Unwetter in der Region trier (Foto: SWR, SWR)

Starkregen, Hagel und Überschwemmungen Aufräumarbeiten in Trier

Ein Unwetter mit Starkregen und Hagel hat am Donnerstag in Trier für viele vollgelaufene Keller und Sturmschäden gesorgt. Besonders schlimm hat es Anwohner im Stadtteil Olewig getroffen.

Innerhalb von einer halben Stunde waren Häuser und Straßen überflutet worden. Busse konnten nicht mehr fahren. Betroffene Olewiger können immer noch nicht fassen, wie schnell das Wasser teilweise in die Häuser lief.

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Schlammmassen richten große Schäden an

An einer Kellerwand sieht man noch am Freitag, wie hoch das Wasser stand. Ein brauner Schlammrand hat sich abgesetzt. Der ganze Kellerboden und eine Treppe sind noch vom Schlamm braun gefärbt. In einer Einliegerwohnung hat das Wasser, wie bei einem Sturm, alle Möbel, Bücher und Sachen durcheinandergewirbelt. Die Familie ist dabei, mit befreundeten Helfern die ganze Einliegerwohnung auszuräumen.

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Ein 88-jähriger Nachbar sagt, dass er so etwas noch nicht erlebt hat. Die Anwohner dieser Straße haben Angst, dass es jetzt häufiger so regnet, dass der Bach die Wassermassen nicht mehr halten kann.

"Wir haben das Problem hier, weil der Bach Anfang der 90er Jahre in einen Kanal gelegt wurde. Da ist hier unten aufgeschüttet worden und dadurch sitzen wir hier wie in einem Kessel. Und wenn der Bach überläuft, dann läuft es erst hier unten voll, bevor das überhaupt weiterlaufen kann."

Das Ganze sei eine schwierige Situation, da in seiner Straße fast nur ältere Leute wohnten, die mit der Situation überfordert seien.

Enormer Schaden in den Weinbergen

In den Weinbergen haben zentimeterdicke Hagelkörner zwischen 30 und 70 Prozent der Rebstöcke zerstört. Der Weg durch den Weinberg war für Winzer Peter Terges am Morgen nach dem Unwetter besonders schwer. Durch den Hagel wurden die Blätter der Weinreben vollkommen durchlöchert. Die Weintrauben sind rotbraun verfärbt und aufgeplatzt. Der Winzer ist fassungslos:

Viele Weintrauben in Olewig sind aufgeplatzt, die Blätter der Reben durchlöchert.  (Foto: Evi von Nell)
Evi von Nell

Sowas kann man nicht beschreiben. Weil wenn Sie hier sehen, wie die Trauben alle kaputt sind, da blutet einem das Herz. Vorgestern waren wir noch im Weinberg und jetzt ist alles kaputt.

Winzer Peter Terges

Damit die Trauben nun nicht auch noch faulen, müsse er sie nun spritzen. Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass das Wetter ihm übel mitspielt. "Wir waren im Frühjahr vom Frost betroffen. Jetzt sind auch die schönen Trauben, die wir noch hatten, zu siebzig Prozent kaputt. Von daher ist das ein Schock. Man regt sich auf, aber gegen die Natur kann man nichts machen", sagt der Winzer.

Genauer Schaden erst in einigen Tagen sichtbar

Die Natur hat auch den Weinbergen von Fritz von Nell in der letzten Nacht großen Schaden zugefügt. Erst vor Kurzem hat er neue Weinreben gepflanzt. Viel Arbeit - für nichts. "Das kann ich mir selbst noch nicht vorstellen, wie groß der reelle Schaden ist. Aber ich gehe davon aus, dass wir das alles ganz zurückschneiden müssen und den Stammaufbau, den wir für das nächste Jahr für den Ertrag brauchen, wirft uns mindestens um ein Jahr zurück."

Eine Decke aus Hagelkörnern in einem Olewiger Weinberg (Foto: Evi von Nell)
Evi von Nell

Noch ein Unwetter wäre eine Katastrophe für den Winzer. Deshalb blickt er etwas skeptisch zum Himmel. "Wenn man schon geschwächte Reben hat, und dann noch etwas obendrauf kommt, ist das schwer. Wir haben dieses und letztes Jahr zu wenig Wasser im Boden. Und wenn die Reben vital sind, dann stecken sie schon eher etwas weg, als wenn sie am schwächeln sind", sagt Fritz von Nell.

Aufräumarbeiten beginnen

Derzeit sind Mitarbeiter der Stadt dabei, die Schäden in Olewig und der Innenstadt zu beseitigen. Der Verkehr läuft wieder ungestört. Auch am Bahnhof Trier, wo es gestern wegen des Unwetters zu Verspätungen kam, fahren alle Züge nach Angaben der Bahn wieder pünktlich.

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Insgesamt sei man am späten Abend und in der Nacht zu über 220 Einsätzen ausgerückt, teilte die Feuerwehr am Freitag mit. Unterstützt worden sei man dabei von der Polizei, dem Technischen Hilfswerk und den Stadtwerken. Zahlreiche Keller seien vollgelaufen und Straßen überflutet worden. Bäume seien umgestürzt, Kanaldeckel angehoben worden und Ampeln ausgefallen.

Parkhäuser und Klinik unter Wasser

Auch die Parkhäuser Basilika und Konstantin liefen voll. Autofahrer wurden aufgefordert, vorsichtig zu fahren. Menschen wurden ersten Erkenntnissen zufolge aber nicht verletzt.

Ein Einsatzschwerpunkt war das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, in dem mehrere Keller vollliefen. Der Krankenhausbetrieb sei aber nicht gestört gewesen, teilte die Stadt mit. Mit der Hilfe von zahlreichen Mitarbeitern konnte die Feuerwehr die Abpumparbeiten am späten Abend abschließen.

"Land unter" in Trier Folgen des Unwetters im Stadtteil Olewig

Unwetter-Schäden in Olewig (Foto: SWR, Jutta Horn)
Im Stadtteil Olewig stehen Keller und Vorgärten unter Wasser. Jutta Horn Bild in Detailansicht öffnen
Statt schaukeln kann man hier nur noch schwimmen. Jutta Horn Bild in Detailansicht öffnen
Die Feuerwehr ist mit zahlreichen Einsatzkräften angerückt. Jutta Ruck Bild in Detailansicht öffnen
Dutzende Keller müssen leergepumpt werden. Jutta Horn Bild in Detailansicht öffnen

Dramatische Szenen in Olewig

Besonders dramatisch war die Lage im Stadtteil Olewig. Dort lief das Wasser aus den Weinbergen hinab. Ein Bach staute sich laut Stadt auf. Mehrere Keller liefen voll, auch in drei Erdgeschosse drang Wasser.

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