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Ali Jokar arbeitete am Dienstag in einem Imbiss in der Fußgängerzone, als der Geländewagen vorbeiraste. Im SWR erzählt er, wie er die ersten Minuten nach der Todesfahrt erlebt hat.

Ali Jokar bediente am frühen Dienstagnachmittag gerade einen Kunden, als er den Wagen des Amokfahrers herannahen hört. Ihm ist sofort klar: Hier passiert gerade etwas Schlimmes. Jokar rennt sofort auf die Simeonstraße und will helfen.

"Dieser Moment in meinem Kopf. Ich dachte nur: helfen! Wir sind jetzt alle eine Familie."

Ali Jokar erkennt seinen Zahnarzt

Er habe geholfen, bis Krankenwagen und Polizei vor Ort waren, erzählt Jokar dem SWR. Er ist einer von fast 200 Menschen, die sofort zur Stelle waren, um die Verletzten in der Trierer Innenstadt zu versorgen. Als Ali Jokar den am Boden liegenden Mann sieht, muss er feststellen: Er schaut in ein bekanntes Gesicht. Es ist sein Zahnarzt. "Ein anderer Helfer hat mir gesagt, er kann nicht atmen. Wir haben sein Jackett aufgemacht und ein bisschen geholfen. Dann kam der Arzt und sagte, er sei tot."

Ein Schock für den Ersthelfer

Für Ali Jokar ist das ein Schock, denn er kennt auch die Familie des Zahnarztes und erinnert sich an frühere Begegnungen: "Ich sehe sein Kind, ich sehe seine Frau. Jeden Tag kamen die zu uns, um etwas zu Trinken oder zu Essen."

Amokfahrt Trier: Ersthelfer Ali Jokar (Foto: SWR)
Ali Jokar arbeitet in einem Imbiss in der Simeonstraße in Trier

Sorge um Mutter und kleinen Sohn

Neben dem Vater wird auch die neun Wochen alte Tochter bei der Amokfahrt getötet. Ali Jokar macht sich jetzt vor allem Sorgen um die Mutter und den eineinhalb Jahre alten Sohn, die beide verletzt im Krankenhaus liegen.

Als am Donnerstag in Trier die Glocken zur Schweigeminute läuten, ist Ali Jokar schon wieder bei der Arbeit in der Innenstadt - dort, wo alles passiert ist. Einfach ist das für ihn nicht.

"Ich kann nicht gut schlafen. Ich will schlafen, aber ich sehe diese Leute weinen, dieses Blut auf dem Boden."

Er brauche Zeit, sagt Ali Jokar. "Aber nicht nur ich brauche Zeit, viele Leute in der Stadt mussten das mit ansehen. Diese Leute gehen jetzt spazieren in der Stadt und schauen nach hinten, vielleicht kommt wieder ein Auto. Wir brauchen Zeit."

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