Morgendliche Aufräumarbeiten in Kordel (Foto: SWR, Eva Lamby-Schmitt)

Unwetter in der Region Trier

Die Chronologie der Katastrophe

STAND

Erst begann es zu regnen. Dann kam das Hochwasser. Danach war in Teilen der Region Trier nichts mehr wie zuvor. Ortschaften und Existenzen werden zerstört. Die Menschen in der Region unter Schock. Besonderes hart vom Unwetter wurde die Eifel getroffen - eine Chronologie des Unheils.

Mittwoch, 14. Juli 2021

Donnerstag, 15 Juli 2021

Freitag, 16. Juli 2021

Samstag, 17. Juli 2021

Sonntag, 18. Juli 2021

+++ Mittwoch, 14. Juli 2021 +++

Es beginnt mit Starkregen am 14. Juli 2021, einem Mittwochnachmittag, nach dem es zuvor schon wochenlang geregnet hatte. Der Deutschen Wetterdienstes (DWD) kündigte für Mittwochnachmittag bis in die Nacht zum Donnerstag teils kräftige Gewitter und heftigen Starkregen im Norden und Westen von Rheinland-Pfalz an. Laut einer Sprecherin sei in der Nacht zum Donnerstag vor allem die Eifel von Regenfällen betroffen.

Heftige Unwetter erreichen die Eifel

Am Nachmittag erreichen heftige Unwetter die Eifel. Die Verbandsgemeinde Prüm beispielsweise meldet am Mittwochnachmittag eine "bedrohliche Wetterlage" über dem Prümer Land. Bei der Leitstelle der Gemeinde würden zahlreiche Telefonanrufe eingehen, sagt ein Feuerwehrsprecher.

Überschwemmungen in Wittlich-Land

Die Feuerwehr verteilt rund 5.000 Sandsäcke in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land. Das rheinland-pfälzische Umweltamt meldete eine "hohe Hochwassergefährdung" für das obere Kyll-Einzugsgebiet. Es sei mit Über-20-jährlichem Hochwasser zu rechnen. Das bedeutet, dass gemäß Modellrechnungen Hochwasser auftreten kann, das im statistischen Mittel nur etwa alle 20 Jahre einmal eintritt. Keller könnten überfluten und überörtliche Verkehrsverbindungen gesperrt werden, warnt die Behörde.

80 Einsätze in Wittlich und Umgebung

In der Eifel treten mehrere Flüsse und Bäche wegen des Dauerregens über die Ufer. Laut Feuerwehr sind in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land die Gemeinden Sehlem, Dreis, Eisenschmitt und Großlittgen (alles Kreis Bernkastel-Wittlich) betroffen. Nach Angaben des stellvertretenden Wehrleiters stehen dort die Hauptstraßen völlig unter Wasser. Auf der Straße zwischen Dreis und Salmtal (Kreis Bernkastel-Wittlich) stehe das Wasser bis zu 60 Zentimeter hoch.

Auch in Hetzerath in der Eifel können die Kanäle die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. (Foto: SWR, Marc Steffgen)
In Hetzerath in der Eifel können die Kanäle die Wassermassen nicht mehr aufnehmen - die Feuerwehr rückt aus. Marc Steffgen

In Dreis sind außerdem mehrere Keller vollgelaufen. Außerdem ist laut Feuerwehr Prüm besonders die Nims im Bereich zwischen Rommersheim und Lasel (beides Eifelkreis Bitburg-Prüm) von Hochwasser betroffen. Dabei sei ein Sägewerk überflutet worden, außerdem seien in Schönecken (Eifelkreis Bitburg-Prüm) in der Eifel Keller vollgelaufen. Die Feuerwehr ist dort nach eigenen Angaben mit etwa 120 Kräften im Einsatz und versucht, das Wasser mit Sandsäcken von den Häusern fernzuhalten.

