Die Gäste aus den Niederlanden auf dem Campingplatz Felsenhof von Karin van Rooijen und ihrem Mann Martin sind sehr zufrieden. (Foto: SWR, Anna-Carina Blessmann)

Campingsaison läuft auf dem Felsenhof Gerolstein

Die Camper kommen in die Eifel

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Anna-Carina Blessmann
Anna-Carina Blessmann am Mikrofon (Foto: SWR)

Die Ferien haben begonnen, die Camper sind los auf dem Felsenhof in Gerolstein. SWR Aktuell hat sich auf die Suche nach den besten Reisegeschichten der Gäste und der Betreiberfamilie gemacht.

Der Felsenhof mit direktem Blick auf die Gerolsteiner Dolomiten, 65 Bungalows und Campingstellplätzen wird schon in dritter Generation von Familie van Rooijen geführt. Über die Jahre hat Geschäftsführerin Karin van Rooijen also einige Geschichten gesammelt.

Wie die von dem Paar, das vollkommen erschöpft von der Anreise einfach nur noch im Zelt schlafen wollte. Dann aber fegte ein großer Wirbelsturm über den Campingplatz, der 40 Bäume umriss und alles verwüstete: "Eine Viertelstunde, nachdem alles vorbei war, machte das Paar das Zelt auf und sah sich um. Alles war zerstört - aber sie hatten davon gar nichts mitbekommen, weil sie so erschöpft waren."

Lange Campingplatztradition

Geschichten wie diese kann Karin auch in diesem Jahr wieder aufschnappen. Der Campingplatz ist gut gebucht, vor allem von Niederländern. "Für die ist das hier wie die Voralpen. Das ist hier richtig gebirgig, in Holland ist alles Flachland. Das begeistert die Gäste auf jeden Fall", weiß Karins Mann Martin, der selbst Niederländer ist.

Joost (rechts) aus Arnheim in den Niederlanden denkt als erstes an Sonnenbrand, wenn er sich an das erste Campen erinnert: "Meine Mutter hat gesagt: So Joost, Zeit für Sonnencreme! Aber ich wollte nicht." Er übernachtet am liebsten im Zelt, weil er das Geräusch des Reißverschlusses mit Urlaub verbindet. Die Eltern seiner Partnerin Isabel (links) haben sich im Restaurant des Felsenhofs kennengelernt und sind bis heute zusammen. Joost hat Isabel im selben Restaurant einen Heiratsantrag gemacht. Sie hoffen, hier auch heiraten zu können. (Foto: SWR, Anna-Carina Blessmann)
Joost (rechts) aus Arnheim in den Niederlanden denkt als erstes an Sonnenbrand, wenn er sich an das erste Campen erinnert: "Meine Mutter hat gesagt: So Joost, Zeit für Sonnencreme! Aber ich wollte nicht." Er übernachtet am liebsten im Zelt, weil er das Geräusch des Reißverschlusses mit Urlaub verbindet. Die Eltern seiner Partnerin Isabel (links) haben sich im Restaurant des Felsenhofs kennengelernt und sind bis heute zusammen. Joost hat Isabel im selben Restaurant einen Heiratsantrag gemacht. Sie hoffen, hier auch heiraten zu können. Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen
Maria (links) aus Utrecht liebt beim Camping am meisten den Zusammenhalt und dass man sich gegenseitig hilft. Ihr Partner Dave (rechts) erinnert sich an seine erste Campingreise als Jugendlicher, die gleichzeitig auch die schönste und abenteuerlichste war. Mit drei Freunden ist er über mehrere Tage von Utrecht mit dem Fahrrad nach Gerolstein zum Zelten gefahren: "Das war sehr schön! Drei Freunde, Bier trinken. Zum ersten Mal ohne Eltern - das ist immer gut." Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen
Die erste Campingreise von Eric (rechts) und seiner Familie, als der älteste Sohn noch ganz klein war, ging gehörig schief: Der Zeltanhänger brach unter ihnen zusammen, sie mussten auf dem Boden schlafen. Dennoch fahren sie seit über zehn Jahren weiter regelmäßg mit dem Zelt auf den Campingplatz. Das nehme auf der Fahrt mit einem kleinen Auto einfach am wenigsten Platz weg. Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen
Auch Vilianas (links) und Berians (rechts) erste gemeinsame Reise als Paar ging schief: Sie hatten zwar ein Zelt dabei - aber nicht die richtigen Stangen dafür. Und dann war auch noch die Luftmatratze kaputt. "Wir haben das aber trotzdem gut gemacht. Es ging viel schief, aber der Urlaub war trotzdem toll", lacht Viliana. Sie war schon als Kind mit ihren Eltern Campen und findet heute die Freiheit für ihre eigenen Kinder auf dem Campingplatz toll. Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen
Die schönsten Campingurlaube hatten Jozé (links) und Ko (rechts) aus der Nähe von Zandvoort als ihre Kinder noch klein waren: "Das waren die Reisen in den Süden. Wir waren im Meer schwimmen. Das war das schönste." Auch die abenteuerlichste Reise hatten sie im Süden, Ko erinnert sich noch genau daran: Sie waren auf dem Weg zum Zelten in Frankreich: "Plötzlich wurde der Motor immer heißer, heißer und heißer." Also entschied sich Ko, an der Zollkontrolle nicht stehen zu bleiben, sondern schnell bis zum Campingplatz zu fahren - solange der Motor noch hielt. Die Zollbeamten hätten sich aber nie gemeldet, um zu fragen, was da los war. Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen
Pjottr (rechts) erinnert sich noch genau an seinen ersten Campingurlaub mit drei Jahren in Frankreich: "Da haben meine Eltern mich mit einer Münze in der Faust zum Einkaufen geschickt und ich musste sagen: Deux pains, s'il vous plait. Seitdem liebe ich Sprachen." Als er seine Frau Marja (links) kennenlernte, war ihm aber klar, dass er öfter Urlaub im Hotel machen müsste. Marja kennt Camping nicht aus der Kindheit, deshalb übernachten sie immer in einem der Bungalows auf dem Felsenhof. Mit dem Camping verbindet Pjottr die Atmosphäre: "Freiheit und Wärme. Ich konnte machen, was ich wollte. Wir haben immer am Wasser gecampt. Ich fand es wunderbar, mit einem Luftkissen ewig hin- und herzupaddeln. Anna-Carina Blessmann Bild in Detailansicht öffnen

