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Nach den Osterferien sollen Schülerinnen und Schüler zweimal die Woche an der Schule einen Schnelltest machen können. Manche Schulen in der Region Trier sehen sich damit an der Grenze ihrer Möglichkeiten. Kritik gibt es auch vom Landeselternbeirat.
 

4,5 Millionen Tests für die Schulen im Land hatte Bildungsministerin Hubig (SPD) für nach den Osterferien angekündigt. Davon war bis Mittwochmittag einer SWR-Umfrage zufolge an vielen Schulen in der Region Trier noch nichts angekommen. Ohnehin ist die Freude darüber bei Schulleiterinnen und Schulleitern verhalten. Carsten Stiller vom Humboldt-Gymnasium Trier hatte in einem Elternbrief abgelehnt, dass Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler beim Testen in der Schule beaufsichtigen. Dem SWR sagte er, bei den Tests müssten drei Meter Abstand eingehalten werden. Ob alle Kinder das richtig durchführten, sei von den Lehrerinnen und Lehrern nur schwer zu kontrollieren.  

Tests kosten Unterrichtszeit

Stiller und andere Schulleiterinnen und Schulleiter sehen außerdem die Lehrkräfte im Falle eines positiven Testergebnisses nicht ausreichend geschützt. In Testzentren sei das Personal in Schutzbekleidung im Einsatz, für die Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen gebe es nur FFP2-Masken. Eine Herausforderung sei zudem der Umgang mit dem Müll, der durch die benutzten Testkits anfalle.  

Lieber zuhause testen

Alle Schulleitungen beklagen, dass durchs Testen Unterrichtszeit verloren gehe - etwa eine Unterrichtsstunde pro Woche. Außerdem müssten die Kinder und Jugendlichen bei einem positiven Ergebnis von der Klasse getrennt werden und in einen Quarantäne-Raum kommen. Die Leiterinnen der Ambrosius-Grundschule in Trier und Uta Schmitt von der Grundschule Birkenfeld schilderten, dass besonders kleine Kinder Angst bekommen könnten und deshalb betreut werden müssten. All das bindet den Schulleitungen zufolge Personal. Mehrere sagten deshalb, ihnen wäre es lieber, wenn Schülerinnen und Schüler sich zuhause testen. Dann kämen Infizierte gar nicht erst in die Schule; und die Eltern könnten sich besser organisieren.  

Medizinisch geschultes Personal als Alternative?

Landeselternsprecher Reiner Schladweiler aus Temmels dagegen hält Testen zuhause für zu unsicher. Die Eltern seien nicht geschult darin. Er sagte dem SWR, das Land oder die Schulträger sollten medizinisch geschultes Personal an den Schulen einsetzen. So hatte das die Verbandsgemeinde Birkenfeld im März in einem Pilotprojekt an der Grundschule und Förderschule Birkenfeld organisiert. Medizinisch geschultes Personal wünschen sich alternativ auch viele Schulleitungen – und dass die Tests dann möglichst außerhalb der Unterrichtszeit durchgeführt und die Lehrkräfte nicht noch mehr belastet werden.

Am Friedrich-Spee-Gymnasium in Trier hat man eine solche Lösung zwischenzeitlich gefunden: Nach Aussage von Direktor Andreas Gehendges haben Kollegium und Schulleitungen am Mittwochnachmittag beschlossen, die freiwilligen Testungen der Schüler an die Johanniter zu delegieren. Die Johanniter hatten dort schon vor den Osterferien die Tests für Lehrer durchgeführt. Der Schulleiter verspricht sich davon, dass die Tests durch Profis aussagekräftiger und sicherer werden. Lehrer würden dann nur noch für die pädagogische Betreuung positiv getesteter Kinder gebraucht. Eine Gefahr, dass ein Kind den Test falsch bediene und sich mit dem Teststäbchen im Nasenraum verletzt, bestehe so nicht mehr.  

Tests sind freiwillig

Auch andere Schulen in der Region wollen sich diese Woche noch mit dem Kollegium besprechen - womöglich gehen also noch mehr Schulen einen ähnlichen Weg. Die Egbert-Grundschule in Trier will mit den Tests noch diesen Freitag beginnen, hier hat ein Arzt aus der Elternschaft Hilfe zugesagt. Andere Schulen planen das Testen ab nächster Woche. Die Testungen – zwei pro Woche – sind in Rheinland-Pfalz freiwillig. Die Eltern müssen ihr Einverständnis geben. Schulleitungen haben entsprechende Zettel rundgemailt und an die Schüler ausgeteilt. Wie viele Eltern den Tests ihrer Kinder zustimmen, ist noch nicht klar. Klar aber ist, dass die Corona-Schutzmaßnahmen wie Maske tragen, Abstand halten und Lüften trotz Tests weiter gelten.  

 

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