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Die Deutsche Bischofskonferenz hat vor zehn Jahren den Trierer Bischof Stephan Ackermann zum Missbrauchsbeauftragten ernannt. Jahrzehntelang hatte die Kirche sexuellen Missbrauch vertuscht.

In der Position als Missbrauchsbeauftragter ist Bischof Stephan Ackermann seitdem dafür zuständig, den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche bundesweit aufzuarbeiten. Seitdem wurde unter anderem eine Studie in Auftrag gegeben, die gezeigt hat, dass sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche jahrzehntelang vertuscht wurde.

Es geht auch um Versetzungen von Priestern

Die Kirche steht bei der geplanten Aufarbeitung des Missbrauchsskandals durch unabhängige Experten vor schmerzlichen Erkenntnissen. Es geht auch um die Frage, ob beispielsweise Priester, bei denen man wusste, dass sie sich strafbar gemacht hatten, einfach versetzt wurden. 2010 war die Kirche vom Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen erschüttert worden. Ackermann kündigte an, die Namen der Verantwortlichen zu nennen.

Einheitliche Aufarbeitung angestrebt

Ackermann zeigt sich optimistisch, dass die Bischöfe im Frühjahr eine "abgestimmte Klarheit" über die unabhängige Aufarbeitung in den 27 Bistümern finden würden. Aus Sicht von Betroffenen habe es vielerorts noch "keine echte Aufklärung und Aufarbeitung" gegeben. Der Sprecher der Opferinitiative "Eckiger Tisch", Matthias Katsch, sagte, es gebe "einige Leuchttürme in der Landschaft" wie das Kloster Ettal und die Regensburger Domspatzen, aber "ansonsten fange es erst an".

Entschädigung muss noch geklärt werden

Auch in der Debatte um Entschädigungen für Opfer müsse eine Lösung gefunden werden, sagte Bischof Ackermann. Er ginge davon aus, dass die Bischöfe ebenfalls im Frühjahr über "eine Weiterentwicklung" des Entschädigungskonzepts entscheiden würden. Wichtig sei Solidarität mit den Opfern. Über die Finanzierung müsse noch gesprochen werden. Unter Bischof Ackermann wurden 105 Opfer von sexuellem Missbrauch aus dem Bistum Trier finanziell entschädigt.

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