Das französische Atomkraftwerk Cattenom  (Foto: SWR)

Gutachten zu umstrittenem AKW Keine Klage gegen Cattenom

Rheinland-Pfalz und das Saarland haben entschieden, nicht gegen das Atomkraftwerk Cattenom in Lothringen zu klagen, obwohl ein sicherheitstechnisches Gutachten die hohen Risiken des AKW für die Region bestätigt hatte.

Eine Klage hätte nach juristischer Prüfung des Gutachtens aber wenig Aussicht auf Erfolg, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken. Aus dem Gutachten gehe zwar hervor, dass Cattenom ein hohes Risiko für die gesamte Region darstelle. Das französische Recht sehe aber vor, dass die Kläger lückenlos nachweisen müssten, welche schwerwiegenden Risiken von dem Atomkraftwerk ausgingen - beispielsweise nach einem Flugzeugabsturz.

Diesen Nachweis selbst zu führen, würde unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen und mehrere Jahre dauern, sagte Höfken.

Der Landrat des Kreises Trier-Saarburg Günther Schartz (CDU) forderte im SWR, dass die französische Regierung Stellung nehmen soll zum neuen technischen Gutachten zu Cattenom. "Wir haben mit dem Gutachten noch einmal die Faktenlage klar gemacht bekommen, das ergänzt sich zur Expertise um die Stresstests, die nach Fukushima gemacht wurden. Damals wurden auch schon Defizite aufgezeigt, insofern hilft das im Drehbuch, wenn man politisch in Frankreich aktiv werden will."

Atomaufsicht bemängelt Erdbebensicherheit

Der Betreiber des Atomkraftwerks Cattenom, Électricité de France (EDF), hält an den Plänen fest, die vier Reaktoren länger als die ursprünglich geplanten 40 Jahre am Netz zu halten. Das teilte EDF Mitte März bei der Vorstellung der Bilanz für 2017 mit. Das Atomkraftwerk Cattenom hat 2017 insgesamt 36 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Das sind fast acht Prozent der französischen Stromproduktion. EDF hat im vergangenen Jahr 93 Millionen Euro in die Modernisierung der Reaktoren investiert. Die französische Atomaufsicht hat Mängel bei der Erdbebensicherheit und bei Überschwemmungen kritisiert.

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