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Die Bundesregierung muss sich mit den Verbindungen des verbotenen rechtsextremen Netzwerks "Combat 18" nach Rheinland-Pfalz beschäftigen. Anlass ist eine Anfrage, die dem SWR vorliegt.

Die Anfrage der Bundestagsabgeordneten Katrin Werner (Linke) aus Trier solle Klarheit schaffen, welche Rolle Neonazis aus Rheinland-Pfalz in der Gruppe und in dem internationalen Netzwerk von "Combat 18" spielten, sagte Werner dem SWR.

Mutmaßliches Mitglied in Trierweiler

Insbesondere sei interessant, wie tief ein mutmaßliches Mitglied aus Trierweiler bei Trier in das Netzwerk eingebunden gewesen sei. Nach dem bundesweiten Verbot von "Combat 18" vor drei Wochen hatte die Polizei bei dem Mann die Wohnung durchsucht und Kleidung sowie Handys sichergestellt.

Nach SWR-Recherchen zahlte der Mann mehr als 200 Euro auf das Konto des vermeintlichen "Combat 18"-Anführers ein. Mutmaßlich handelte es sich dabei um Mitgliedsbeiträge. Die Kontodaten waren vor zwei Jahren durch Journalisten der antifaschistischen Plattform "Exif" aufgedeckt worden.

Bei NPD-Aktion im "Combat 18"-Shirt

Zudem bewegte sich der Mann aus Trierweiler nach SWR-Recherchen über längere Zeit im Umfeld der Trierer NPD und besuchte mindestens vier rechtsextreme Demonstrationen in Trier. Auf einer NPD-Veranstaltung trug er schon 2013 ein T-Shirt von "Combat 18". Ob der Mann auch NPD-Mitglied ist, ist unklar.

Die Trierer NPD wollte sich gegenüber dem SWR nicht äußern. Und auch der Mann selbst ließ eine Anfrage des SWR unbeantwortet.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte "Combat 18" vor drei Wochen verboten. Daraufhin wurden in mehreren Bundesländern Häuser durchsucht. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) begrüßte das Verbot. Wenn die Verfassung der Bundesrepublik bedroht sei, dann sei auch Rheinland-Pfalz bedroht.

Dauer

"Combat 18" steht für "Kampfgruppe Adolf Hitler" und gilt als gewaltbereit und militant. Das Netzwerk versteht sich als Bruderschaft von Neonazis auf der ganzen Welt. In Deutschland gibt es seit 2014 wieder eine "Combat 18"-Gruppe. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden soll sie etwa 20 Mitglieder haben.

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