STAND

In Trier hat am Mittwoch ein vom Bistum Trier ernannter Ausschuss seinen Zwischenbericht zur Gewalt am ehemaligen bischöflichen Internat Albertinum in Gerolstein veröffentlicht. Demnach sollen acht männliche Mitarbeiter Gewalt gegen Schüler ausgeübt haben. Drei davon waren Priester.

Video herunterladen (5,5 MB | MP4)

Dem Bericht zufolge wurde gegenüber den Schülern physische, psychische und sexuelle Gewalt ausgeübt. So hätten die Schüler heftige Ohrfeigen bekommen oder seien mit einem Stock geschlagen worden.

Schüler wurden unsittlich berührt

In der Studie wird ausgeführt, dass die Schüler zur Strafe beispielsweise in einer Telefonzelle eingesperrt wurden. Das Internat hätten sie zudem nur am Wochenende für wenige Stunden verlassen dürfen. Außerdem berichteten die Betroffenen davon, dass sie von Mitarbeitern unsittlich berührt und zu sexuellen Handlungen gezwungen wurden. Die Studie umfasst insgesamt 32 Berichte von ehemaligen Schülern.

Unabhängiger Ausschuss soll Fälle aufklären

Das Bistum Trier hat vor einem Jahr einen Ausschuss benannt, der körperliche und sexualisierte Gewalt in den Jahren 1945 bis 1982 am Albertinum in Gerolstein aufklären soll. Nach Angaben des Bistums hat es an dem bischöflichen Internat mehrere Fälle von körperlicher und sexualisierter Gewalt an Schülern gegeben. Bischof Ackermann sagte, dass es schon vor Jahren Hinweise zu Gewalt an dem Internat gegeben habe. Erst 2018 habe man aber erkannt, dass es sich nicht um Einzelfälle gehandelt habe.

Aufklärung soll zwei Jahre dauern

Vor einem Jahr hat das Projekt zur Aufarbeitung in Trier offiziell begonnen. Der Ausschuss wird von einer Erziehungswissenschaftlerin und einer Rechtsanwältin geleitet. Laut Bistum sind auch Betroffene in dem Ausschuss. Insgesamt zwei Jahre soll die Aufarbeitung der Fälle an dem ehemaligen Gerolsteiner Internat dauern. Das Albertinum in Gerolstein bestand von 1945 bis 1982.

STAND
AUTOR/IN