Die Hochwasserlage in der Eifel spitze sich zu. (Foto: Steil-TV)
Die Hochwasserlage in der Eifel spitze sich zu. Steil-TV

Die Technische Einsatzleitung des Landkreises Bernkastel-Wittlich teilt mit, in der Stadt Wittlich und in der Verbandsgemeinde Wittlich habe es mehr als 80 Feuerwehreinsätze gegeben. Dort ist die Lieser übers Ufer getreten. Reil, Salmtal und Hetzerath (alles Kreis Bernkastel-Wittlich) seien am stärksten von überspülten Straßen und vollgelaufenen Kellern betroffen. In Lieser (Kreis Bernkastel-Wittlich) werden die Hochwasserschutzmauern aufgebaut, Kesten (Kreis Bernkastel-Wittlich) wartet hingegen noch ab.

Moselauen in Bernkastel-Kues werden geräumt

In Bernkastel-Kues (Kreis Bernkastel-Wittlich) wird wegen des drohenden Hochwassers an der Mosel eine Veranstaltungsfläche mit Bühne und Umzäunungen geräumt. In den Moselauen im Stadtteil Kues hätten normalerweise Picknickkonzerte stattgefunden. Diese sind jetzt abgesagt. In Kröv (Kreis Bernkastel-Wittlich) wird vorsichtshalber alles geräumt. Sitzbänke, eine Postfiliale, Sitzbänke und Blumenkästen. Auch ein Bootsanleger für kleine Privatboote wird abgebaut.

Stadtwerke Trier bereiten sich vor - Schutzwände werden aufgebaut

Die Stadtwerke Trier arbeiten angesichts der Hochwasserlage im Auftrag der Stadt bereits die einzelnen Schritte des Alarm- und Einsatzplans in Pfalzel und Ehrang ab. Die mobilen Hochwasserschutz-Elemente in Pfalzel werden teilweise schon aufgebaut, teilweise vorbereitet und Schutztore geschlossen. Bei den Tiefbrunnen gehen die Pumpen in Betrieb. Das gilt auch für Ehrang. Der Alarm- und Einsatzplan regelt detailliert, was bei welchem Pegelstand zu tun ist. Außerdem haben die Stadtwerke alle Einrichtungen und Anlagen, wie beispielsweise Regenrückhaltebecken, bereits kontrolliert und dafür gesorgt, dass sie voll einsatzfähig sind.

Campingplätze in der Eifel geräumt

Die steigende Hochwassergefahr trifft auch Camper in der Eifel. Erste Plätze mussten vorsorglich geräumt werden. Wie beispielsweise in Oberweis und Waxweiler (beides Eifelkreis Bitburg-Prüm). Dort droht die Prüm übers Ufer zu treten.

Oberweis

Hochwassergefahr an der Prüm Campingplätze in der Eifel geräumt

In Waxweiler und Oberweis im Eifelkreis Bitburg-Prüm sind am Mittwochmorgen zwei Campingplätze geräumt worden. Wegen des anhaltenden Regens droht dort derzeit die Prüm über die Ufer zu laufen.  mehr...

Eifelkreis Bitburg-Prüm ruft Bevölkerung auf, auf Autofahrten zu verzichten

Die durch den anhaltenden Starkregen ausgelöste Hochwasserlage ist im Eifelkreis weiterhin extrem angespannt. Die Pegel der Flüsse haben noch lange nicht ihren Scheitel erreicht, aber auch Erdrutsche sorgen für eine Vielzahl von Einsätzen. Zurzeit sind mehr als 300 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Deutschem Roten Kreuz (DRK) im Einsatz. Die Technische Einsatzleitung ist mit 46 Kräften besetzt.

Auch die Einsatzkräfte des Landesbetrieb Mobilität (LBM) sind wegen überfluteter Straßen im Dauereinsatz; zahlreiche Straßen sind bereits für den Verkehr gesperrt. Die Bevölkerung wird gebeten, Autofahrten auf ein Minimum zu beschränken. Es wird erwartet, dass die starke Regenintensität mit 80 bis 100 l/m2 anhält. Der aktuelle Lage-Schwerpunkt befindet sich im Norden des Kreises und bewegt sich allmählich in die südlicheren Kreisgebiete.

