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Während der Corona-Pandemie gehen wieder viele Menschen an der Mosel angeln. Was sind die Gründe für den Angel-Boom?

Von wegen Nischensport: Angeln ist wieder im Trend. Das merkt auch Petra Beucher aus Bernkastel-Wehlen. Sie hat ihren Angler-Laden vor 20 Jahren eröffnet. Zuerst führte sie nur die nötigsten Utensilien für Angler - mittlerweile hat sie tausende Dinge an Zubehör im Sortiment.

Sie merkt allein anhand der Nachfrage im Geschäft nach Angelruten und Ködern, dass mehr Leute angeln gehen. Sowohl Einheimische als auch Touristen. Viele, die schon als Kinder geangelt hätten, fänden jetzt zum Hobby zurück.

Urlauber lernen Mosel zum Angeln schätzen

Dazu kämen viele Touristen. Schon im vergangenen Sommer hätten viele Urlauber, vor allem aus Bayern, den Anglertreff aufgesucht. Es seien mindestens 50 Prozent mehr Urlauber als in "sonstigen" Jahren gekommen.

Darunter auch Menschen, die normalerweise nicht an die Mosel kämen. Und Petra Beucher hörte immer nur: "Mein Gott, was ist die Mosel so schön, was kann man hier toll sitzen. Wir kommen auf jeden Fall wieder."

Während der Corona-Pandemie gehen wieder viele Menschen an der Mosel angeln. (Foto: SWR)
Petra Beucher im Wehlener Anglertreff verkauft Angelruten in fast allen Stärken und Längen. Bild in Detailansicht öffnen
Anglerbedarf: Jigköpfe gibt es in unterschiedlichsten Größen und Gewichten. Bild in Detailansicht öffnen
Artikel im Wehlener Anglertreff: Köder für Forellen und Boillies für Karpfen. Bild in Detailansicht öffnen
Petra Beucher hält die Maden im Wehlener Anglertreff immer trocken und kühl. Bild in Detailansicht öffnen

Andere Fische in der Mosel

Allerdings seien manche Fischarten jetzt schwieriger zu fangen als früher. Ein Grund dafür: Die Schwarzmundgrundel. Sie ist eingewandert und verdrängt heimische Arten. Allerdings sei das für Angler, die auf Raubfische aus seien von Vorteil. Denn die Raubfische ernährten sich auch von der Grundel - und davon gebe es reichlich, berichtet auch Angler Hans-Albert Ostermeier aus Piesport.

Petra Beucher vom Angler-Laden in Bernakstel-Wehlen hält die Mosel immer noch für einen wunderbaren Ort zum Angeln. Bei ihr in Wehlen - wo auch ihr Mann oft angele - könne man im Oberstau angeln. Das ist ein ganz ruhiges Gewässer. Das fühle sich fast an wie ein kleiner See.

Unterhalb der Mosel-Schleuse sei ein schnelles Wasser, dort gebe es wieder ein anderes Fisch-Angebot, sagt Beucher. "Da fängst du Barben, da fängst Du eher einen Raubfisch als in einem stillen Wasser."

"Es ist wunderbar, wenn Du hier sitzt und angelst. Du siehst die Weinberge auf der anderen Moselseite. Du hast die Ruhe - und Du fängst Fisch".

Angeln: Ein Hobby für fast jedes Alter

Auch im Sportfischerverein 1965 Wehlen ist Petra Beucher seit Jahren engagiert - seit 15 Jahren ist sie die Vorsitzende. Dort allerdings merke sie von dem Boom noch wenig - die Mitgliederzahl sei eher konstant.

Sie vermutet, dass nicht mehr so viele Menschen Verantwortung in einem Verein übernehmen wollten. Trotzdem ist sie froh, dass insgesamt der Angel-Trend anhalte. "Das zeigt doch, dass es wieder mehr Menschen in die Natur zieht."

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