Landgericht Trier (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Prozessauftakt am Landgericht Trier Angeklagter schweigt zu Axt-Mord

Vor dem Trierer Landgericht hat der Prozess gegen einen 60-Jährigen begonnen, der seinen Onkel mit einer Axt erschlagen haben soll. Beim Prozessauftakt äußerte sich der Angeklagte nicht zur Tat.

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17:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Nach Aufforderung der Richterin erzählte er aber über sich selbst.

Nach eigener Aussage leidet er an verschiedenen Allergien und Erkrankungen des Immunsystems. Darüberhinaus gab er an, eine Zeit lang depressiv gewesen zu sein. Fest steht, dass der Angeklagte schon mehrere Male in der Psychiatrie behandelt wurde.

Beim Prozessauftakt am Donnerstag wurden auch die Polizisten vernommen, die als erste am Tatort waren. Eine Polizistin sagte aus, dass der Angeklagte nach der Tat kooperativ gewesen sei, sehr klar gewirkt und alle Fragen der Beamten direkt beantwortet habe.

"Es tut mir leid"

Ein weiterer Polizist sagte aus, dass der Angeklagte im Polizeiwagen die Worte "Es tut mir leid, es tut mir leid" und "Ich konnte den Druck nicht mehr aushalten", gesagt hätte.

Auffällig sei zu dem gewesen, dass der Beschuldigte bei seiner Verhaftung kein Blut an Händen und Kleidung gehabt haben soll. Das lässt darauf schließen, dass er sich gewaschen und umgezogen hat, bevor er die Polizei alarmierte.

Angeklagter im Prozess um einen Axtmord (Foto: SWR, Solveig Naber)
Beim Prozessauftakt am Donnerstag, äußerte sich der Angeklagte nicht zur Tat. Solveig Naber

Urteil Ende Juli erwartet

Das könnte auch im Prozess eine Rolle spielen. Denn es muss auch geklärt werden, ob der Mann nach einer Verurteilung ins Gefängnis oder in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht wird. Dazu wird auch noch ein Sachverständiger gehört. Mit einem Urteil ist eventuell Ende des Monats zu rechnen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kümmerte sich der Angeklagte seit Jahren um den 80-jährigen Onkel. Zwischen den beiden Männern aus dem Eifelort Utscheid im Eifelkreis Bitburg-Prüm soll es immer wieder zum Streit gekommen sein.

Streit eskalierte

Ende November eskalierte der Streit, als der Onkel betrunken mit dem Auto durch das Dorf fuhr. Der Angeklagte soll seinen Onkel mit zu sich nach Hause genommen haben. Als der 80-Jährige die Außentreppe hochging, soll der Mann den Onkel von hinten die Treppe heruntergestoßen und ihn dann mit einer bereitgestellten Axt den Kopf abgeschlagen haben.

Angeklagter stellt sich selbst

Der Angeklagte informierte danach selber die Polizei. Die fand auf dem Grundstück des Opfers die Leiche. Der Beschuldigte wurde vor Ort widerstandslos festgenommen. Er räumte die Tat ein.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Heimtücke vor. Sollte er wegen Modes verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

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