Ziegen in Weißhaus Wald (Foto: SWR, Susanne Blank)

Weißhauswald Trier Ziegen an falschem Futter gestorben

Im Wildfreigehege Weißhauswald sind mehrere Ziegen nach falscher Fütterung gestorben. Ein Stadtsprecher bestätigte einen Bericht des "Trierischen Volksfreund", wonach Besucher den Tieren offenbar Brot zu fressen gaben.

Das sei für Ziegen aber gefährlich, weil ihre Verdauung anderes Futter benötige. Nach Angaben der Stadt sind im Wildfreigehege innerhalb von sechs Wochen fünf Ziegen verendet.

Tückischer Keim

Nach einem starken Gewitter mit Überschwemmung sei vor einigen Wochen ein Keim ins Wildfreigehege eingeschwemmt worden, erzählt Försterin Kerstin Schmitt.

"Der Keim würde den Ziegen normal nicht so viel ausmachen, aber wenn die Tiere den Keim im Körper haben und jemand füttert Brot dazu, sterben sie innerhalb kürzester Zeit."

Kerstin Schmitt, Försterin Wildfreigehege Weißhauswald

Spaghetti, Käse und Meerschweinchen

Die Besucher fütterten die Ziegen aber nicht nur mit Brot, sondern auch mit Spaghetti oder Küchenabfällen, erklärt die Schmitt. Doch damit nicht genug: Im Gehege der Wildschweine habe sie rohes Fleisch und Käse in der Packung gefunden. Selbst sieben lebende Meerschweinchen seien von Besuchern als Futter in der Futterbox abgelegt worden.

Für Försterin Kerstin Schmitt ist dieses Verhalten unfassbar. Denn für die Tiere habe das falsche Futter schlimme Konsequenzen. Von schweren Koliken über Durchfall und Schmerzen bis hin zum Tod.

Dauer

Uneinsichtige Besucher

Eigentlich hängen an jedem Zaun Schilder: "Tiere nicht füttern" oder "Tiere nur mit Wildfutter füttern". Das wird in zahlreichen, im Park angebrachten Automaten, zur Verfügung gestellt.

Aber selbst wenn die Försterin persönlich Leute darauf hinweist, dass sie falsche Sachen füttern, reicht das nicht, sagt sie. "Dann kriegt man noch Sprüche wie: Haben Sie sonst nichts zu tun? Ich weiß was die essen. Ihr wollt doch nur den Reibach mit den Futterpäckchen machen."

Appell an die Vernunft

Försterin Schmitt setzt auf mehr Aufklärung. Schon die Kinder sollten verstehen, was die Tiere fressen dürfen. Und das ist eigentlich ganz einfach.

"Wir möchten, dass die Tiere das bekommen, was für sie am gesündesten ist. Die Ziege weiß nicht, dass sie an Brot sterben kann, wir Menschen schon."

Kerstin Schmitt, Försterin Wildfreigehege Weißhauswald
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