Landkreise in der Region Trier verschärfen Warnung

Nach den starken Regenfällen und Überschwemmungen ruft der Kreis Vulkaneifel den Katastrophenfall aus. Landrätin Julia Gieseking (SPD) sagte bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Daun, die Lage sei sehr ernst. Es gebe viele überschwemmte Straßen und Ortschaften, die nicht mehr erreichbar seien. Die Schulen im Kreis sollen geschlossen bleiben.

Der Kreis Trier-Saarburg ruft in der Nacht wegen der anhaltenden Regenfälle mit Überschwemmungen die Alarmstufe 5 aus. Grund hierfür ist die sich in Kordel (Kreis Trier-Saarburg) zuspitzende Hochwasserlage. Die Kyll und ihre Nebenbäche steigen stark an, sodass der Ort nur über Ehrang erreichbar ist.

Nach Angaben einer Sprecherin übernimmt nun die Kreisverwaltung die Koordination der Einsätze in den sieben Verbandsgemeinden. Von Überschwemmungen seien vor allem die Verbandsgemeinden Trier-Land und Schweich betroffen.

Aufgrund der zunehmenden Gefahr ruft auch der Eifelkreis Bitburg-Prüm den Katastrophenfall aus. Außerdem wird auch hier festgelegt, dass alle Schulen und Kitas im Kreis am Donnerstag geschlossen bleiben.

+++ Donnerstag, 15. Juli 2021 +++

In der Nacht von Freitag auf Donnerstag eskaliert die Lage. Viele Flüsse im Eifelkreis Bitburg-Prüm führen Jahrhunderthochwasser, sagt Willi Schlöder, stellvertretender Katastrophenschutzinspekteur des Kreises. Zudem könnten große Wassermassen aus dem Stausee Bitburg herauslaufen.

Mehr als 1.000 Einsatzkräfte im Kreis Trier-Saarburg

Mehr als 1.000 Einsatzkräfte sind in der Nacht im Landkreis Trier-Saarburg im Unwettereinsatz. Nach einer Mitteilung der Technischen Einsatzleitung des Brand- und Katastrophenschutzes sind die Verbandsgemeinden Trier-Land, Schweich und Konz am heftigsten vom Hochwasser betroffen.

In der Verbandsgemeinde Trier-Land herrscht in weiten Teilen Stromausfall. In der Ortsgemeinde Kordel sind die Trinkwasserpumpe ausgefallen, dadurch sind etwa 22.000 Menschen ohne Wasserversorgung. Ein Ersatzaggregat wird auf den Weg gebracht. Ebenfalls in Kordel wird am frühen Donnerstagmorgen ein Seniorenheim aufgrund von unzureichendem Hochwasserschutz evakuiert. Ebenfalls von Evakuierungen betroffen sind etwa 110 weitere Haushalte. Die Helfenden arbeiten mit Hochdruck an Transport, Unterbringung und Verpflegung der Betroffenen.

Das Hochwasser während der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz hat auch Kordel völlig überschwemmt (Luftbild). (Foto: SWR, Andrea Maisberger)
Die Gemeinde Kordel (Trier-Saarburg) ist von der Kyll völlig überschwemmt worden. Andrea Maisberger

Vollalarm in Trier - Mögliche Evakuierung in Ehrang

Die Feuerwehr Trier ruft Vollalarm aus, weil die Kyll Teile des Stadtteils Ehrang zu überschwemmen droht. Die Feuerwehr schaffte mit Unterstützung mehrerer freiwilliger Löschzüge tausende von Sandsäcken und mobile Hochwasserschutzelemente nach Ehrang. Rund 1.600 Bewohnerinnen und Bewohner werden mit Durchsagen darauf vorbereitet, möglicherweise ihre Wohnung verlassen zu müssen.

