Eine Bodenheizung der Barbarathermen in Trier  (Foto: SWR, Nicole Mertes)

Studierende entwerfen Überdachungen Schutzdach für Barbarathermen in Trier

Die Barbarathermen in Trier waren im römischen Reich die zweitgrößte Badeanlage überhaupt – umgerechnet sechs Fußballfelder groß. Nur die Trajansthermen in Rom waren größer.

Von der früheren Pracht der Barbarathermen sieht man heute fast nichts mehr. Das hat zwei Architekturprofessoren der Hochschule Trier auf eine Idee gebracht: Studierende entwerfen eine Überdachung für die Ausgrabungen. Denn die Ruinen müssen vor der Witterung und auch vor zu viel Sonne geschützt werden. Zehn Entwürfe sind entstanden. Sie wurden in den Viehmarktthermen vorgestellt.

Ein Dach für die Barbarathermen in Trier

Die Barbarathermen in Trier waren im römischen Reich die zweitgrößte Badeanlage überhaupt – umgerechnet sechs Fußballfelder groß. Nur die Trajansthermen in Rom waren größer.  (Foto: SWR, Nicole Mertes)
Die Barbarathermen in Trier waren im römischen Reich die zweitgrößte Badeanlage überhaupt – umgerechnet sechs Fußballfelder groß. Nur die Trajansthermen in Rom waren größer. Nicole Mertes Bild in Detailansicht öffnen
Die Barbarathermen in Trier mit Besuchersteg Nicole Mertes Bild in Detailansicht öffnen
Zehn Entwürfe für die Überdachung der Barbarathermen in Trier werden in den Viehmarktthermen gezeigt Nicole Mertes Bild in Detailansicht öffnen
Überdachungsentwurf für das Thermengelände mit einer Membran Nicole Mertes Bild in Detailansicht öffnen
Überdachungsentwurf für die Barbarathermen mit Sprengwerk Nicole Mertes Bild in Detailansicht öffnen
Ein Entwurf für eine Fachwerküberdachung der Barbarathermen Nicole Mertes Bild in Detailansicht öffnen
Ein Seilbinder/Hängedach - Entwurf für ein Dach über den Barbarathermen in Trier Nicole Mertes Bild in Detailansicht öffnen
Ein Schrägseilsystem - Fachwerk- Modell. Entwürfe für die Überdachung der Barbarathermen sind in den Viehmarktthermen vorgestellt worden Nicole Mertes Bild in Detailansicht öffnen

Große Fläche soll überdacht werden

100 mal 100 Meter groß ist das Gelände mit den bisher ausgegrabenen Ruinen der Barbarathermen – eine Rasenfläche mit niedrigen Mauerresten. Dieses Gelände soll überdacht werden. Eine Aufgabe, die sich Frank Kasprusch, Professor für Architektur an der Hochschule für seine Studierenden ausgedacht hat.

"Hauptkriterium ist immer – Wasser heraushalten, wir wollen das Wasser über solche Dächer wegführen und, das Ganze vor UV-Strahlen schützen, aber ohne es dunkel zu machen. Das ist natürlich auch das Spiel bei einer so großen Fläche – wie kriegen wir Licht und Schatten da hinein."

Prof. Frank Kasprusch

Die Entwürfe der Studierenden sind völlig verschieden. Zehn komplett unterschiedliche Dachformen wurden durchgespielt – von der großen Kuppel über ein Faltdach bis hin zu einer offenen Fachwerkkonstruktion mit hohem Aussichtsturm. Der Entwurf von Ines Streit überspannt die ganzen Barbarathermen auf filigranen Stützen mit einem transparent-weißen Zeltdach. Die Konstruktion wirkt asiatisch-leicht und offen.

"Wir haben uns beim Material für Bambus entschieden, weil das sehr nachhaltig ist. Um das Ganze vor der Witterung zu schützen, haben wir eine Membran entwickelt, die über eine Luftstütze in der Mitte gespannt wird. Durch ihren Hochpunkt ermöglicht sie die Entwässerung zum Rand hin."

Ines Streit, Studierende an der Hochschule Trier

Ganz anders wirkt die Idee von Ina Leinenweber. Sie hat ein wie eine Ziehharmonika gefaltetes Stahldach entworfen.

"Durch diese Oberlichter entsteht ein gutes Licht und Schattenspiel. Das Wichtigste an dem Faltwerk ist, dass die Stützen außerhalb der Ausgrabungen stehen, so dass die Barbarathermen nicht angetastet werden. "

Ina Leinenweber, Studierende an der Hochschule Trier

Die Entwürfe der Studierenden umzusetzen, ist nicht geplant. Aber sie regen dazu an, über den Schutz der Barbarathermen nachzudenken.  Die Entwürfe stehen bis zum 2. Juni in den Viehmarktthermen in Trier.

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