Kampfjet (Foto: SWR)

Absturz eines US-Kampfjets in der Eifel Militär stoppt F16-Flüge in Spangdahlem

Nach dem Absturz eines F16-Kampfjets bei Zemmer im Kreis Trier-Saarburg birgt das amerikanische Militär die Wrackteile. Untersuchungen zur Ursache laufen. Die F16-Flieger bleiben zunächst am Boden.

Vom amerikanischen Flugplatz Spangdahlem in der Eifel heben nun vorerst keine Maschinen vom Typ F16 ab. "Der Flugbetrieb soll voraussichtlich in dieser Woche wieder aufgenommen werden", sagte eine Sprecherin des US-Luftwaffenstützpunktes am Donnerstag. Die Flüge seien eingestellt worden, um sich "auf Aufgaben und Arbeiten, die im Zusammenhang mit dem Unfall stehen, fokussieren zu können". Unterdessen setzte das US-Militär seine Untersuchungen an der Absturzstelle fort.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Die Bergungsarbeiten könnten mehrere Tage bis mehrere Wochen dauern, hieß es am Mittwoch. Es gebe keinen Zeitplan. Die Bundeswehr teilte mit, für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr. Der abgestürzte amerikanische Kampfjet vom Typ F16 sei unbewaffnet gewesen.

Die Maschine war am Dienstagnachmittag auf einem Routine-Übungsflug in der Nähe der Ortschaft Zemmer rund 15 Kilometer nordöstlich von Trier über einem Wald abgestürzt. Sie kam vom US-Flugplatz Spangdahlem.

swraktuell Karte Zemmer Absturz (Foto: SWR)
Der Kampfjet ist in einem Waldstück bei Zemmer abgestürzt.

Mit dem Schleudersitz gerettet

Der Pilot habe sich mit dem Schleudersitz aus dem Kampfjet herauskatapultiert und sei mit kleineren Verletzungen gerettet worden, hieß es in einer Mitteilung. Er kam in ein Krankenhaus. "Wir sind froh, dass es dem Piloten gut geht", sagte Chief Master Sergeant Christopher Ostrom. Mittlerweile sei er zurück bei seiner Familie auf der Airbase, so ein Sprecher.

Der Jet stürzte über einem Waldstück ohne Wohnbebauung ab. Das Flugzeug schlug eine Schneise in den Wald, bevor es rund einen Kilometer später am Boden zum Stillstand kam. Der Wehrleiter von Trier-Land, Jürgen Cordie, berichtete, die F16 habe Baumwipfel regelrecht "abrasiert". Die Absturzursache sei noch völlig unklar. Es werde nach Angaben der US-Luftwaffe eine umfassende Untersuchung geben, die zwei bis drei Monate dauern könnte.

Absturzstelle weiträumig abgesperrt

Die Bundeswehr hat das Gelände inzwischen großräumig abgeriegelt. Die rund drei Quadratkilometer große Zone sei zu einem "militärischen Sicherheitsbereich" erklärt worden, sagte der Sprecher der Bundeswehr in Rheinland-Pfalz, Oberstleutnant Günter Bohn. Dies geschehe, damit die US-Amerikaner ihre Untersuchungen machten könnten, aber auch zum Schutz der Bevölkerung: "Man weiß ja nicht, ob scharfe Wrackteile vorhanden sind, die möglicherweise noch von den Bäumen herunterfallen könnten."

Nach Kenntnis von Bohn sind die Wrackteile über 300 bis 800 Meter verstreut. Er ging davon aus, dass der große Sicherheitsbereich ein bis zwei Wochen bestehen bleibe. Nach Angaben des Ortsbürgermeisters von Zemmer, Edgar Schmitt (SPD), liegt das Wrack in einem schwer zugänglichen Teil im Wald.

Ein Wrackteil des verunglückten Kampfjets (Foto: SWR)
Ein Wrackteil des verunglückten Kampfjets

Der Absturz habe in der Gemeinde Zemmer-Rodt Ängste ausgelöst. Schmitt sagte dem SWR, dass es regelmäßig Gespräche über den Flugverkehr mit dem US-Militär in Spangdahlem gebe. "Wir werden diesen Unfall nochmals zum Anlass nehmen, um darauf hinzuweisen, dass das Überfliegen der Ortschaften weitgehend vermieden wird." Ob die US-Militärs dem Wunsch nachkommen, bleibe fraglich, so Schmitt.

Airforce bedankt sich bei Feuerwehr

Die Airforce entschuldigte sich für den Vorfall und bedankte sich bei den deutschen Feuerwehrleuten für ihren Einsatz. Sie hätten gute Arbeit geleistet. Man habe seit Jahren eine gute Beziehung zu den deutschen Einsatzkräften und sie seien durch gemeinsame Übungen in der Lage, jede Situation zu meistern.

Feuerwehr entnimmt Gewässerproben  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Harald Tittel/dpa)
Die Feuerwehr hat Gewässerproben entnommen, um zu klären, ob Treibstoffe ins Wasser gelangt sind. Harald Tittel/dpa

Trinkwasser nicht verunreinigt

Bei einer Vor-Ort-Besichtigung der Gewässer in der Nähe der Absturzstelle sind nach Angaben der Stadtwerke Trier keine Verunreinigungen festgestellt worden. Zur Sicherheit seien dennoch erste Proben entnommen worden, die alle unauffällig gewesen seien. Auch das Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr habe Proben entnommen. Diese Ergebnisse lägen noch nicht vor.

Mehrere Abstürze in Rheinland-Pfalz

In den vergangenen Jahren gab es mehrere Abstürze von Militärmaschinen in Rheinland-Pfalz. Im September 2006 stürzte eine F16 aus Spangdahlem bei Oberkail in der Eifel ab - auch hier rettete sich der Pilot mit dem Schleudersitz. Im April 2011 ging ein weiteres US-Militärflugzeug aus Spangdahlem bei Laufeld in der Eifel zu Boden, der Pilot überlebte verletzt. Ein Tornado-Kampfflugzeug der Bundeswehr stürzte im Januar 2014 beim Landeanflug auf Büchel (Kreis Cochem-Zell) ab: Beide Piloten überlebten.

Der Absturz am Dienstag war der zweite Unfall mit Militärmaschinen in Deutschland binnen weniger Monate. Bei einer Luftkampfübung waren im Juni nahe der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern zwei Eurofighter in größerer Höhe kollidiert und abgestürzt. Ein Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und überlebte den Unfall verletzt, der andere - ein 27-Jähriger - starb. Die genaue Ursache wird noch ermittelt.

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