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Unter der Corona-Pandemie leidet die gesamte Kulturbranche. Künstler, Kinos, Theater – viele sind in Not. Die es können, schauen auf die Zeit nach Corona. Wie die Museen in Trier, die trotz Pandemie ihre große Sonderausstellung im nächsten Jahr zum Untergang des Römischen Reiches planen.

Marcus Reuter läuft durch die Ausstellungsräume des Rheinischen Landesmuseums in Trier. Der Direktor des Museums bleibt vor der Büste des römischen Kaisers Gratian stehen. Am Ende des 4. Jahrhunderts war er Herrscher im Westen des Römischen Reiches. Der Büste fehlt die Nase, die vergangenen Jahrhunderte habe ihre Spuren an dem steinernen Bildnis hinterlassen. Symbolisch für den Untergang des Römischen Reiches, erläutert Museumsdirektor Reuter. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Sonderausstellung.

Sonderausstellung in verschiedenen Museen

Insgesamt drei Trierer Museen widmen sich vom 25. Juni bis 27. November 2022 dem großen Rätsel: Warum ist das Römische Reich untergegangen? Es sei das erste Mal, dass dieser Frage in einer Ausstellung nachgegangen werde, so die Macher. Die Ausstellung ist eine Kooperation der Trierer Museen. Deshalb wird das vielseitige Thema aus historischer Sicht im Rheinischen Landesmuseum, aus christlicher Sicht im Museum am Dom und aus kulturhistorischer Sicht im Stadtmuseum Simeonstift Trier thematisiert.

Die zentrale historische Ausstellung ist im Rheinischen Landesmuseum zu sehen. Zeitlich liege der Fokus auf den Ereignissen vom 4. bis 5. Jahrhundert, die das Ende des Imperiums brachten, das einst von Britannien bis Nordafrika sowie von Spanien bis Syrien reichte. Es gebe Hunderte Theorien zum Niedergang des Römischen Reiches, sagte Reuter. Die Ausstellung soll einen Eindruck vom Zerfall des Imperiums und seinen Ursachen darstellen.  

Vorbereitungen im Zeitplan

Im Juni 2022 soll die große Sonderausstellung eröffnet werden. Trotz der Pandemie liegen die Vorbereitungen im Zeitplan, sagte Marcus Reuter. Die Anfragen für die Ausleihe der Exponate seien zum großen Teil abgeschlossen. Viele Zusagen gebe es bereits, so der Museumsleiter. Natürlich sei Corona eine Herausforderung für die Organisation der Ausstellung.

"Es ist vieles anders. Es ist manches auch etwas komplizierter und langwieriger geworden. Corona hat uns aber nicht zurückgeworfen. Es hat uns eher gefordert, kreativ zu werden, neue Wege zu gehen."

Marcus Reuter, Leiter Rheinisches Landesmuseum Trier

Verhandlungen über die Exponate mit anderen Museen würden jetzt über Video- und Telefonschalten oder schriftliche Anfragen erfolgen, statt des direkten Kontaktes vor Ort. Das sei für viele Leihgeber eine große Umstellung. Der Museumsleiter ist sich aber sicher, dass die Sonderausstellung wie geplant Ende Juni 2022 eröffnen könne.  

Exponate aus 20 Ländern in der Sonderausstellung

Insgesamt sollen 400 Exponate aus 20 verschiedenen Ländern gezeigt werden. Darunter seien namhafte Museen, die zu dem Thema „Spitzenfunde“ hätten, so Reuter. Darunter seien Stücke wie zum Beispiel aus dem Louvre in Paris, dem British Museum, den Vatikanischen Museen in Rom oder dem Kunsthistorischen Museum Wien. Um welche Ausstellungsstücke es sich dabei genau handelt, soll erst kurz vor der Eröffnung bekannt gegeben werden.

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