Von der Straße zum Fotoshooting Obdachlose aus Trier in neuer Rolle

Wohnungslose Menschen leben am Rand der Gesellschaft. Oft werden sie angefeindet. Ein Fotoprojekt will Vorurteile abbauen und zeigt Obdachlose in ganz neuem Licht - als Manager oder Geschäftsfrau.

Von der Straße zum Foto-Shooting Obdachlose als Model

Obdachlose als Model (Foto: Carritas- Trier Getty Images)
Juliane Krähler Carritas- Trier Getty Images Bild in Detailansicht öffnen
Guillermo Reyes Caritas Trier / Getty Images Bild in Detailansicht öffnen
Günter Adam Carritas- Trier Getty Images Bild in Detailansicht öffnen
Hans-Werner Grün Carritas- Trier Getty Images Bild in Detailansicht öffnen
Hartmut Bauer Carritas- Trier Getty Images Bild in Detailansicht öffnen
Marco Schmitt Carritas- Trier Getty Images Bild in Detailansicht öffnen

Ein Fotoshooting in einem schicken Hotel in Trier, ein stilvolles Outfit und edles Make-up. Doch hinter der eleganten Geschäftsfrau auf dem Foto steckt ein ganz anderes Leben. Juliane Krähler, die gelernte Dachdeckerin, musste wegen Krankheit aus dem Beruf aussteigen. Mit der Arbeitslosigkeit geriet sie in die Abwärtsspirale, sagt sie. Auf den Fotos ist von ihrem Alltag auf der Straße nichts mehr zu erkennen.

Für einen guten Zweck

Der in Trier und Luxemburg bekannte Fotograf Edouard Olszewski und der Caritasverband Trier e.V. hatten wohnungslose Menschen eingeladen, um sich als Model ablichten zu lassen. Ziel war es, den Blick der Mitmenschen auf sie zu korrigieren.

Die Obdachlosen wurden dazu von Trierer Betrieben neu eingekleidet, geschminkt und frisiert. So entstanden Fotos, die vom Unternehmen und Agenturen beispielsweise für Werbung genutzt werden. Die Erlöse gehen an die Obdachlosen der Caritas Trier.

Neues Selbstbewusstsein durch Aktion

Für viele Wohnungslose ging mit dem Fotoshooting ein Wunsch in Erfüllung. Sie meinten, schon lange hätten sie sich nicht mehr so wertgeschätzt gefühlt. Sie hätten neues Selbstbewusstsein gewonnen.

Dr. Bernd Kettern, Direktor des Caritasverbands Trier erklärte, man habe mit der Aktion zeigen wollen, dass Obdachlose Menschen wie du und ich seien. Wohnungslosigkeit könne jeden treffen.

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