Biene sitzt auf weißer Blüte (Foto: SWR, Antje Neufing)

Urban Gardening Mit Stadtbienen in Trier gegen Artensterben

Die Stadt Trier will mit dem Projekt Stadtbienen etwas gegen das Artensterben tun. Sie hat an fünf Standorten Bienenvölker angesiedelt - wie zum Beispiel im Domgarten.

Im Bischofsgarten hinter dem Dom summt es. Seit ein paar warmen Tagen im Februar sind dort zwei Bienenvölker unterwegs: Die Stämme "Hedwig" und "Ruth". Um sie kümmert sich Imkerin Nicole Hennecke. Es ist ihr Hobby. Sie ist begeistert von dem Projekt Stadtbienen.

"Ich finde das sehr abwechslungsreich, weil es ja quasi so wie ein Motto ist, also ob man die Dombienen, die Theaterbienen oder die Rathausbienen hat. Und viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fliegen dann darauf und auf den Honig."

Nicole Hennecke, Imkerin im Domgarten

Bienen fühlen sich im Trierer Domgarten wohl

Die Stadt Trier hat ein Dutzend Bienenvölker angeschafft und an den besten Plätzen aufgestellt - wie dem Bischofsgarten (Foto: SWR, Marion Barzen)
Die Stadt Trier hat ein Dutzend Bienenvölker angeschafft und an den besten Plätzen aufgestellt - wie dem Bischofsgarten Marion Barzen Bild in Detailansicht öffnen
Imkerin Nicole Hennecke kümmert sich um die rund 50.000 Bienen aus den beiden Stämmen "Ruth" und "Hedwig" Marion Barzen Bild in Detailansicht öffnen
Die Bienen - wie hier im Bischofsgarten Trier - fliegen meist ab 12 Grad Temperatur und bei Sonnenschein Marion Barzen Bild in Detailansicht öffnen
Imkerin Hennecke hebelt mit einem Spachtel die Waben aus dem Holzregal Marion Barzen Bild in Detailansicht öffnen

Das sei einfach eine schöne Sache und gleichzeitig schaffe die Stadt Trier damit ein Bewusstsein dafür, dass Insekten auch Unterstützung brauchten. Ein Dutzend Bienenvölker hat die Stadt Trier angeschafft und an den besten Plätzen aufgestellt: auf der Wiese neben dem Theater, dem Gründach eines Hotels, zwei Friedhöfen, am Rathaus und eben im Bischofsgarten. Die Stadt, sagt Imkerin Hennecke, sei für Bienen ideal: 

"Die Bienen finden hier eine sehr abwechslungsreiche Nahrung und gleichzeitig eine Nahrung, die durchgehend von März bis Oktober andauert. Und auf dem Land ist es häufig so, wenn man dann die frühe Rapskultur hat, ist das natürlich auch super für die Bienen, aber danach ist häufig Ebbe."

Nicole Hennecke, Imkerin im Domgarten

In Trier könnten die Stadtbienen aber an einem Ort bleiben - wegen der vielen Parks und Grünflächen und auch wegen der vielen Kleingärten. Bienen fliegen bis zu fünf Kilometer, also quer durch Trier, und finden immer etwas.

Städte für Bienen ideal

Der Naturschutzbund NABU geht sogar davon aus, dass es kaum einen besseren Ort für Bienen gibt als die Stadt. Der Pestizideinsatz sei gering, es gebe ungedüngte Blumenwiesen, Brachflächen und aufgelassene Friedhöfe. Die Stadtbienen seien daher gesünder als ihre "Schwestern" auf dem Land.

Projekt Stadtbienen seit 2017

Die Stadt hatte 2017 damit begonnen, Bienenvölker anzuschaffen. Mittlerweile gibt es an sieben Standorten Trierer Stadtbienen. Der Honig soll in diesem Jahr auch im Einzelhandel vermarktet werden.

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