Ende eines Mega-Straßenbauprojektes Tausende feiern auf der Hochmoselbrücke

Tausende Besucher sind am Samstag zum Bürgerfest auf dem neuen Hochmoselübergang gekommen. Sie feierten in 160 Metern Höhe das Ende der rund zehnjährigen Arbeiten an einem Mega-Straßenbauprojekt.

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Das sei eine einmalige Sache, hatte die Ortsbürgermeisterin von Zeltingen-Rachtig, Bianca Waters (parteilos) im Vorfeld gesagt. Danach werde es nie mehr die Möglichkeit geben, dass Fußgänger auf die Brücke könnten.

Dementsprechend groß war das Interesse: Die ersten Besucher kamen bereits am Samstagmorgen, als noch dichter Nebel im Moseltal hing. "Wir sind überrannt worden", sagte der erste Beigeordnete der Gemeinde Zeltingen-Rachtig, Harald Guggenmos. Zwischen 8.000 und 10.000 Besucher seien insgesamt gekommen, schätzte er.

Die Feier hatten sechs umliegende Mosel-Gemeinden gemeinsam mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz organisiert. Mitarbeiter des LBM waren vor Ort, um Fragen zur Brücke und zum gesamten Hochmoselübergang zu beantworten.

Umstrittenes Bauprojekt

Das Bauwerk zwischen Ürzig und Rachtig gilt als aktuell größtes Brückenbauprojekt in Europa. In Deutschland ist die Hochmoselbrücke die zweithöchste Brücke nach der Kochertalbrücke in Baden-Württemberg.

Das Bauwerk war seit seiner Planung umstritten. Kritiker bemängelten, die Brücke zerstöre das idyllische Landschaftsbild. Auch Kostensteigerungen um etwa 200 Millionen Euro sorgten für Schlagzeilen. Die Kosten des gesamten Projektes belaufen sich auf mindestens 483 Millionen Euro, auf die Brücke entfallen rund 175 Millionen Euro.

Am kommenden Donnerstag wird das Bauwerk für den Verkehr freigegeben. Der Übergang soll eine schnellere Anbindung des Rhein-Main-Gebietes an die Nordseehäfen in den Benelux-Staaten ermöglichen. Rund 25.000 Fahrzeuge pro Tag sollen dann über die Brücke fahren.

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