Steinebrück. Der Ort liegt halb in Belgien, halb im Eifelkreis Bitburg-Prüm.  (Foto: SWR, Martin Schmitt)

Zusammenarbeit Deutschland und Ostbelgien In der Eifel Europa leben - jeden Tag

Europa leben - in der Region Trier selbstverständlich. In Steinebrück sind die Beziehungen zum Nachbarn besonders eng: Der Ort liegt halb in Belgien, halb im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Das alte Grenzhäuschen in Steinebrück wirkt wie ein Relikt aus alten Zeiten: Putz bröckelt von den Wänden, an den Fenstern hängen lange, weiße Gardinen. Längst arbeiten dort keine Zöllner mehr. Hubert Tautges, der Bürgermeister von Winterspelt – zu dem Steinebrück gehört – hat noch viele Erinnerungen an die Zeit der Grenzkontrollen. Damals arbeitete er bei der Post. Damals kam er jeden Tag mit dem Postauto zur Grenze.

Steinebrück. Der Ort liegt halb in Belgien, halb im Eifelkreis Bitburg-Prüm.  (Foto: SWR, Martin Schmitt)
Steinebrück. Der Ort liegt halb in Belgien, halb im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Martin Schmitt

"Das war meine Postabladestelle an der Grenze zu Belgien und ich hatte jeden Tag Kontakt mit den Zöllnern und eigentlich sehe ich die jetzt noch dasitzen, wie ich dann da ankam. Aber für uns hat die Grenze eigentlich keine Bedeutung gehabt. Man kannte die Leute in Belgien genauso gut wie in Deutschland. Das war halt eben nur eine Dienststelle wo ich dienstlich hin musste und für mich war das eigentlich keine Grenze.“

Hubert Tautges, Bürgermeister von Winterspelt

Auch geheiratet wurde schon immer grenzüberschreitend. Die Liebe sei immer grenzenlos gewesen. Deutsche und Belgier hätten sich immer gut verstanden.

"In der Gemeinde Winterspelt leben viele Frauen, die aus Belgien stammen oder Männer, die aus Belgien stammen. Mit denen kommt man super gut zurecht, da gibt es überhaupt keinen Unterschied."

Hubert Tautges, Bürgermeister von Winterspelt

Dass sich die Menschen dies- und jenseits der Grenze so gut verstehen, liege auch an der gemeinsamen Sprache: Dem Eifeler Platt. Da könnten die Bürgermeister schnell mal ein Problem auf dem kleinen Dienstweg lösen, sagt Marion Dhur, Bürgermeisterin der ostbelgischen Gemeinde Burg Reuland:

„Wenn wir eine Straßensperrung haben oder wenn man mal schnell was wissen muss, dann hat man die Handynummern und man kontaktiert sich und kann ganz schnell Probleme lösen. Und das ist eigentlich das sehr Positive, dass man nicht über irgendwelche Ämter und Dienste gehen muss und dann 14 Tage warten um dann eine Antwort zu haben.“

Marion Dhur, Bürgermeisterin von Burg Reuland in Ostbelgien
Marion Dhur, Bürgermeisterin der ostbelgischen Gemeinde Burg Reuland: (Foto: SWR, Martin Schmitt)
Marion Dhur, Bürgermeisterin der ostbelgischen Gemeinde Burg Reuland und Hubert Tautges, Bürgermeister von Winterspelt Martin Schmitt

Ein großes Projekt ist erst vor kurzem in die Wege geleitet worden: In Zukunft soll es für die Menschen aus der Eifel und Ostbelgien noch leichter werden, jenseits der Grenze Krankenhäuser und Arztpraxen zu nutzen. Das betrifft zum Beispiel Frauen aus der Eifel, die ihr Kind im Krankenhaus im belgischen St. Vith auf die Welt bringen.

Plädoyer für Europa

Die Bürgermeister von Winterspelt und Burg Reuland hoffen, dass sich an dieser guten Zusammenarbeit auch nach der Europawahl nichts ändert. Sie wünschen sich, dass die Wähler sich für demokratische Parteien entscheiden, die für Europa stehen.

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