STAND

Die Weinlese an Mosel, Saar und Ruwer kann in diesem Jahr womöglich schon Mitte September beginnen. Nach Angaben eines Experten vom DLR schreitet die Entwicklung der Trauben so schnell voran, wie er es noch nie erlebt hat.

Die Bedingungen bisher seien gut gewesen. Keine Unwetter, kaum Krankheiten - das gute Wetter der vergangenen Wochen spiele den Winzern in die Hände.

In der Weinlage Kinheimer Hubertuslay hat auch Winzer Florian Ames seinen Weinberg. Der 20-Jährige, dessen Familie seit drei Generationen ein Weingut führt, ist frischgebackener Winzer.

Winzer aus Leidenschaft

Vor knapp zwei Monaten hat er die Prüfung zum Winzergesellen abgelegt. Dass er diesen Weg gehen wird, war für ihn eigentlich schon immer klar, sagt er: "Ich bin als Kind schon immer im Keller mitgelaufen, und im Herbst war ich auch immer im Weinberg dabei. Ich habe da einfach meine Passion gefunden, und für mich gab es nichts anderes".

Wir arbeiten hier, wo andere Urlaub machen. Andere bezahlen viel Geld dafür, um so einen Ausblick zu haben, und das muss man auch zu schätzen wissen.

Florian Ames, Winzer aus Kinheim

Als Winzer arbeitet Florian Ames mit der Natur, kennt ihre guten und schlechten Zeiten. Deswegen, weiß er auch das gute Wetter in diesem Jahr zu schätzen. Ob der 2020er Weinjahrgang ein sogenannter Jahrhundert-Jahrgang wird, kann der Kinheimer Winzer noch nicht beantworten. Dafür sei es noch zu früh. Denn vieles könne bis zur Lese noch schiefgehen, sagt er.

Trauben leiden unter Hitze

Gerade zeigt sich beispielsweise, dass Sonnenschein und heiße Temperaturen auch ihren Nachteil haben. Denn die Hitze macht den Reben von Winzer Ames dann doch etwas zu schaffen:

In den letzten zwei Wochen haben wir wieder gemerkt, dass es sehr warm war. Wir sehen an den Beeren schon wieder teilweise Spuren von Sonnenbrand.

Florian Ames, Winzer aus Kinheim

Ein weiteres Problem: Der fehlende Regen. Seit 2018 kämpften die Weinberge mit der Trockenheit, so der Winzer. Gerade in jüngeren Anlagen, die bis zu zehn Jahre alt sind, seien die Reben noch nicht tief genug in den Boden gewachsen. Die Folge: Wassermangel. Teilweise seien deshalb schon gelbe Blätter an den Reben zu sehen.

Wenn sich Florian Ames jetzt etwas wünschen könnte, dann wäre es etwas Regen. Auch, wenn das den Urlaubern an der Mosel gerade nicht gefallen dürfte.

STAND
AUTOR/IN