Einige Menschen im Eifelkreis in Lebensgefahr

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm arbeiten die Rettungskräfte derzeit mit Hochdruck daran, Menschen vor dem Hochwasser zu retten. In Waxweiler (Eifelkreis Bitburg-Prüm) sind sieben Menschen mit Hilfe eines Hubschraubers von einem Hausdach gerettet worden. Die Einsatzkräfte hatten das Haus zuvor nicht mehr mit dem Boot erreichen können.

In Messerich (Eifelkreis Bitburg-Prüm) in der Eifel werden nach Angaben des Kreises außerdem zwei Helfer des Technischen Hilfswerks aus den Fluten der Nims gerettet. Sie waren auf dem Weg zu einem Rettungseinsatz, hatten sich aber fest gefahren und auf dem Dach ihres Autos auf Hilfe gewartet. Die Nims, die normalerweise zwei Meter breit ist, ist nach Angaben eines Sprechers mittlerweile 200 Meter breit.

Erdrutsche - Lebensgefahr auf der Straße

Im Kreis Trier-Saarburg hat es mehrere Erdrutsche gegeben. Auf der Strecke von Welschbillig nach Kordel herrscht Lebensgefahr.

Ortskern von Trier-Ehrang überflutet

Nach Angaben der Stadt Trier wird derzeit der Ortskern von Ehrang überflutet. In großen Teilen des Ortes gebe es keinen Strom. Die Stadt bittet, sich an die Evakuierungsdurchsagen zu halten.

Ehrang steht teilweise unter Wasser (Foto: SWR, Andrea Meisberger)
Der Trierer Stadtteil Ehrang ist überflutet. Andrea Meisberger

Nach Angaben eines Sprechers der Stadt Trier hat die Kyll am Vormittag den Ort überflutet. Das Wasser stehe bereits in einem Wohngebiet. Auch die Evakuierung des Krankenhauses laufe bereits. Dort müssen einige frisch-operierte Menschen per Hubschrauber abtransportiert und in andere Krankenhäuser verlegt werden. Derzeit sei nicht abzusehen, wo das Wasser der Kyll noch hinlaufe.

Vulkaneifel von Außenwelt abgeschnitten

In der Vulkaneifel sind zahlreiche Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Orte wie beispielsweise Jünkerath (Vulkaneifelkreis) können nur noch mit einem Boot erreicht werden. Die Zufahrtsstraßen sind von der Kyll überflutet, es gibt auch Erdrutsche und umgestürzte Bäume. Stellenweise ist das Telefonnetz zusammengebrochen, in Teilen auch das Handy-Netz. Lokal gibt es auch Stromausfälle. Nach Angaben des Katastrophenschutzinspekteurs ist mittlerweile an mehreren Stellen auch die Bundeswehr im Einsatz.

Ausnahmezustand im Eifelkreis Bitburg-Prüm

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm gilt weiter der Katastrophenfall mit der höchsten Warnstufe. Nach Angaben der Kreisverwaltung gibt es bislang keine Hinweise, dass Menschen verletzt oder vermisst werden.

In einem Haus in Echtershausen (Eifelkreis Bitburg-Prüm) habe es eine Gasexplosion gegeben, das Haus sei einsturzgefährdet, hieß es. Im Kreis sind mindestens drei Brücken zerstört worden, viele weitere befänden sich in einem kritischen Zustand. Die Gemeinde selbst ist von dem Hochwasser von der Außenwelt abgeschnitten.

Die Stadt Speicher (Eifelkreis Bitburg-Prüm) sei schwer zu erreichen. Probleme gibt es offenbar auch mit der Wasserversorgung, Experten versuchen das zu beheben. Laut Verwaltung bleiben Schulen und Kitas auch am Freitag geschlossen. Nach Angaben der Behörden sind derzeit mindestens 75 Straßen im Eifelkreis nicht befahrbar.  

