Das Exhaus in Trier wird vorübergehend ganz geschlossen - wegen unsicherer Statik und Mängeln im Gebäude. (Foto: SWR, Sonja Schlacht)

Zustand des Gebäudes schlimmer als befürchtet Insolvenzplan der Exhaus-Betreiber geht nicht mehr auf

Die Schließung des Jugendzentrums Exhaus in Trier bringt den bisherigen Finanzplan für die insolventen Betreiber durcheinander. Das Gebäude muss wegen schwerer Schäden geräumt werden.

Ab Mitte 2019 hätte wieder der Konzert- und Veranstaltungsbereich im Exhaus auf vollen Touren laufen sollen - sagte die Insolvenzverwalterin dem SWR. Nun sei aber unklar, wann das Exhaus überhaupt wiedereröffnet werde. Eine mögliche Generalsanierung könne Jahre dauern.

Dauer

Alternative Standorte gesucht

Man werde nun versuchen, alternative Standorte für Konzerte und Veranstaltungen zu finden, weil der Verein auf die Einnahmen angewiesen sei. Erste Zusagen von anderen Kulturvereinen lägen inzwischen vor. Der Exhaus-Verein war durch Brandschutzauflagen und weniger Besucher in eine finanzielle Schieflage geraten. Am Donnerstag kündigte die Stadt Trier an, das Gebäude wegen erheblicher Baumängel zu schließen und zu räumen.

Exhaus in Trier geschlossen - wegen Baumängeln

Der Stadtvorstand Trier hat beschlossen, aus Sicherheitsgründen auch den Nord- und den Südflügel ganz zu schließen - Der Mittelteil ist schon seit Herbst dicht. (Foto: SWR, Sonja Schlacht)
Der Stadtvorstand Trier hat beschlossen, aus Sicherheitsgründen auch den Nord- und den Südflügel ganz zu schließen - Der Mittelteil ist schon seit Herbst dicht. Sonja Schlacht Bild in Detailansicht öffnen
Gravierende Baumängel am Exhaus sind erst im Zuge der laufenden Brandschutzsanierung sichtbar geworden. Sonja Schlacht Bild in Detailansicht öffnen
Bei der Sanierung kamen auch Brandschäden zutage, die nicht fachgerecht behoben wurden. Gebäudewirtschaft Trier Bild in Detailansicht öffnen
Bei Untersuchungen kam zutage: einige Stellen in den Deckenkonstruktionen werden notdürftig mit Backsteinen und Holzkeilen zusammengehalten Gebäudewirtschaft Trier Bild in Detailansicht öffnen
Bisher hinter Wänden verborgen: Dort wurde in der Vergangenheit einfach ein Balken abgesägt. Gebäudewirtschaft Trier Bild in Detailansicht öffnen
Schon im Herbst wurde im Dachgeschoss des Mittelgebäudes ein Pilz entdeckt Susanne Blank Bild in Detailansicht öffnen

Sanierung wegen Brandschutzes

Die Sanierung des Gebäudes Exhaus läuft seit Monaten - weil der Brandschutz erneuert wird. Doch erst jetzt wurden Schäden entdeckt, die richtig gefährlich werden können. Ein Statiker der Stadt Trier sprach von einem Befall mit Hausschwamm. Balken im Dachbereich seien von einem Pilz derart gravierend befallen, dass sie überlastet seien.

Laienhafte Umbaumaßnahmen in vergangenen Jahrzehnten

In einem Geschoss sei zudem vor Jahrzehnten ein Trägerbalken abgesägt worden - man habe Platz für neue Räume schaffen wollen. Dadurch hätten sich Außenwände verschoben. Die Statik sei nicht mehr gewährleistet. In eine Decke seien Steine eingemauert worden - ohne richtigen Halt. Experten sagten, es sei ein Wunder, dass bisher nichts passiert sei.

Schäden erst jetzt entdeckt

Die meisten der schwerwiegenden Schäden seien verdeckt gewesen - durch altes Mauerwerk oder abgehängte Decken. Triers Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) sprach am Donnerstag von einem "Fass ohne Boden". Das bedeute: das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 18. Jahrhundert brauche eine Generalsanierung. Der Dezernent deutete an, dass mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe gerechnet werden müsse.

Folgen noch unabsehbar

Wie viele Konzerte verlegt oder Veranstaltungen verschoben werden müssen - sei noch nicht ganz klar. Viele Folgen - noch unabsehbar. Im Exhaus finden seit vier Jahrzehnten Konzerte statt, außerdem gibt es soziale Projekte und einen Kinderhort.

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