Wohnen in ehemaliger Kirche in Trier-Ehrang

Bezahlbarer Wohnraum - ein Segen für die Mieter

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Eigentlich sollte die Kirche Christi Himmelfahrt in Trier-Ehrang nach der Profanierung 2016 abgerissen werden. Doch die katholische Kirchengemeinde hatte eine andere Idee.

Denn ein Abriss der Christi Himmelfahrt Kirche kam für die Katholische Kirchengemeinde St. Peter Ehrang nicht in Betracht. Sie wollte aus der Pfarrkirche Wohnungen machen. Die Idee kam durch ein ähnliches Projekt im benachbarten Stadtteil Quint. Auch dort war eine Kirche zu Wohnungen umgebaut worden. Die Projektentwickler Martin Koch und Jan Eitel konnten sich mit dem Gedanken anfreunden.

Die ersten Bewohner ziehen ein

Nach knapp zweijähriger Planung und Bauphase sollen nun im September die Mieter in die 17 neu gebauten Wohnungen einziehen. Die seien mietpreisgebunden. So seien 15 Wohnungen für sechs Euro pro Quadratmeter und zwei Wohnungen für sieben Euro pro Quadratmeter geschaffen worden.

Nach Angaben des Projektentwicklers werden in der ehemaligen Trier-Ehranger Kirche künftig junge Familien, Menschen mit Behinderungen und eine Wohngruppe für junge Menschen mit Einschränkungen ein neues Zuhause finden. Auch ein Ehepaar, das bei der Flutkatastrophe Mitte Juli seine Wohnung verloren hat, zieht ein. Auch alleinerziehende Mütter profitieren von dem Angebot, wie Meike Braun, die mit ihrem Sohn Elia einzieht.

"Das ist ein total verrücktes Gefühl, weil ich die Kirche auch tatsächlich kenne, weil ich aufgewachsen bin in Ehrang. Und wie sich das Ganze umgestaltet hat, ist einfach wahnsinnig mit anzusehen."

Ein sinnvoller Beitrag für die Gesellschaft

Pfarrer Mario Kaufmann ist der Pfarrverwalter der Pfarreiengemeinschaft Ehrang-Pfalzel-Biewer. Er hält den Kirchenumbau für eine gute Idee. Auch wenn es für Kirchengemeinden immer eine schwierige Situation sei, eine Kirche aufzugeben: Mit einer sinnvollen Weiternutzung, sei so etwas besser mitzutragen.

"Mein erster Eindruck: Sie sieht fast schöner aus, als vorher. Aber sie ist immer noch als Kirche erkennbar."

Besonders gefällt ihm, dass auch nach dem Umbau die Elemente der Kirche wie das alte Christusbild aus dem Altarraum oder auch die bunten, beleuchteten Kirchenfenster erhalten und miteinbezogen wurden. Der in der Kirche geschaffene Wohnraum sei außerdem ein guter Beitrag für die Gesellschaft.

Einweihnung des Wohngebäudes in der umgebauten Kirche in Trier Ehrang (Foto: SWR)
Eröffnen feierlich das neue Wohngebäude: Pfarrer Mario Kaufmann, Martin Koch (Immprinzip), Andreas Ludwig (Baudezernent der Stadt Trier), Jürgen Raber (Immprinzip), Andreas Böker (einer der Bauherren), Ulrich Dexheimer (ISB), Jan Eitel (Immprinzip).

Mieten werden 25 Jahre nicht erhöht

Die Mieten sollen 25 Jahre stabil bleiben, nur eine Anpassung an die Inflation ist nach Angaben des Bauherrn möglich. Diesen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sei die Herausforderung beim Umbau der Kirche gewesen. Bei Neubauten seien die Kosten besser kalkulierbar. Wenn ein Altbau umgebaut werde, müsse immer mit Tücken gerechnet werden. Kein Wunder also, dass die Renovierung der ehemaligen Kirche aufwendiger und teurer gewesen sei, als ein Neubau.

Förderung machte Umbau möglich

Der Bauherr hat nach eigenen Angaben insgesamt 4,4 Millionen Euro in den Umbau der Kirche investiert. Das sei auch nur möglich gewesen, weil die Investitions- und Strukturbank (ISB) des Landes Rheinland-Pfalz das Vorhaben gefördert habe. Die ISB hat nach eigenen Angaben noch nie den Umbau einer ehemaligen Kirche in Wohnraum gefördert.

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SWR