Auch an der Mosel steigt der Pegel. In Zell (Kreis Cochem-Zell) läuft am Donnerstagabend gegen 18 Uhr die Mosel über den Hochwasserschutz, die Altstadt wird geflutet. Auch andere Moselgemeinden sind betroffen, wie beispielsweise Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach oder Reil.

Menschen in Zell an der Mosel stehen vor Wassermassen an einer Hochwassermauer (Foto: SWR, Hans-Peter Döpgen)
In Zell an der Mosel (Kreis Cochem-Zell) hat die Hochwassermauer nicht gehalten, die Mosel hat am Donnerstagabend gegen 18 Uhr die Altstadt geflutet. Hans-Peter Döpgen Bild in Detailansicht öffnen
Die Mauer hält das Wasser normalerweise bis zu einem Pegel in Trier von 8,70 Meter. Dieser lag am Donnerstagabend jedoch bei über 9 Meter. Hans-Peter Döpgen Bild in Detailansicht öffnen
Auch den Trierer Stadtteil Ehrang hat es schwer getroffen. Dort wurde der Hochwasserschutz ebenfalls am Donnerstag von der Mosel überflutet. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Die Straßen in Ehrang standen voller Wasser. Anwohner aus Ehrang Bild in Detailansicht öffnen
Viele Menschen mussten mit schwerem Gerät in Sicherheit gebracht werden, wie hier mit einem Radlader. Anwohner aus Ehrang Bild in Detailansicht öffnen
Überall entlang der Mosel liefen am Donnerstag den Menschen die Keller voll, wie hier dem Weingut Josef Justen-Schmitges in Ürzig (Kreis Bernkastel-Wittlich). Heiko Wirtz Bild in Detailansicht öffnen
In Bernkastel-Kues (Kreis Bernkastel-Wittlich) stand am Donnerstag das Riesenrad unter Wasser, das am Moselufer steht. Privat Bild in Detailansicht öffnen
Auch in Traben-Trarbach (Kreis Bernkastel-Wittlich) ist die Mosel am Donnerstag übers Ufer getreten und hat die Moselpromenade geflutet. Josh Michels Bild in Detailansicht öffnen
Besonders hart von dem Unwetter waren am Mittwoch und Donnerstag der Eifelkreis Bitburg-Prüm und der Vulkaneifelkreis betroffen. Die Gemeinde Kordel (Trier-Saarburg) beispielsweise ist von der Kyll völlig überschwemmt worden. Andrea Maisberger Bild in Detailansicht öffnen
Die Helferinnen und Helfer konnten nur noch mit dem Boot durch die Straßen fahren. Eva Lamby-Schmitt Bild in Detailansicht öffnen
Kordel war zeitweise sogar ohne Trinkwasserversorgung. Die konnte erst wieder am Donnerstagabend hergestellt werden. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
In der Stadt Wittlich (Kreis Bernkastel-Wittlich) ist am Donnerstag die Lieser übers Ufer getreten. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Das Wasser hat die Innenstadt geflutet. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Die Menschen hatten zuvor mit Sandsäcken versucht, das Wasser fernzuhalten. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Am Donnerstagmorgen ist in Ingendorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) auf einer Straße ein Auto im Hochwasser versunken. Marc Steffgen Bild in Detailansicht öffnen
Die Gemeinde Irrel (Kreis Bitburg-Prüm) ist von der Prüm geflutet worden und stand Donnerstagsmorgen schon komplett unter Wasser. Steil TV Bild in Detailansicht öffnen
Bereits am Mittwochabend hatte die Prüm den Ort überschwemmt. Im Schlauchboot fuhren die Helfer durch die Straßen von Irrel (Kreis Bitburg-Prüm), um Menschen aus ihren Häusern zu retten. Steil TV Bild in Detailansicht öffnen
Das Unheil nahm bereits am Mittwochnachmittag seinen Lauf wie hier in Rommersheim (Eifelkreis Bitburg- Prüm), als erste Flüsse übers Ufer traten, wie hier in der Hauptstraße von Rommersheim oder ... Steil-TV Bild in Detailansicht öffnen
... hier an einem Sägewerk in Giesdorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm), ... Steil-TV Bild in Detailansicht öffnen
... der Hauptstraße von Schönecken (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Steil-TV Bild in Detailansicht öffnen
Dort hatte sich die Nims in einen reißenden Strom verwandelt. Steil-TV Bild in Detailansicht öffnen
Auch in Hetzerath in der Eifel konnten am Mittwochabend schon die Kanäle die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, ... Marc Steffgen Bild in Detailansicht öffnen
... die Feuerwehr rückte aus. Marc Steffgen Bild in Detailansicht öffnen

