Gesundheitsministerium optimistisch Kirner Krankenhaus soll erhalten bleiben

Die Zukunft des Krankenhauses in Kirn ist offenbar gesichert. Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium hat nach einem Krisengespräch mitgeteilt, dass das Krankenhaus bestehen bleiben soll.

Daran nahmen Vorstandsmitglieder der Kreuznacher Diakonie und Lokalpolitiker teil. Im Anschluss kündigte Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) eine Landesverordnung an, die ab 2020 höhere Zuschüsse für Kliniken in ländlichen Regionen wie Kirn ermöglichen soll.

Bätzing-Lichtenthäler: "Unverzichtbar"

"Ich habe deutlich gemacht, dass das Krankenhaus in Kirn unverzichtbar ist für die Versorgung der Bevölkerung", erklärte sie. "Hier muss und wird es dauerhaft eine stationäre chirurgische und internistische Grundversorgung und eine 24-stündige Notfallversorgung geben."

Auch die Kreuznacher Diakonie habe bei dem Gespräch ihre "sehr deutliche Bereitschaft" erklärt, das Krankenhaus weiter zu betreiben. Ihr Ministerium sei bereit, die nötige Neuaufstellung des Krankenhauses zu begleiten.

Kirner Vertreter vermissen klare Antworten

Der Kirner Bürgermeister Martin Kilian (parteilos) und Vertreter der Bürgerinitiative vor Ort sprachen anschließend von gemischten Gefühlen. Es blieben viele Fragen offen. Die Bürgerinitiative hatte zum Krisengespräch in Mainz fast 15.000 Unterschriften zum Erhalt der Klinik mitgebracht und sie kündigte weitere Aktivitäten an.

"Wir haben noch nichts im Sack."

Martin Kilian, Bürgermeister von Kirn

Die Stiftung Kreuznacher Diakonie, eines der größten Sozialunternehmen in Rheinland-Pfalz, hatte im Juli bekanntgegeben, dass sie 2018 Verluste in Höhe von über zehn Millionen Euro erwirtschaftet hatte. Die sechs Krankenhausstandorte in Bad Kreuznach, Kirn, Simmern, Neunkirchen und Saarbrücken hätten ausnahmslos rote Zahlen geschrieben.

Als besonders schwierig hatte der Vorstand dabei die Situation in Kirn eingeschätzt, wo der neue Landeskrankenhausplan eine Verkleinerung auf lediglich 88 Betten vorsieht. Für diesen Standort sollten mehrere mögliche Szenarien geprüft werden, auch eine Schließung sei denkbar, hatte es zunächst geheißen.

Kirner kämpfen für ihr Krankenhaus

Dagegen hatte es in Kirn heftige Proteste gegeben. Ende August hatten Kirner Bürger mit einer ganztägigen Mahnwache den Erhalt ihres Krankenhauses gefordert. Eine Woche zuvor hatten etwa 500 Bürger an einer Kundgebung vor dem Krankenhaus teilgenommen.

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