30 Milliarden Euro für Flutopfer

So reagieren die Betroffenen in der Region Trier

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Ein Mann zeigt an seiner Treppe, wie hoch das Wasser in seinem Haus stand.  (Foto: SWR)
Dirk Paulus aus Kordel zeigt am Treppengeländer, wie hoch das Wasser bei ihm im Haus stand. "Versichert waren wir zu dem Zeitpunkt leider nicht, die Reparaturen zahlen wir jetzt aus Eigenleistung. Von der Verbandsgemeinde und dem Land haben wir ja schon Zuschüsse bekommen, damit kommt man wenigstens ein bisschen weiter. Aber was mir besonders am Herzen liegen würde, ist da vielleicht mehr finanzielle Mittel in Vorsorge zu stecken, um zukünftige Hochwasser besser ableiten zu können."
Das Haus von Harald Jeckel in Irrel steht direkt an der Prüm, die Fenster sind jetzt mit Spanplatten abgedichtet. "Es haben nur noch ein, zwei Treppenstufen gefehlt, dann hätte das Wasser auch im zweiten Stock gestanden. Zum Glück kommen wir schon irgendwie klar, natürlich ist die Hilfe mehr als willkommen. Aber den Wertverlust des Hauses, wenn jetzt nochmal so ein Wasser käme und man es verkaufen will, den kann man ja gar nicht kalkulieren. Da drüber wird ja gar nicht geredet."
Andreea Badila lebt erst seit einigen Jahren in Kordel. Ihr Keller ist während des Hochwassers vollgelaufen. "Die Leute brauchen auf jeden Fall viel Geld. Ich habe mitgekriegt, dass viele keine Versicherung haben. Die haben nichts mehr. Wir haben auch all diese Formulare ausgefüllt, aber ich kann mich gar nicht beschweren. Wir haben nicht so viele Sachen in unserem Keller gehabt, aber andere Menschen... Für die wäre das sehr hilfreich."
Roswitha Wallig hat in Holsthum bei den Aufräumarbeiten geholfen. Das Hilfspaket sei jetzt wichtig, aber: "Es ist halt die Frage, wird es gerecht verteilt? Kriegen die Leute, die stark betroffen sind und keine Versicherung haben, mehr als diejenigen, die schon alles von der Versicherung zurückbekommen? Da sind dann vielleicht Leute dabei, die haben sich dann einmal ein Haus geleistet, leben aber ansonsten am Existenzminimum und haben vielleicht auch deshalb gar keine Versicherung."
Angelika und Ralf Schrauf haben lange um eine Elementarschadenversicherung gekämpft. Seit zwei Jahren haben sie nun eine. "Ich hätte vor allem die Bitte an diejenigen, die Gesetze machen, dass diese Versicherung für jeden möglich ist. Das sollte man auf alle verteilen, vor Starkregenereignissen ist niemand geschützt. Ich bin froh, dass ich jetzt eine habe, aber ein paar Sachen sind verloren, die haben ideellen Wert, alte Möbelstücke von meiner Oma, Fotoalben. Das kann einem niemand ersetzen."
Christa Siemer beherbergt zurzeit ihre Tochter, deren Mann und ihre drei Enkelkinder, nachdem ihr Haus überflutet wurde. "Spenden sind eingegangen, aber es fehlt immer noch. Diese Hilfen sind dringend nötig. Ich weiß nicht, ob es reicht, wir haben keinen Metzger mehr, kein Altenheim, die Bahnstrecke, der Kindergarten, das muss alles neu gemacht werden."
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