Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Mitte (Foto: SWR, Martin Schmitt)

Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie Staatsanwaltschaft Trier bestätigt Ermittlungen gegen Diakon

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Diakon im Bistum Trier wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Schriften. Er soll eine Datei zum Tausch im Internet hochgeladen haben.

Der Verdacht beruhe auf Erkenntnissen, die US-amerikanische Ermittlungsbehörden bei Internetermittlungen gewonnen und an die deutschen Behörden weitergegeben hätten, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten im Februar sei Datenmaterial beschlagnahmt worden, das derzeit ausgewertet werde, sagte Fritzen. Der Beschuldigte sei bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Fritzen wies darauf hin, dass bis zu einer etwaigen Verurteilung des Mannes die Unschuldsvermutung gelte.

Diakon mit Zivilberuf

Der Mann soll bis vor kurzem im Trierer Klinikum Mutterhaus der Borroäerinnen tätig gewesen sein. Als Diakon im Zivilberuf. Wie das Klinikum mitteilte, läuft gegen einen Mitarbeiter ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft. Er habe sich selbst bei der Klinikleitung gemeldet. Daraufhin habe man das Arbeitsverhältnis einvernehmlich noch am gleichen Tag aufgelöst. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Mitarbeiter bei der Ausübung seines Berufes strafbar gemacht habe.

Arbeitsverhältnis einvernehmlich beendet

Nach Kenntnis der Klinik hat es einen solchen Fall bei Mitarbeitern des Mutterhauses noch nicht gegeben. Nähere Angaben zu den Vorwürfen machte die Klinik nicht. Auch über den Mitarbeiter sagte das Mutterhaus der Borromäerinnen nichts - aus datenschutzrechtlichen Gründen. Nach SWR-Informationen soll es sich bei dem Angestellten um den Diakon mit Zivilberuf des Bistums Trier handeln.

Bistum Trier beurlaubt Diakon

Das Bistum Trier hatte am Mittwochvormittag bekannt gegeben, dass es einen Diakon beurlaubt hat - wegen eines Ermittlungsverfahrens. Diese staatsanwaltlichen Ermittlungen beträfen den Verdacht auf Verbreitung, Erwerb und Besitz von kinderpornographischen Schriften.

Beurlaubung des Diakons sei präventiv

Zwar beziehe sich der Vorwurf nicht auf das Tätigkeitsfeld des Mannes als Diakon. Dem Bistum seien in Bezug auf diese Tätigkeit auch keine Vorwürfe bekannt. Dennoch sehe sich das Bistum gemäß der Leitlinien der katholischen Deutschen Bischofskonferenz zum Umgang mit sexuellem Missbrauch zur präventiven Beurlaubung verpflichtet.

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