Ein durch Sturm "Eberhard" umgewehtes Straßenschild im Westerwald (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Schweres Sturmtief zieht über das Land Hunderte Einsätze wegen "Eberhard" in Rheinland-Pfalz

Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, Stromausfälle - auch in Rheinland-Pfalz hat Sturmtief "Eberhard" am Sonntag die Einsatzkräfte in Atem gehalten.

In den meisten Fällen blieb es bei Sachschäden, wie Polizei und Feuerwehr am Montag mitteilten. Der beträgt ersten Erkenntnissen zufolge aber mehrere hunderttausend Euro. Allein im Bereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz musste die Polizei am Sonntag 290 Mal ausrücken. Dort wurden 60 Gebäude und 65 Fahrzeuge beschädigt. Auch in Mainz seien es mehr als hundert Einsätze gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Umherfliegende Dachziegel und Verkehrsschilder

Meist beschäftigten umgestürzte Bäume, heruntergefallene Äste oder umherfliegende Gegenstände wie Dachziegel oder Verkehrsschilder die Einsatzkräfte. In Altenahr (Kreis Ahrweiler) wehte der Sturm laut Polizei ein Trampolin aus einem umzäunten Garten auf die Straße und auf ein vorbeifahrendes Auto, das am Dach erheblich beschädigt wurde. Umherfliegende Abdeckplanen von Feldern machten den Einsatzkräften der Polizeiinspektion Frankenthal Arbeit.

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Durch den Sturm abgebrochene Äste oder umgestürzte Bäume stürzten an vielen Stellen auf Straßen. Oft musste gesperrt werden. Allein das Polizeipräsidium Rheinpfalz zählte 30 Verkehrsunfälle. In Steinfeld (Kreis Südliche Weinstraße) stürzte ein Baum unmittelbar vor einem Auto auf die Fahrbahn. Der Wagen wurde erheblich beschädigt, die beiden Insassen kamen ins Krankenhaus.

25.000 Menschen sitzen im Westerwald im Dunkeln

Im Westerwald saßen am Sonntag wegen "Eberhard" rund 25.000 Menschen im Dunkeln - unter ihnen Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). "Stromausfall hat auch was romantisches", schrieb sie am Sonntagabend auf Twitter über ein Foto einer brennenden Kerze. Bäume waren auf Stromleitungen gestürzt und hatten Kurzschlüsse verursacht, wie die Energieversorgung Mittelrhein AG am Montag mitteilte. Am Ende seien 147 Trafostationen betroffen gewesen. Die Stromversorgung konnte noch am Sonntagabend wiederhergestellt werden.

Noch nicht alle Züge wieder im Takt

Betroffen von Sturmschäden waren auch Bahnreisende. Auf der Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt fielen laut Deutscher Bahn einzelne Züge aus. Der Betrieb sei zwar wieder aufgenommen, es dauere aber, bis alle wieder in ihren Takt zurückfinden würden, sagte eine Sprecherin am Montag. Sie riet Bahnreisenden, sich vor Reiseantritt telefonisch oder im Internet zu informieren. Tickets seien dank einer Kulanzregelung bis zu eine Woche nach Störungsende nutzbar.

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Zwischen Pirmasens und Saarbrücken sowie zwischen Kaisersesch und Mayen war der Zugverkehr am Sonntag vorübergehend eingestellt worden. Auch zwischen Worms und Frankenthal kam er vorübergehend zum Erliegen. Dort war eine Plane in eine Oberleitung geweht worden. Das Umland von Kaiserslautern war ebenso betroffen: Zwischen Kaiserslautern-Hauptbahnhof und Lampertsmühle-Otterbach stürzte ein Baum auf die Gleise. Die Bahnstrecke wurde für den Verkehr gesperrt.

Wetter bleibt wechselhaft und ungemütlich

Auf Windböen und Frost müssen sich die Rheinland-Pfälzer auch ab Dienstag wieder einstellen. "Nach einem turbulenten Wochenende gibt das Wetter keine Ruhe. Weitere Sturmtiefs werden in dieser Woche erwartet", teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Am Dienstag bleibt es demnach bei Temperaturen zwischen sieben und zwölf Grad stark bewölkt, aber meist niederschlagsfrei. Zum Mittag gibt es zunehmend starke bis stürmische Böen, ab dem Abend im Bergland Sturmböen. In der Nacht zum Mittwoch regnet es, im Bergland gibt es Schnee. Bei Tiefstwerten um den Gefrierpunkt bedeutet das Glättegefahr.

Auch am Mittwoch kann es bei Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad wieder einzelne Gewitter, starke Böen, stürmische Böen und Sturmböen geben. Am Abend schwächt der Wind laut DWD ab. In der Nacht zum Donnerstag gibt es Regenschauer, im Bergland Schneeregen. Am Donnerstag ist dann erneut mit starken bis stürmischen Böen zu rechnen.

Umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer Feuerwehren in Westerwald und Eifel im Dauereinsatz

Feuerwehrleute räumen in der Verbandsgemeinde Adenau einen entwurzelten Baum weg (Foto: Feuerwehren der Verbandsgemeinde Adenau/Andreas Solheid)
In der Verbandsgemeinde Adenau hatten die Feuerwehrleute alle Hände voll zu tun Feuerwehren der Verbandsgemeinde Adenau/Andreas Solheid Bild in Detailansicht öffnen
Sturmtief "Eberhard" hielt die Feuerwehrleute auf Trab - so wie hier auf einer Straße in Dümpelfeld. Feuerwehren der Verbandsgemeinde Adenau/Andreas Solheid Bild in Detailansicht öffnen
Im Kreis Ahrweiler entwurzelte der Sturm zahlreiche Bäume Feuerwehren der Verbandsgemeinde Adenau/Andreas Solheid Bild in Detailansicht öffnen
Auch in Friesenhagen im Kreis Altenkirchen musste die Feuerwehr ausrücken Verbandsgemeindefeuerwehr Kirchen Bild in Detailansicht öffnen
In Mayen wurde dieses Dach vom Sturm abgedeckt In Mayen wurde dieses Dach vom Sturm abgedeckt Bild in Detailansicht öffnen
Die Dachpappe konnte "Eberhard" nicht standhalten Bild in Detailansicht öffnen
Die Feuerwehr war pausenlos im Einsatz, so wie hier in Mayen Bild in Detailansicht öffnen
In Mayen wurde auch dieser lange Bauzaun umgeweht Bild in Detailansicht öffnen
Die Kraft des Sturms war einfach zu groß Bild in Detailansicht öffnen
Im Westerwald fiel nach dem Sturm viel neuer Schnee, so wie hier in Rosenheim Bild in Detailansicht öffnen
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