STAND

Ein Arzt muss sich ab Dienstag vor dem Trierer Landgericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Laut Anklage, soll er Fehler bei der Behandlung gemacht und somit den Tod einer jungen Frau verursacht haben.

Der Mediziner habe 2012 eine damals 19-Jährige im Krankenhaus Hermeskeil behandelt. Die junge Frau habe starken Husten, Atemnot und eine Schwellung am Hals gehabt.

Beim Prozess zur fahrlässigen Tötung am Trierer Landgericht hat der angeklagte Arzt ausgesagt. (Foto: SWR)
Der angeklagte Arzt vor dem Landgericht Trier.

Keinen Luftröhrenschnitt gemacht?

Die Patientin habe während der Behandlung so starke innere Blutungen bekommen, dass sie bewusstlos geworden sei, so die Staatsanwaltschaft. Zwar habe der Arzt noch versucht, sie zu reanimieren. Das sei aber fehlgeschlagen. Dabei habe sich dann herausgestellt, dass der Arzt keinen Luftröhrenschnitt bei der Frau gemacht habe, um ihre Beatmung sicherzustellen, so die Staatsanwaltschaft.

"So gehandelt, wie ich es gelernt habe"

Der angeklagte Mediziner beteuerte im Prozess, er habe so gehandelt, wie er es gelernt habe. Er habe bei der Patientin Drainagen ohne Komplikationen legen können. Dabei habe er nicht feststellen können, dass bei den Eingriffen innere Verletzungen entstanden seien. Außerdem habe er bei der Behandlung auch nicht grob oder mit Gewalt gehandelt.

Der Arzt betonte, die Patientin sei nach der Behandlung stabil gewesen und habe keine Schmerzen gehabt. In der Nacht habe er den Zustand der Patientin mehrfach kontrolliert. Dieser sei aber unbedenklich gewesen.

Staatsanwaltschaft ermittelte bereits

Schon 2012 habe die Staatsanwaltschaft in dem Fall ermittelt, dann aber nach zwei Jahren die Ermittlungen eingestellt, da sie nicht nachweisen konnte, dass der Arzt den Tod durch falsches Handeln verursacht hatte, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Trier. Damals hätten die Angehörigen Beschwerde eingelegt und Recht bekommen. Neue Gutachten hätten gezeigt, dass der Tod der Frau durch Fehler bei der Behandlung verursacht worden sei.

Medizin Behandlungsfehler: Stich ins Gehirn

Fehler im OP können schnell in Katastrophen enden. Ein Kommunikationsfehler zwischen zwei Ärzten bei einer Routine-Operation hatte für einen jungen Mann fatale Folgen.  mehr...

odysso - Wissen im SWR SWR Fernsehen

Medizin Ärztepfusch vertuscht

Ärzte, Pflegekräfte und Klinikpersonal manipulieren in vielen Fällen Patientenakten, um nach Behandlungsfehlern nicht haften zu müssen. Verbraucherschützer, Patientenanwälte und Gesundheitspolitiker fordern daher Änderungen am geplanten Patientenrechtegesetz.  mehr...

STAND
AUTOR/IN