+++ Freitag, 16. Juli 2021 +++

Aufräumarbeiten in Kordel haben in der Nacht begonnen

Obwohl das Wasser weiterhin in Kellerabgängen und auf Straßen steht, haben die Einsatzkräfte schon in der Nacht in Kordel damit begonnen, die Hochwasser-Schäden zu bekämpfen. Vor allem wurde Schlamm von den Straßen gewaschen.

Lage rund um Trier entspannt sich etwas

In der Eifel rund um Trier hat sich die Hochwasserlage in der Nacht etwas entspannt. Nach Angaben der Feuerwehren gehen die Pegelstände fast überall zurück. Kritisch ist die Lage aber nach wie vor entlang der Prüm in der Eifel. Dort steigt das Wasser noch.

Der Trierer Stadtteil Ehrang ist noch immer ohne Strom. An der Kyll und entlang der Sauer stehen zudem noch immer hunderte Häuser unter Wasser.

Aufräumarbeiten in Ehrang gehen weiter (Foto: SWR, Andrea Meisberger)
In Trier-Ehrang laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Die Menschen versuchen, den Schlamm zu entfernen. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Überall entlang der Straßen liegen Gegenstände, die vom Wasser weggespült wurden. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Der Hausrat der Menschen ist durchnässt und mit Schlamm überzogen. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
In Trier-Ehrang stand auch am Freitag noch an vielen Stellen das Wasser. 1.000 Menschen mussten am Donnerstag ihre Wohnungen verlassen. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Der Stadtteil ist immer noch ohne Strom. Nach Angaben der Stadt kann es noch einige Tage dauern, bis die Versorgung wieder hergestellt ist. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Die Lage entspanne sich langsam, so die Berufsfeuerwehr am Freitag früh. Die Kyll gehe zurück. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Seit Freitag 8 Uhr ist ein Bürgertelefon für Betroffene im Trierer Stadtteil Ehrang freigeschaltet. Unter der Nummer 115 können sich Bürger über die Hochwasserlage informieren. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Die Aufräumarbeiten in Ehrang werden mehrere Tage dauern. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Auch in Kordel im Kreis Trier-Saarburg haben die Aufräumarbeiten begonnen. Eva Lamby-Schmitt Bild in Detailansicht öffnen
An vielen Stellen im Ort steht aber noch die trübe Brühe der Kyll. Eva Lamby-Schmitt Bild in Detailansicht öffnen
Hunderte Häuser sind beschädigt worden - auch in Kordel. Das ist die erste Bilanz des Kreises. Eva Lamby-Schmitt Bild in Detailansicht öffnen
Die Rettungskräfte sind in Kordel im Dauereinsatz. Eva Lamby-Schmitt Bild in Detailansicht öffnen
Erst wenn das Wasser weg ist, wird man die Schäden wie in Kordel genau abschätzen können. Eva Lamby-Schmitt Bild in Detailansicht öffnen
In Metzdorf an der Sauer steht am Freitag noch Wasser auf der Uferstraße. Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen
Die Feuerwehr will die Schäden in Metzdorf begutachten, wenn das Wasser abgeflossen ist. Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen
Im Sauertal standen am Freitag nach Angaben des Kreises Trier-Saarburg noch 130 Häuser und Keller unter Wasser. Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen
In Metzdorf müssen viele Hausbewohner noch warten. Das Wasser ist immer noch hoch. Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen
In Metzdorf an der Sauer beginnen teilweise die ersten Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser. Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen

