwig sagte dem SWR, für die Region Trier sei die Eifelstrecke sehr wichtig. Unter den aktuellen Umständen müsse man fast immer in Koblenz umsteigen, um in Richtung Köln zu kommen.

Ein Regionalzug steht im Bahnhof von Kordel im Hochwasser. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
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Nach der Flut waren sogar 90 Minuten im Gespräch

Direkt nach dem Hochwasser wurden Forderungen nach einer Verbindung nach Köln in 1,5 Stunden laut. Das ist mit dem Betriebskonzept vom Tisch. Andreas Ludwig, Beigeordneter der Stadt Trier, wünscht sich dennoch langfristig auch Fernverkehr auf der Strecke, denn Trier sei von diesem abgekoppelt worden. Das wäre eine Bereicherung auch für Luxemburg. SPNV-Nord-Direktor Thorsten Müller weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auf der Eifelstrecke ein InterCity nur genau so schnell fahren könnte wie ein RegionalExpress, welcher dann nicht so häufig fahren könnte.

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