Die Stahlarbeiter aus Trier und Horath setzen ihren Streik fort. (Foto: IG-Metall Trier)

Kampf für Tarifvertrag in Horath und Trier IG Metall und Riva: Keine Einigung in Sicht

Seit 13 Wochen streiken die Stahlarbeiter aus den Werken Horath im Hunsrück und Trier. Sie wollen einen Tarifvertrag. Erstmals hat sich jetzt der Arbeitgeber Riva geäußert und greift die IG Metall scharf an.

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Der Riva-Konzern betonte in seiner Stellungnahme seine langjährige vertrauensvolle Beziehung zur IG Metall. Man pflege einen konstruktiven Umgang miteinander. Die Aktionen der IG Metall in Trier und Horath verurteilte der Konzern deutlich.

Es ist erschreckend mitzuerleben, wie die Wahrheit der Dinge verdreht wird, um aus langjährigen Partnern Feinde zu machen.

Riva

Riva habe die beiden Werke nach der Insolvenz 2016 mit allen Mitarbeitern übernommen. Die Werke seien modernisiert und neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Die Produktivität der Werke Trier und Horath sei jedoch noch nicht auf dem Niveau vergleichbarer Unternehmen. Außerdem habe Riva einen Vorschlag gemacht, wie die Löhne der Mitarbeiter in eine tarifliche Bindung übergeleitet werden könnten, das habe die Gewerkschaft aber abgelehnt. Der Vorwurf: Die Gewerkschaft wolle den Streik unbedingt fortsetzen, schüre Ängste und Missgunst, statt zu kooperieren.

In diesem Konstrukt aus Unwahrheiten und inszenierten Falschdarstellungen können wir es nicht zulassen, dass man im Zwang des künstlich erzeugten und wahrlich unverhältnismäßigen Konfliktes eine Drucklösung erzielt.

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IG Metall: Tarifvertrag soll Gerechtigkeit bringen

Der Trierer IG Metall-Bevollmächtigte Christian Schmitz stellte die Verhandlungen mit Riva anders dar:

Jede Bemühung der IG Metall - bis hin zum Vorschlag einer Schlichtung - ist an der Blockadehaltung des Riva-Konzerns gescheitert.

Christian Schmitz, IG Metall

Er forderte Riva auf, mit der IG Metall zu verhandeln, um eine schnelle Lösung zu finden. Dieser Übergang, den Riva angeboten hat, sollte nach Angaben von Christian Schmitz so aussehen, dass die Mitarbeiter in den kommenden fünf Jahren auf den jetzigen Stand des Tarifvertrages steigen würden. Kommende Tariferhöhungen würden nicht berücksichtigt. Ein Tarifvertrag regele aber noch mehr, wie die Arbeitszeiten, Weihnachts- und Urlaubsgeld oder Altersteilzeit. Auch davon sei bei dem Angebot keine Rede gewesen.

Schmitz widersprach auch, dass die beiden Werke nicht so produktiv seien wie andere Standorte. In Trier und Horath würden zwischen sechs und zehn Millionen Euro Gewinn nach Steuern gemacht.

Gleichzeitig verschärfte die Gewerkschaft den Druck: Sollte Riva sich weiterhin weigern, zu verhandeln, würden die Protestaktionen ausgeweitet. Am 17. September seien europaweite Solidaritätsaktionen an Standorten in Deutschland, Italien, Spanien, Belgien und Frankreich geplant.

Solidaritätskonferenz für Riva-Streikende in Trier

Derzeit veranstaltet die IG Metall eine Solidaritätskonferenz für die Riva-Streikenden in Trier. Bereits seit Donnerstag kommen Gäste aus deutschen und internationalen Gewerkschaften mit den Streikenden zusammen. Außerdem tagten die Betriebsräte der europäischen Riva-Standorte.

Streikende der Riva-Werke beim Solidaritätsgipfel in Trier (Foto: SWR, Eva Britz)
Eva Britz

13. Streikwoche für Riva-Mitarbeiter

Schon seit dem 11. Juni streiken die Mitarbeiter der Standorte Trier und Horath. Die etwa 130 Beschäftigten kämpfen für einen Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie. Dadurch würde sich ihr Lohn um bis zu 30 Prozent erhöhen.

Die Drahtwerke waren lange Zeit in der Hand eines Familienunternehmens, das 2002 Insolvenz anmeldete. Nach mehreren anderen Firmen übernahm die Riva-Gruppe die Standorte vor zwei Jahren.

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