Wetterlage bleibt stabil

Dreyer besucht Feuerwehr Trier

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) besucht am Freitagmorgen die Einsatzkräften in der Rettungsleitstelle der Berufsfeuerwehr Trier. Dort waren am Donnerstag wegen des Hochwassers mehr als 7.500 Anrufe hilfsbedürftiger Menschen aus der ganzen Region eingegangen.

Dreyer sagt wörtlich: "Das ist ein Horror. Wenn Existenzen berührt sind, wenn Häuser kaputt sind und wenn Straßen aussehen, wie wir es gesehen haben. Aber dass so viele Menschen bei dieser Katastrophe sterben, ist ganz furchtbar. Da könnte man eigentlich nur noch weinen." Sie geht in ihrer Rede auch auf die zahlreichen Opfer im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler ein.

Lage an der Mittelmosel unter Kontrolle

An der Mittelmosel ist die Hochwasserlage nach Angaben der Wehrleiter unter Kontrolle. Der Pegel der Mosel sinkt, die Aufräumarbeiten beginnen. Das Wasser wird abgepumpt. In Gemeinden ohne Hochwasserschutz ist das Wasser vor allem bei den Häusern im Uferbereich in die Keller und stellenweise ins Untergeschoss gelaufen. In einigen Orten der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach sind nicht nur die Uferbereiche überflutet, sondern steht Wasser auch je nach Lage im Ortskern.

Hochwasser in Zell an der Mosel (Foto: SWR, Theresa Berwian )
In Zell (Kreis Cochem-Zell) ist wegen des Hochwasser die Mosel über den Schutz gelaufen. Theresa Berwian

Der Bürgermeister von Zell schildert, dass das Wasser noch in der Altstadt steht. Sobald der Moselpegel sinke, könnten die Helfer die Pumpen anwerfen. Insgesamt sei man an der Mittelmosel mit einem blauen Auge davongekommen, so die Einschätzung von Wehrleitern und Bürgermeistern. Zwar sei man Hochwasser gewöhnt – das Tempo, in dem die Mosel gestiegen war, sei jedoch ungewöhnlich gewesen.

In Trier-Saarburg, dem Eifelkreis und der Vulkaneifel beginnt das Aufräumen

+++ Samstag, 17. Juli 2021 +++

Katastrophentouristen in Trier-Ehrang in machen Probleme

Die Lage in Trier-Ehrang sei weiter angespannt, sagt SWR-Reporterin Andrea Meisberger. Viele wollten in den Ort hinein - "Betroffene, Freunde von Betroffenen und Helfende". Problematisch sind laut Polizei aber "die sogenannten Katastrophentouristen".

Die Stadt Trier hat im Stadtteil Ehrang acht Häuser teilweise gesperrt. Statiker der Stadt hatten alle 1.000 überfluteten Häuser in Augenschein genommen. Die acht Häuser müssen jetzt genauer auf ihre Standsicherheit untersucht werden. sagt Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD).

Im Untergeschoss des Ehranger Krankenhauses hat das Hochwasser massive Schäden angerichtet. Eine neue Heizungsanlage sowie medizinische Geräte stehen noch immer komplett unter Wasser.

+++ Sonntag, 18. Juli 2021 +++

Das Aufräumen geht weiter

In der Region Trier schreiten die Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe voran. Rettungskräfte und Helfer beseitigen in Kordel oder dem Trierer Stadtteil Ehrang Berge von Unrat und Schlammteppichen. Nach Angaben der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) gibt es bereits jetzt soviel Sperrmüll wie sonst das ganze Jahr nicht und das obwohl jetzt erst die Hälfte des Sperrmülls eingesammelt wurde.

