Ruine der Adenauervilla bei Duppach in der Vulkaneifel (Foto: SWR, Oliver Kring)

Immobilien-Auktion nicht erlaubt Ebay-Versteigerung von "Adenauer-Villa" geplatzt

Eigentlich sollte die Ruine der "Adenauer-Villa" in der Eifel auf der Auktionsplattform Ebay versteigert werden - doch daraus wird nichts. Und trotzdem geht der Verkauf weiter.

Eine geschichtsträchtige Ruine sollte nach Jahrzehnten des Verfalls den Besitzer wechseln. Ab Heiligabend sollte das Gelände im Wald bei Duppach (Kreis Vulkaneifel), auf dem die Reste der sogenannten Adenauer-Villa stehen, im Online-Aktionshaus Ebay versteigert werden. Eine Solinger Geschäftsfrau hatte das Gebäude, in das der Altkanzler nach einem Korruptionsskandal nie eingezogen war, im Sommer geerbt. Über die Online-Auktionsplattform wollte sie es wieder loswerden. Mit einem Startpreis von einem Euro wurden die Reste der Villa samt Grundstück dort auch eingestellt.

Doch nach wenigen Stunden war das Angebot bereits wieder deaktiviert. Die Versteigerung der Adenauer-Ruine in der Eifel schien geplatzt. "Grundstücke können bei Ebay grundsätzlich nicht versteigert werden", teilte das Unternehmen auf SWR-Anfrage mit. Das Unternehmen verweist auf gesetzliche Regelungen.

Ganz entfernt wurde das Angebot allerdings nicht. Wer sich für den Kauf der Adenauer-Villa interessiert, findet statt einer Versteigerung jetzt ein Inserat auf der Plattform. Dort sind auch die Kontaktdaten der Immobilienfirma eingetragen, die sich um den Verkauf kümmert.

Adenauer-Villa in der Eifel Ruine wird im Internet versteigert

Die Adenauervilla in der Vulkaneifel von innen  (Foto: SWR, Antje Neufing)
Die Adenauer-Villa in der Vulkaneifel (Archivbild 2016) Antje Neufing Bild in Detailansicht öffnen
Die Villa wollte angeblich der Chef eines damals großen deutschen Elektrokonzerns dem Altkanzler als Ruhesitz schenken. Antje Neufing Bild in Detailansicht öffnen
Die Bauarbeiten für die Villa gingen 1955 los. Antje Neufing Bild in Detailansicht öffnen
Im Dorf gab es die wildesten Spekulationen und als bekannt wurde, dass die Villa für die Familie Adenauer gedacht war, wurden die Arbeiten 1956 eingestellt. Antje Neufing Bild in Detailansicht öffnen
1956 war gerade der Rohbau der Villa fertig. Oliver Kring Bild in Detailansicht öffnen
Zu diesem Zeitpunkt muss das Anwesen noch imposant ausgesehen haben. Oliver Kring Bild in Detailansicht öffnen
Der Legende nach war für die Adenauer-Villa im Keller ein Bunker und ein Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach vorgesehen. Von Experten wird dies jedoch bezweifelt. Oliver Kring Bild in Detailansicht öffnen
Das damals recht pompöse Anwesen bröselt inzwischen seit 62 Jahren vor sich hin Oliver Kring Bild in Detailansicht öffnen
Alles was wertvoll war, haben Diebe gestohlen: Baustoffe, Baumaterialien und die Heizung. Oliver Kring Bild in Detailansicht öffnen
Übrig geblieben ist ein einsturzgefährdetes, marodes Gemäuer und ein Schild mit der Aufschrift: Lebensgefahr! Oliver Kring Bild in Detailansicht öffnen
Die Versteigerung im Internet beginnt mit einem Euro. Oliver Kring Bild in Detailansicht öffnen
Einige Anwohner im Ort sehen die Versteigerung kritisch. Oliver Kring Bild in Detailansicht öffnen
Ein Nachbar sagte dem SWR: "Ich würden das Gelände nicht mal für 5 Cent nehmen!" Oliver Kring Bild in Detailansicht öffnen

Gebaut hatte die Riesen-Villa einst einer der großen Industriekapitäne der deutschen Nachkriegszeit, der Vorstandsvorsitzende des Elektrokonzerns AEG, Friedrich Spennrath - als "Freundschaftsgeschenk" für den damaligen Kanzler Konrad Adenauer (CDU). Die Pläne zu der als "Gäste- und Jagdhaus" geplanten Villa stammten von dem Architekten Heribert Multhaupt. Dieser wiederum war ein Schwiegersohn Adenauers.

Die Arbeiten zu dem luxuriösen Flachdachbau mit der Größe von vier Einfamilienhäusern begannen 1955. Und der jungen Bundesrepublik drohte ihr erster handfester Korruptionsskandal. Adenauer lehnte schließlich ab, und die Arbeiten wurden 1956 eingestellt, gerade als der Rohbau fertig war. Seitdem gammelten Heizkörper, Lichtschalter und Steckdosen im feuchten Dickicht des Kammerwalds vor sich hin - als Denkmal für den Filz der frühen Jahre in der Bundesrepublik.

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