Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat angekündigt, Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen von einem externen Experten  untersuchen zu lassen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Missbrauch in der katholischen Kirche Ackermann sagt Opfern schnellere Aufarbeitung zu

Der Trierer Bischof Ackermann will die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in seinem Bistum vorantreiben. Unter anderem soll nun ein bischöfliches Internat in den Fokus rücken.

Man habe ein Projekt zur Aufarbeitung von Gewalt am Albertinum Gerolstein in Auftrag gegeben, sagte Stephan Ackermann am Donnerstagabend. Die unabhängige Untersuchung würden eine Erziehungswissenschaftlerin und eine Rechtsanwältin durchführen.

Dauer

Aufgearbeitet werden sollen demnach sowohl sexuelle als auch psychische Gewalt. Ehemalige Schüler des katholischen Internats hatten von Gewalterfahrungen berichtet.

Das Projekt startet demnach im Herbst und ist bis Sommer 2021 angelegt. Zu den Bedingungen gehört laut Bistum, dass die beiden Frauen den Auftrag ohne Vorgaben durch das Bistum angehen. Sie selbst sollen auch festlegen, wie Aufarbeitung funktionieren kann.

Bistum will Täter ausfindig machen

Zuvor hatte sich Ackermann mit Missbrauchsopfern getroffen. Nach dem Gespräch sagte er zu, dass das Bistum seine Anstrengungen zur Aufarbeitung von Missbrauch verstärken werde. Im Vordergrund stehe dabei, wer die Verantwortung für die Taten trage und wie in der Kirche mit den Missbrauchsfällen umgegangen worden sei. Unabhängige Experten sollen bis zum Herbst Eckpunkte und Kriterien festlegen.

Die Missbrauchsinitiative Missbit forderte, dass auch die Mitschuld der Institution Kirche bei den Missbrauchsfällen geklärt werden müsse. Eine Aufarbeitung in den Pfarreien sei notwendig. Ackermann und Missbit erklärten sich zu weiteren Gesprächen bereit.

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