Der A.R.T. geht davon aus, dass 60 Ortschaften in der Region Trier von dem Hochwasser der vergangenen Tage betroffen sind.

In Kordel hat sich die Lage inzwischen gebessert, wie etwa bei der Strom- und Trinkwasserversorgung. Trotzdem kämpfen die Einsatzkräfte und viele Bewohnerinnen und Bewohner weiter gegen Schlamm und Müll.

Überall in der Eifel sind die Menschen betroffen - Existenzen sind bedroht.

Irrel

Schwere Schäden in Irrel Existenzen durch Hochwasserschäden bedroht

Ein Drittel der 500 Häuser in Irrel ist beschädigt. Das Wasser stand vielerorts bis zum ersten Stock. Fenster wurden eingedrückt, Einrichtungen weggespült, Häuser beschädigt.  mehr...

Die Behörden bekommen zunehmend einen Eindruck davon, was alles zerstört worden ist. Nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität, LBM, sind derzeit Teams der Straßenmeistereien in der Region Trier unterwegs, um Hochwasserschäden an Brücken aufzunehmen und zu beseitigen. Welche Brücken genau betroffen sind, könne man noch nicht sagen.

Es gebe bereits Absperrungen und wo möglich seien Umleitungen eingerichtet worden. In Zusammenarbeit mit dem THW und der Bundeswehr werden die Brücken den Angaben zufolge etwa von Treibgut befreit und dann begutachtet. Der LBM hofft, dass einige der Brücken nur repariert werden müssen und nicht vollständig zerstört sind oder abgerissen werden müssen. Bereits am Freitag seien teilweise Behelfsbrücken geliefert worden, um den Verkehr wieder in geregelte Bahnen zu leiten.

Bitburg

HIlfe für Hochwasser-Opfer Verbandsgemeinde Trier-Land beginnt mit Spendenauszahlung

Auf dem Spendenkonto der Verbandsgemeinde Trier-Land sind nach Angaben des Verbandsgemeinderats knapp 1,2 Millionen Euro eingegangen. Diese sollen jetzt an die Opfer der Flutkatastrophe verteilt werden.  mehr...

Hochwasser in der Eifel und an der Mosel Als die Flut kam

Die Region Trier wurde am Mittwoch und Donnerstag von heftigen Unwettern getroffen. Kleine Flüsse wurden zu reißenden Strömen. Hunderte Gebäude wurden zerstört, Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, Orte wurden von der Außenwelt abgeschnitten. In einigen Gemeinden konnte die Trinkwasserversorgung nicht mehr gewährleistet werden, der Strom und das Telefon fielen aus. Und auch die Mosel ist über die Ufer getreten, in Zell wurde die Altstadt geflutet.  mehr...

Trier

Ehrang, Kordel, Metzdorf Das große Aufräumen nach dem Hochwasser

Die Pegel fallen. In der Region Trier hat das große Aufräumen begonnen. Einige Straßen stehen aber immer noch unter Wasser.  mehr...

Irrel

Schwere Schäden in Irrel Existenzen durch Hochwasserschäden bedroht

Ein Drittel der 500 Häuser in Irrel ist beschädigt. Das Wasser stand vielerorts bis zum ersten Stock. Fenster wurden eingedrückt, Einrichtungen weggespült, Häuser beschädigt.  mehr...

Trier

Hochwasser-Lage im Kreis Trier Saarburg stabil Feuerwehr beginnt mit Aufräumarbeiten in Kordel

Noch in der Nacht haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Kordel mit ersten Aufräumarbeiten begonnen. Bereits am Donnerstagabend konnte dort die Trinkwasserversorgung wieder hergestellt werden.  mehr...

Trier

Ehrang, Kordel, Waxweiler Hochwassergebiete in der Eifel von oben

Braune Wassermassen, versunkene Autos, ein Zug im Hochwasser. Unsere Reporterin war mit dem Hubschrauber über den Hochwassergebieten in der Region Trier unterwegs.  mehr...

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SWR