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Ausbildung, Vorstellungsgespräche und Berufsschule. Alles ist anders in Corona-Zeiten. Das stellt Ausbildungsbetriebe und Auszubildende vor Herausforderungen.

Corona macht es den Ausbildungsbetrieben nicht leicht. Die meisten haben ohnehin Probleme, Auszubildende zu finden, was durch Corona nun noch verschärft wird.

Verunsicherung bei den Auszubildenden

Alexandra Ulrich von der Bitburger Braugruppe kann ein Lied davon singen, dass Corona die Suche nach Auszubildenden erschwert hat. Sie arbeitet dort im Personalwesen. Dass sämtliche Ausbildungsmessen und Schulbesuche weggefallen sind, habe dazu geführt, dass dem Betrieb nur eingeschränkte Möglichkeiten blieben, um die potentiellen Auszubildenden zu informieren.

Normalerweise biete der Betrieb im Jahr zwischen 80 und 100 Praktika an. Doch seit Februar 2020 ist auch das auf Eis gelegt. Ohne Praktika sei es, beispielsweise in den Spezialberufen Brauer und Melzer, für viele Jugendliche nur schwer herauszufinden, ob ein Job wirklich etwas für sie ist. Das führe auch bei vielen zu Verunsicherung.

„Es ist schwierig, wenn sich junge Leute in das Abenteuer Berufswelt stürzen und sie gar keine Erfahrungen sammeln können, um sich zu entscheiden.“

Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat die Bitburger Braugruppe eine eigene Online-Messe, den sogenannten Azubi-Day, ins Leben gerufen. Der nächste findet Anfang Juli statt. Dabei stellt die Firma ihre Ausbildungsberufe vor.

Vorstellungsgespräche digital

Es sei nicht nur schwer gewesen, die potentiellen Auszubildenden zu erreichen, sondern auch Vorstellungsgespräche zu führen, sei eine Herausforderung gewesen. Verschiedenen Bewerbern sei es schwer gefallen, sich so zu präsentieren, wie sie es vielleicht in einem persönlichen Gespräch getan hätten. Zudem sei vielen auch nicht bewusst gewesen, wie sie sich auf das digitale Vorstellungsgespräch vorbereiten sollen. Manche hätten sich zum Beispiel keine Gedanken um den Hintergrund gemacht, erzählt Alexandra Ulrich.

"Da haben wir die lustigsten Sachen gesehen. Da ist auch schonmal das unaufgeräumte Zimmer zu sehen gewesen."

Auch praktische Übungen bei den Bewerbungsgesprächen fielen nun weg, bei denen die Fähigkeiten der Bewerber und Bewerberinnen getestet werden konnten. Viele von ihren angehenden Auszubildenden hätten sie noch gar nicht persönlich kennengelernt, sagt Ulrich.

Auszubildender: Angst vor dem, was kommt

Niklas Pimpel macht eine Ausbildung zum technischen Systemplaner im Bereich Versorgungstechnik und technische Gebäudeausrüstung bei der Firma Paul Wirtz in Trier. Corona hatte auch bei ihm zu Verunsicherungen geführt. Er habe sich große Gedanken darüber gemacht, ob er denn wirklich zum nächsten Jahr einen Ausbildungsplatz habe, erzählt Niklas Pimpel. Vor allem, weil er sich nicht sicher war, was er genau machen wollte.

Er war froh, als er dann im Februar ein Praktikum in seinem jetzigen Ausbildungsbetrieb machen konnte, um sich dann sicher zu sein, dass das auch wirklich das Richtige ist. Er habe sich bei vielen Betrieben beworben. Von einigen sei gar keine Rückmeldung gekommen.

"Ich bin froh, dass ich diesen Ausbildungsplatz nun habe. So macht mir Corona keinen Strich durch die Rechnung."

Ob der Berufsschulunterricht online oder in Präsenz stattfinden wird, weiß Niklas Pimpel noch nicht. Auch, ob es Blockunterricht geben wird, weiß er noch nicht. Das verunsichere, sagt er.

Präsenz-Arbeit trotz Corona

Trotz Corona arbeitet Niklas Pimpel, wie die meisten im Betrieb, in Präsenz und nicht im Homeoffice. Das sei auch nicht anders möglich, sagt er. Denn viele Abläufe gingen deutlich schneller und effektiver, wenn die Wege nicht weit sind.

"Es fehlt schon, dass man zusammenstehen kann. Der soziale Austausch leidet schon. Aber solang man noch andere Menschen sehen kann, ist alles gut."

Dennoch gelten strenge Corona-Regeln im Büro. Wer nicht an seinem Platz ist, müsse die Maske anziehen. Außerdem müssten die Sicherheitsabstände eingehalten werden.

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