Der Trierer Dom (Foto: SWR)

Päpstlicher Rat prüft Vatikan bremst Trierer Bistumsreform aus

Die Kleruskongregation des Vatikans hat das Synoden-Gesetz zu den neuen Pfarreien im Bistum Trier ausgesetzt. Auslöser sei die Beschwerde einer Priestergemeinschaft gewesen.

Die Beschwerde käme von der Priestergemeinschaft Unio Apostolica, teilte das Bistum Trier mit. Zudem liege dem Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte der Antrag einiger Gläubiger aus dem Bistum vor. Sie fordern demnach, die Übereinstimmung des Umsetzungsgesetzes mit dem universalen Kirchenrecht zu prüfen. Zuvor hatte der "Trierische Volksfreund" berichtet.

Wahlen zum Pfarreienrat abgesagt

Was dies nun für die geplante Reform der Pfarreienstruktur im Bistum Trier bedeute, könne noch nicht gesagt werden, sagte eine Sprecherin des Bistums Trier am Freitag. Das Bistum will bis zum 1. Januar 2021 bistumsweit 35 Großpfarreien errichten, die die bisher 887 kleinen Pfarreien in gut 170 Pfarreiengemeinschaften ablösen sollen. Als erste Maßnahme hat Bischof Ackermann die geplanten Wahlen zum ersten Rat der Pfarrei ausgesetzt, weil das gegen die verfügte Aussetzung verstoßen würde. Laut Bistum waren am Freitag Wahlen in Neuwied und am Wochenende in Völklingen, St. Wendel und Idar-Oberstein geplant.

Bischof Ackermann wird Stellung nehmen

Bischof Ackermann werde nun, wie von der Kongregation erbeten, Stellung nehmen zu der Beschwerde, die die Priestergemeinschaft eingereicht habe. Der Trierer Generalvikar Ulrich von Plettenberg prüfe derzeit, welche Konsequenzen die Aussetzung des Vollzugs hat und welche Maßnahmen nötig seien.

Eine Stellungnahme des Bischofs gegenüber der Presse sei frühestens Anfang kommender Woche zu erwarten, sagte eine Bistumssprecherin am Freitag. Harald Cronauer von der bistumskritischen Initiative Kirchengemeinde vor Ort sagte dem SWR, er sei erleichtert und bereit zum Dialog. Es gelte, jetzt eine Reform hinzubekommen, die alle Gläubigen mitnehme.

Das Bistum Trier zählt knapp 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Insgesamt zehn der geplanten Großpfarreien liegen im Saarland.

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