Polizisten sichern das Gelände eines ehemaligen Nato-Bunkers in Traben-Trarbach (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Thomas Frey/dpa)

Cyberbunker-Verfahren am Landgericht Trier

Prozesskosten: Mindestens 95.000 Euro

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Das laufende Cyberbunker-Verfahren vor dem Landgericht Trier hat bislang mehr als 90.000 Euro gekostet. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft handelt sich dabei jedoch nur um die Kosten, die durch die Beschlagnahme des ehemaligen NATO-Bunkers in Traben-Trarbach entstanden sind.

Dieser müsse geheizt und gewartet werden, damit er seinen Marktwert behalte. Es seien bereits Reparaturen am Dach sowie der Heizungsanlage notwendig geworden. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft werden im Falle einer Verurteilung die Kosten den Angeklagten in Rechnung gestellt.

Luftaufnahme des Cyberbunkers (Foto: SWR, SWR)
Das Gelände des sogenannten Cyberbunkers auf dem Berg Mont Royal bei Traben-Trarbach (Kreis Bernkastel-Wittlich). SWR

Bei einem Freispruch müsse der Staat für die Kosten aufkommen. Wie hoch die Verfahrenskosten insgesamt seien, sei noch nicht abzuschätzen, weil das Verfahren noch laufe. Verhandelt werden soll laut Gericht noch bis zum Ende des Jahres.

Cyberbunker-Verfahren läuft bereits fast ein Jahr

Seit Prozessbeginn im Oktober 2020 hat bislang nur einer der Angeklagten ausgesagt. Dabei handelt es sich um den sogenannten Manager Michiel R. Der Niederländer hatte im Laufe des Cyberbunker-Prozesses mehrfach zu den Vorwürfen geäußert. Nach Angaben des Landgerichts sei unter anderem deswegen der Haftbefehl gegen ihn außer Vollzug gesetzt worden.

Als Kopf der Bande hingegen soll der Niederländer Herman Johan X. agiert haben. Er schweigt aber bislang zu den Vorwürfen.

Die Anklagebank beim Prozessbeginn zum Cyberbunker (Foto: SWR)
Der mutmaßliche Anführer der Cyberbunker-Bande - Herman Johan X. - sitzt zwischen seinen Verteidigern auf der Anklagebank.

Verdächtige wegen Beihilfe zu rund 250.000 Straftaten angeklagt

In dem Bunker an der Mosel in Traben-Trarbach sollen über mehrere hundert Server kriminelle Geschäfte im Darknet gelaufen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft den insgesamt acht Angeklagten Beihilfe zu rund 250.000 Straftaten vor.

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