Menschen stehen in Trier-Ehrang vor Gastank (Foto: SWR)

Werden alle Heizungen rechtzeitig gehen?

So kommen die Menschen in Trier-Ehrang über den Winter

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Fast acht Wochen nach dem Hochwasser ist in Trier-Ehrang die größte Frage: Werden alle Heizungen rechtzeitig für den Winter wieder funktionieren? Was, wenn nicht?

Im Trierer Stadtteil Ehrang ist Ortsvorsteher Bertrand Adams mittendrin. Er geht durch die Straßen und ist dabei Ansprechpartner für alle Anliegen, die die Betroffenen seit dem Hochwasser vor knapp acht Wochen haben. Ganz besonders die Frage nach den Heizungen drängt, denn der Winter naht. Im Oktober startet normalerweise die Heizsaison. Die Stadtwerke Trier (SWT) wollen nun dafür sorgen, dass im Winter niemand frieren muss.

Ehrangs Ortsvorsteher Berti Adams (Foto: SWR)
Ortsvorsteher Bertrand Adams sieben Wochen nach dem Hochwasser: "Vielen wird jetzt erst bewusst, was sie verloren haben, eine psychisch sehr schwierige Situation. Viele Leute wissen im Moment nicht, wie sie es wieder aufbauen sollen." Bild in Detailansicht öffnen
Das erste Haus in Ehrang in der Niederstraße wird abgerissen. Der Abriss soll bis zu drei Wochen dauern. Es sollen noch weitere Häuser abgerissen werden. Bild in Detailansicht öffnen
Das Haus, das jetzt abgerissen wird, musste vom THW mit Holzbalken gestützt werden, da es drohte, einzustürzen. Bild in Detailansicht öffnen
Viele Hausfassaden im Ortskern sind halb abgerissen. So hoch stand das Wasser dort. Jetzt geht es um den Wiederaufbau und um neue Heizungsanschlüsse für den Winter. Bild in Detailansicht öffnen
Anja Kehrbaum gehört zu den Anwohnern in Ehrang, bei denen die Ölheizung durch das Hochwasser zerstört wurde. Jetzt will sie auf Gas umsteigen. Wenn das bis zum Winter nicht klappt, würde sie auch eine Übergangslösung in Anspruch nehmen. Bild in Detailansicht öffnen
Auch Ulla Scheiding, Inhaberin eines Modegeschäftes in Trier-Ehrang, hofft auf eine schnelle Lösung für das Heizproblem. Auch sie würde sich einen provisorischen Gastank vor das Geschäft stellen lassen, wenn der Gasanschluss bis zum Winter nicht fertig ist. Bild in Detailansicht öffnen
Joachim Thurn aus Trier-Ehrang hatte bereits vor dem Hochwasser eine Gasheizung. Diese wurde auch schon repariert. Doch auch ohne das Heizproblem ist in seinem Haus noch viel zu tun. Solange er das Erdgeschoss renoviert, wohnt er im Dachgeschoss. Bild in Detailansicht öffnen
Normalerweise hängen vor Wahlen in den Straßen von Trier-Ehrang Wahlplakate. Doch nicht vor dieser Bundestagswahl. Nach Angaben des Ortsvorstehers sei es nach der Flutkatastophe unpassend gewesen, in den Straßen Wahlkampf zu betreiben. Bild in Detailansicht öffnen

Acht Bautrupps arbeiten an den Gasanschlüssen

Vom Hochwasser waren in Trier-Ehrang 690 Häuser betroffen, viele Öltanks sind in den Kellern kaputt gegangen. Nach Angaben der SWT waren 335 Erdgasanschlüsse betroffen, die nun wieder repariert werden müssen. Außerdem wollen die Stadtwerke das bestehende Erdgasnetz um zwei Kilometer ausbauen. Denn viele Ehranger wollen nach dem Hochwasser von Öl auf Gas umstellen. Zwei Bautrupps der SWT arbeiten derzeit an den neuen Erdgasanschlüssen. Ab Mitte September sollen sie von sechs weiteren Bautrupps von Baufirmen unterstützt werden.

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Notlösung: Gastanks vor den Häusern oder im Keller

Bis das Erdgasnetz in Trier-Ehrang fertig ausgebaut ist, dauert es nach Angaben der SWT bis mindestens zur Heizperiode 2022. Mit Gastanks und Gasflaschen vor den Häusern oder im Keller soll gewährleistet werden, dass die Menschen bereits in diesem Winter heizen können.

Ortsvorsteher in Ehrang: Viele realisieren die Katastrophe jetzt erst

Auch knapp acht Wochen nach dem Hochwasser sind die Menschen in Trier-Ehrang noch jeden Tag in ihren Häusern am Arbeiten. Halbe Hausfassaden sind abgerissen, auch innen ist der Putz von den Wänden gerissen. Erst jetzt werde den Menschen bewusst, was sie durch das Hochwasser verloren hätten, so der Ortsvorsteher. Das sei eine sehr schwierige Situation für die Psyche der Betroffenen. Viele wüssten im Moment nicht, wie sie das alles wieder aufbauen sollen. Die Soforthilfen des Landes und die Spenden der Gemeinschaft Ehranger Ortsvereine seien zwar bereits an die Betroffenen ausgezahlt. Doch die versprochene Aufbauhilfe des Bundes lasse auf sich warten.

Bad Neuenahr-Ahrweiler

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Im Oktober startet normalerweise die Heizsaison. Spätestens dann ist mit den ersten Frostnächten zu rechnen. Über 3.500 Netzanschlüsse in Bad Neuenahr-Ahrweiler werden wegen der Hochwasserkatastrophe dann aber noch kein Erdgas haben.

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Trier Spendenlauf für Hochwasser-Betroffene

In Trier-Ehrang gibt es morgen einen Spendenlauf für Betroffene des Hochwassers. Wie die Organisatoren des Sportvereins Ehrang (SV Ehrang 1910 e.V.) mitteilten, spendet jeder Läufer einen selbstgewählten Beitrag pro gelaufenen Kilometer. Die Läufer können Strecken zwischen einem und 5,5 Kilometern wählen. Die Strecken führen durch das Überschwemmungsgebiet. Start ist um 14:30 h.

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SWR