Die Polizei Trier hat eine nicht angemeldete Demonstration gegen Corona-Maßnahmen verhindert. (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Erneut Proteste in Trier

Polizei stoppt nicht angemeldete Corona-Demo vor Porta Nigra

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Die Polizei Trier hat am Montagabend eine nicht angemeldete Demonstration gegen Corona-Maßnahmen verhindert. Zirka 100 Personen hätten sich auf dem Porta-Nigra-Vorplatz versammelt, um durch die Innenstadt zu marschieren. 

Die Gruppe habe sich uneinsichtig gezeigt. Teilnehmer versuchten laut Polizei über Nebenstraßen in die Fußgängerzone zu gelangen. Es wurden Platzverweise ausgesprochen und Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Bereits am Samstag hatten etwa 300 Menschen in Trier demonstriert, begleitet von Gegenprotesten. Die Stimmung heizte sich dabei merklich auf. Die einen zogen gegen eine mögliche Impfpflicht und schärfere Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straße, die anderen plädierten an die Solidarität zur Sicherung des Gesundheitssystems. Dazwischen standen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Trier als Versammlungsbehörde und die Polizei, die gemeinsam die Einhaltung der Corona- Schutzmaßnahmen streng kontrolliert und überwacht.

Die Stimmung sei dabei hochgekocht und zunehmend aggressiver geworden, sagte der Leiter der Polizeiinspektion Trier, Christian Hamm, im SWR Interview.

Christian Hamm, Leiter der Polizeiinspektion Trier. (Foto: SWR, privat)
Christian Hamm, Leiter der Polizeiinspektion Trier, beobachtet eine zunehmende aggressive Stimmung zischen Befürwortern und Gegnern der Corona- Schutzmaßnahmen. privat

SWR Aktuell: Stellen Sie fest, dass die Stimmung sich zuspitzt gegen die Corona- Maßnahmen?

Christian Hamm: Ein Stück weit schon. Die Versammlungsteilnehmer sind natürlich keine homogene Masse. Wir haben hier unterschiedlichste Beweggründe, warum Menschen auf die Straße gehen.

"In Teilen stellen wir schon fest, dass sich ein harter Kern bildet, der auch für uns kaum noch zugänglich ist."

Wir hatten auch dieses Mal zum ersten Mal eine Straftat auf dem Weg zur Versammlung, wo sogenannte Passivbewaffnung aufgefunden wurde und auch sichergestellt wurde und ein entsprechendes Strafverfahren eingeleitet werden musste. Das zeigt schon, dass hier auch die Bereitschaft da ist, gegebenenfalls bei dem ein oder anderen nicht nur verbal aggressiv vorzugehen, sondern vielleicht auch Übergriffe in Kauf zu nehmen.

SWR Aktuell: Wie macht sich das sonst bemerkbar, dass sich die Stimmung zuspitzt?

Hamm: Auf Ansprache von Polizei wird - wenn überhaupt - nur schleppend reagiert oder gar nicht reagiert, so dass wir dann auch dazu übergehen müssen, das Ganze noch deutlicher zu machen und unsere Präsenz auch dementsprechend zu erhöhen.

SWR Aktuell: Müssen Sie jetzt auch häufiger einschreiten, weil sich die Menschen nicht an die Corona-Regeln halten?

Hamm: Das werden wir in den nächsten Wochen sehen. Was ich zusichern kann: Wir haben ein sehr wachsames Auge. Wir haben auch die Vorfälle in Luxemburg am Wochenende natürlich auf dem Schirm, stehen da auch im Austausch mit unseren Kollegen in Luxemburg. Wir wissen auch, dass es eine entsprechende Vernetzung der Lager gibt. Wir werden unsere Präsenz in der Stadt entsprechend anpassen.


SWR Aktuell: Verstoßen jetzt schon Menschen verstärkt gegen die neuen Corona-Maßnahmen?

Hamm: Das können wir so noch nicht bestätigen. Der Samstag war so der Auftakt dieser eher kritischen Menschen zu diesen Maßnahmen. Der Zulauf war sehr hoch. Wir haben auf dieser Seite über 300 Menschen festgestellt.

Trotz alledem ist mir wichtig zu sagen, dass sich die überwiegende Anzahl sowohl der Gewerbetreibenden als auch der Bürgerinnen und Bürger bislang vorbildlich an die Maßnahmen gehalten hat.

"Das ist ein kleiner Teil, der aber zunehmend auch aggressiver auftritt."

Im Endeffekt sind die Maßnahmen ja nur dazu da, eine Überlastung unseres Gesundheitssystems zu verhindern und den Gesundheitsschutz der Bevölkerung zu gewährleisten.

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SWR Aktuell: Sie sprachen von Zulauf während der Demos. War das spontan oder vielleicht vorher verabredet, dass das immer größer werden soll?

Hamm: Wir wissen, dass in diversen Gruppen insbesondere auf Social Media Kanälen im Internet Kommunikation stattfindet und dass gerade durch diese Möglichkeit die Vernetzung deutlich leichter möglich ist und entsprechend auch Absprachen getroffen werden können.

SWR Aktuell: Wie kann sich die Polizei auf solche Situationen vorbereiten?

Hamm: Wir stehen in engem Austausch mit der Versammlungsbehörde, die ja grundsätzlich für das Thema "Versammlungen" zuständig ist. Die Polizei führt ihre Lagebewertung fortlaufend fort, so dass wir auch personell entsprechend reagieren.

Da können sich alle sicher sein, dass wir entsprechend aufgestellt sein werden, um dieses Spannungsfeld auszubalancieren. Aber insbesondere die Maßnahmen des Gesundheitsschutzes, die in der aktuell gültigen Corona-Bekämpfungsverordnung vorgegeben sind, auch durchzusetzen.

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