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Schnell mal rüber: Weil Friseure in Rheinland-Pfalz seit Mittwoch geschlossen sind, versuchen viele Menschen aus Trier einen Termin beim Friseur in Luxemburg zu bekommen. Denn dort sind die Salons weiter offen.

Das Telefon im "Salon Creativ" in der Grand-Rue in Wasserbillig klingelt und klingelt. Nur knapp 500 Meter liegt der Friseursalon von Anja Meyer von der deutsch-luxemburgischen Grenze entfernt. Aus Trier ist man mit dem Auto in gut zehn Minuten hier. Das macht sich in dieser Woche besonders bemerkbar, denn viele wollen vor Weihnachten nochmal die Haare tönen, Stränchen machen lassen oder sich einen Kurzhaarschnitt verpassen.

In Trier stehen die Menschen vor verschlossenen Türen: Wegen der Corona-Pandemie müssen die Friseursalons in Rheinland-Pfalz geschlossen bleiben. Daher fahren viele zum Haare schneiden über die Grenze ins Großherzogtum.

"Am Montag hatte ich noch meinen freien Tag und da ging es auf meinem privaten Handy schon los."

Friseurin Anja Meyer aus Wasserbillig/Luxemburg

Telefon klingelt den ganzen Tag

"Das Telefon klingelt den ganzen Tag", sagt Anja Meyer. Viele Stammkunden aus Deutschland wollten auch noch für Freunde oder Verwandte einen Termin vereinbaren. "Das wird in den nächsten Tagen wohl so weitergehen", vermutet die Friseurin aus Wasserbillig.

Auch andere Friseure in Luxemburg verzeichnen eine stark gestiegene Nachfrage. Das hat eine SWR-Umfrage am Donnerstag bei verschiedenen Friseuren ergeben. Vor allem in Salons in Grenznähe ist demnach "deutlich mehr los", hieß es von den Betreibern.

Ansturm auf Friseure in Luxemburg (Foto: SWR)
Anja Meyer hat in ihrem Friseursalon in Wasserbillig derzeit viel zu tun.

Schon im Frühjahr starke Nachfrage

Friseurin Anja Meyer konnte schon im Frühjahr viele neue Kunden für ihren Salon in Wasserbillig gewinnen, vor allem aus Luxemburg selbst. Viele Menschen wollten die Fahrten in Orte mit höheren Corona-Fallzahlen nicht riskieren, sagt sie. Wasserbillig hat im Vergleich zu anderen Regionen vor allem im Süden Luxemburgs weniger Corona-Fälle. Jetzt kommen auch noch die vielen neuen Kunden aus Deutschland hinzu. Anja Meyer konnte die hohe Anzahl der Neuanfragen nach eigenen Angaben bisher "zum Glück problemlos" bewältigen.

"Meine sieben Mitarbeiter sind sehr flexibel."

Friseurin Anja Meyer aus Wasserbillig/Luxemburg

Sie habe auch Teilzeitkräfte, die sie jederzeit aufstocken könne, so Meyer. Darüber sei sie sehr dankbar. Die Mitarbeiterinnen kämen auch ein, zwei Tage zusätzlich arbeiten und blieben auch mal länger. "Da ist keiner dabei, der sagt: Ich kann nicht."

"Menschen wollen sich was Gutes tun"

Dass jetzt so viele Deutsche zum Friseur über die Grenze nach Luxemburg fahren, liegt für Friseurin Meyer aber nicht nur daran, dass viele für Weihnachten eine tolle Frisur haben wollen. Es gebe auch noch einen anderen Grund: Die Menschen wollen sich ihrer Meinung nach generell mal etwas Gutes tun. "Jetzt sind unsere Restaurants zu, wo viele gesagt haben, ich gönne mir was, ich gehe essen. So kann jetzt der Friseur in Luxemburg zu solch einem 'Wohlgefühl' beitragen."

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