Stadtmuseum Simeonstift

Eine Gemäldegalerie für Trier

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Was die Londoner mit ihrer National Gallery können, das kann Trier auch: In einer neuen Gemäldegalerie zeigt das Stadtmuseum Simeonstift Maler und Bildhauer, die in der Region Trier gelebt und gearbeitet haben.

Ein Porträt einer schick gekleideten Frau hängt im Stadtmuseum an der Wand.  (Foto: SWR)
Egal, ob Porträts wie dieses, Landschaftsmalereien oder Stillleben - Triers Gemäldegalerie hat alles, was das Herz eines jeden Kunstbegeisterten begehrt. Da die Corona-Pandemie die Planung neuer Ausstellungen schwierig mache, habe man sich am Bestand des Museums orientiert und die Gemäldegalerie wiederbelebt, heißt es von Seiten des Stadtmuseums. Schon 2008 hatte es eine ähnliche Ausstellung gegeben, die sehr gut angekommen sei.
Nicht nur Malerinnen und Maler sind ausgestellt, auch einige Bildhauer haben es in die Trierer Gemäldegalerie geschafft. Die Skulptur einer Sphinx wurde von Ferdinand Tietz gefertigt. Von ihm stammen auch die Skulpturen im Trierer Palastgarten.
Sie war das Topmodel ihrer Zeit: Die junge Italienerin Vittoria Caldoni wurde in bescheidene Verhältnisse geboren, verdiente als beliebtes Modell für die italienische Kunstszene allerdings irgendwann so viel Geld, dass sie ihrer Familie ein größeres Haus kaufen konnte. Hier hat sie für Josef Settegast Modell gesessen.
Restaurator Dimitri Scher arbeitet in der Trierer Gemäldegalerie an einem alten Bilderrahmen. Besucherinnen und Besucher der Ausstellung können ihm dabei live über die Schulter schauen. Stadtmuseum Simeonstift Trier
Auf der linken Seite liegt noch alte Farbe und der Staub von Jahrhunderten über dem Bild. Rechts hat ein Restaurator bereits feinste Beschädigungen am Bild freigelegt. Auch das zeigt das Stadtmuseum in seiner Gemäldegalerie, denn die Besucherinnen und Besucher sollen auch einen Einblick in die Geschichte der Bilder bekommen.
Heute ist das Bild gerahmt, doch ursprünglich war es Teil eines großen Fresko im Haus eines Trierer Weinhändlers in der Dietrichstraße. Deshalb handelt es sich hier auch nicht um Öl auf Leinwand, sondern um eine schwere Steinplatte. Nach der französischen Revolution war es erstmals auch reichen Bürgern gestattet, ihre Häuser mit solchen Arbeiten zu schmücken. Triers erster Ehrenbürger Johann Anton Ramboux machte daraus ein lukratives Geschäft.
Museumspädagogik in Aktion: Vor allem Kinder sollen ein Gefühl dafür bekommen, wie Malerinnen und Maler ihre Bilder gestalten und worauf sie bei der Bildkomposition achten. Wie ginge das besser, als selbst ein Bild zusammenzusetzen?
Noch bis Frühjahr 2022 können Interessierte die Gemäldegalerie im Stadtmuseum Simeonstift besuchen und in die Trierer Kunstszene des 18. und 19. Jahrhunderts eintauchen.
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