So werden in Zukunft Triers Bäume gegossen. (Foto: SWR)

Digitalisierung bei der Bewässerung

So werden in Zukunft Triers Bäume gegossen

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In Trier zieht die Digitalisierung nun auch bei der Bewässerung der Stadtbäume ein. Oberbürgermeister, Stadtwerke und StadtGrün Trier stellten dazu am Freitag ihr Konzept vor.

Überall dort, wo die Stadt Trier neue junge Bäume pflanzt, werden nun auch sogenannte Widerstandssensoren im Boden vergraben. Sie sollen messen, wie viel Wasser der Baum benötigt. "Wir messen die Spannung, die dort herrscht. Wenn der Boden feuchter ist, dann fließt der Strom besser, dann ist der Baum ganz gut versorgt", erklärt Christian Thesen, Sachgebietsleiter bei StadtGrün Trier.

Stadtwerke stellen Funknetz für Datenübertragung

"Je trockener es wird, desto schlechter fließt der Strom durch diese Widerstandsmesser." Dann wissen er und sein Team, dass der Baum gerade durstig ist. Über das Funknetz der Stadtwerke SWT laufen diese Informationen dann direkt im Büro von StadtGrün Trier ein. Anhand der Daten kann dann beurteilt werden, wann und wie oft die jungen Bäume gegossen werden müssen.

Die Stadtwerke stellen das Funknetz für die Datenübertragung bereit. (Foto: SWR)
Über das Funknetz der Stadtwerke laufen Informationen direkt im Büro von StadtGrün Trier ein.

"Meistens hat der Baum schon etwas früher Durst, als wir dann tatsächlich anfangen zu gießen", so Thesen. Dabei gehe es darum, den Bäumen an der Oberfläche des Bodens nicht zu viel Wasser zu geben, damit sie zum wurzeln in der Tiefe animiert werden. Das soll dazu führen, dass sie sich in einigen Jahren selbst ausreichend mit Wasser versorgen können - ohne zusätzliches Gießen.

"Eine Erkenntnis der Sensoren ist, dass wir mit weniger, aber dafür größeren Wassergaben hier in Trier besser zurechtkommen. Wir haben es jetzt schon geschafft, dass wir pro Baum insgesamt weniger gießen."

An sieben Standorten in Trier gibt es diese Sensoren bereits, unter anderem auf dem Petrisberg und an der Luxemburger Straße. Alle Standorte bringen unterschiedliche Bedingungen mit.

Sensoren messen, wie viel Wasser ein Baum benötigt.  (Foto: SWR)
Anhand der Daten kann beurteilt werden, wann und wie oft die jungen Bäume gegossen werden müssen.

Einige sind sehr sonnig, andere stehen an Stellen mit stark verdichtetem Boden. Anhand der unterschiedlichen Daten will StadtGrün Trier auch in Erfahrung bringen, welche Bäume in Zukunft mit dem veränderten Stadtklima besonders gut zurechtkommen könnten. Auch weil aufgrund des Klimawandels mit Wasserknappheit zu rechnen sei, so Thesen.

Ressourcen sparen dank Sensoren

7,5 Millionen Liter Wasser habe die Stadt Trier im letzten Jahr für das Gießen der mehr als 70.000 Stadtbäume verbraucht, so Christian Thesen. Die Auswertung der Sensoren solle dabei helfen, dauerhaft Ressourcen einzusparen, sowohl beim Wasserverbrauch als auch bei den Personalkosten. Unnötige Fahrten mit großen Tankwagen könnten vermieden werden, wenn klar sei, dass noch kein Wasserbedarf bei den Bäumen herrscht.

Für Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) wurden mit den Widerstandssensoren drei wichtige Aspekte zusammengeführt: Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und Wasserversorgung. "Damit können wir etwas für die Umwelt tun und Trier als innovative Stadt nach vorne bringen. Älteste Smart City Deutschlands hört sich doch gut an." In Zukunft soll das System der Sensoren noch weiter ausgebaut und automatisiert werden.

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