Noch so eine Geschichte: Martin kam schon als Kind mit seiner Familie auf den Felsenhof zum Campen. Als Jugendliche lernten er und Karin sich dann kennen, feierten Grillfeste oder arbeiteten bei der Animation mit, erzählt sie: "Irgendwann ist er hier hängengeblieben." Die schönste Hochzeit, die auf dem Campingplatz gefeiert wurde, war dann auch ihre eigene.

Auch ihr Großvater, ein geschäftstüchtiger Mann, kam aus Holland: "Der hat eigentlich mit einer Schubkarre angefangen. Damit hat er bei einem Bauern gearbeitet." Der Großvater arbeitete sich hoch und verkaufte Zelte, wodurch auch die Idee entstand, mit Campingplätzen ein Geschäft zu machen. 1961 fand er dann das Grundstück in Gerolstein und seitdem ist es in Familienbesitz.

Familientradition wird wahrscheinlich fortgeführt

Heute wird auf dem Felsenhof Kinderanimation angeboten, es gibt einen Streichelzoo mit Esel und Ziegen und einen Kinderpool. Und die Nachfolge für Karin van Rooijen und ihren Mann ist auch schon so gut wie gesichert, sagt sie: "In den Ferienzeiten helfen unsere drei Töchter schon in der Animation oder der Gaststätte aus. Und sie sind mit Leidenschaft dabei."

Auf dem Felsenhof kann man nicht nur seinen Camper abstellen, sondern auch ein paar Tiere streicheln. (Foto: SWR, Anna-Carina Blessmann)
Auf dem Felsenhof kann man nicht nur seinen Camper abstellen, sondern auch ein paar Tiere streicheln. Anna-Carina Blessmann

Ob eine der drei oder alle tatsächlich irgendwann den Betrieb übernehmen, sei eine Perspektive, müsse aber nicht sein: "Wir zwingen unsere Töchter nicht dazu. Was wir hier machen, das muss man schon mit Herzblut machen."

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