Hausdurchsuchung bei einem Waffenhändler in Kordel in der Eifel (Landkreis Trier-Saarburg) (Foto: SWR)

Durchsuchungen bei Waffenhändler Mehrere hundert Waffen bei "Reichsbürger" in Kordel entdeckt

Mitarbeiter der Kreisverwaltung Trier-Saarburg haben in Kordel mehrere hundert Waffen, Waffenteile sowie Sprengkörper sichergestellt. Sie haben am Donnerstag und Freitag mehrere Häuser eines Waffenhändlers durchsucht, der zu den sogenannten Reichsbürgern gehört.

Die Durchsuchung der Häuser endete am frühen Freitagabend, teilte die Kreisverwaltung Trier-Saarburg auf SWR-Anfrage mit. Einige der durchsuchten Gebäude seien regelrecht vermüllt gewesen. Insgesamt, so ein Sprecher der Verwaltung, seien mehrere hundert Waffen, Waffenteile, Munition und Sprengkörper gefunden worden.

Am Donnerstag hatten Mitarbeiter der Kreisverwaltung und der SDG-Nord (Struktur- und Genehmigungsdirektion) sowie der Polizei damit begonnen, Waffen und Sprengstoffe des Mannes sicherzustellen. Insgesamt waren mehr als 50 Beamte im Einsatz. Sicherheitshalber waren auch Spezialeinheiten vor Ort. Durchsucht wurden Wohn- und Geschäftsräume des Mannes sowie Lagerstätten.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
16:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Die Behörden hatten dem Händler und Sprengmeister schon Ende 2018 die Erlaubnis entzogen, mit Waffen und Sprengstoff zu handeln. Es habe in der Vergangenheit bei Kontrollen immer wieder Schwierigkeiten gegeben.

Behörde: Waffenhändler keine Gefahr

Da der Mann zu den "Reichsbürgern" gehört, darf er keine Waffen besitzen oder mit Waffen sowie Sprengkörpern handeln. Der Aufforderung zur Abgabe sei er bisher nicht nachgekommen, so die Kreisverwaltung. Daher habe man als zuständige Behörde jetzt einen Durchsuchungsbeschluss durchgesetzt. Der Waffenhändler kooperiere mit den Behörden, hieß es weiter. Von ihm gehe keine Gefahr aus.

Rund 550 "Reichsbürger" im Land

Das Innenministerium ordnet rund 550 Menschen in Rheinland-Pfalz dem Spektrum der "Reichsbürger" zu. Zwölf Prozent von ihnen sind dem Ministerium zufolge organisiert. Bei 2,5 Prozent der registrierten "Reichsbürger" werde ein Bezug zum Rechtsextremismus gesehen. "Reichsbürger" erkennen Deutschland und seine Behörden nicht an.

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