STAND

Entschädigungszahlungen für Missbrauchsopfer werden im Bistum Trier nicht aus Kirchensteuermitteln, sondern aus Rücklagen des Bischöflichen Stuhls gezahlt. Das stellte der Generalvikar im Bistum Trier, von Plettenberg, heute klar.

"Die Vorgaben, die die Deutsche Bischofskonferenz bezüglich unabhängiger Aufarbeitung, Beteiligung der Betroffenen und Entschädigungszahlungen aufstellen wird, werden auch im Bistum Trier umgesetzt", sagte von Plettenberg auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Geschäftsberichts des Bistums Trier. Entschädigungszahlungen werden demnach im Bistum Trier wie bisher nicht aus Kirchensteuermitteln, sondern aus Rücklagen des Bischöflichen Stuhls gezahlt.

Ackermann im SWR: "Wir prüfen Finanzierung"

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann sagte in einem SWR-Interview Anfang Januar, das Bistum werde in den nächsten Monaten prüfen, wie die Entschädigungszahlungen für Missbrauchsopfer finanziert werden sollen. Ob dafür auch Einnahmen aus der Kirchensteuer verwendet werden, ließ Ackermann in dem Interview offen. Eine unabhängige Arbeitsgruppe hatte bis zu 400.000 Euro pro Opfer vorgeschlagen. Seit 2010 hat das Bistum Trier 105 Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester entschädigt. Im Schnitt bekamen die Opfer 5.000 Euro.

Bistum erwartet Millionen-Verlust

Das Bistum Trier erwartet trotz steigender Kirchensteuer-Einnahmen in diesem Jahr einen Verlust von rund 22 Millionen Euro. Grund seien vor allem die niedrigen Zinsen. Deshalb müsse beispielsweise für Pensionen und Beihilfen der Mitarbeiter mehr Geld aus den Rücklagen genommen werden.

Das Bistum rechnet damit, dass diese Rücklagen künftig stark zurückgehen - durch sinkende Kirchensteuereinnahmen. Man gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. So müsse man in 15 Jahren mit etwa einem Drittel weniger Geld auskommen.

STAND
AUTOR/IN