Prozess am Amtsgericht Bitburg wegen betrügerischer Partnervermittlung (Foto: Imago, picture-alliance / dpa, Montage: SWR)

Bitburger Prozess um falsche Kontaktanzeigen Haftstrafe für betrügerische Partnervermittlerin

Das Amtsgericht Bitburg hat eine 65-jährige Frau wegen Betrugs mit einer Partnervermittlung zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Opfer waren vor allem ältere Menschen aus der Region Trier.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Frau zwar rund 5.000 Euro von ihren Kunden kassiert, ihnen aber keine Partner-Vorschläge gemacht hatte. Die Frau muss zusätzlich zu der Haftstrafe auch das Geld an die Geschädigten zurückzahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Laut Anklage hatte die Frau in Zeitungen Anzeigen geschaltet, in denen ältere Menschen auf der Suche nach einem neuen Partner waren. Beispielsweise hieß es dort "Jakob, 71, ehemaliger Beamter aus Gerolstein sucht Partnerin". Unter der angegebenen Telefonnummer erreichten die Interessenten die Angeklagte. Sie soll dann persönliche Gesprächstermine mit den Kunden vereinbart haben. Bei diesen Treffen schlossen die Kunden laut Staatsanwaltschaft Verträge mit der Frau ab.

"Man hat bezahlt, dann kam aber nix"

Es soll darum gegangen sein, dass die Kunden Partnervorschläge von Personen aus der Region Trier bekommen. Die Opfer hatten dann Geld für die Vermittlung gezahlt haben, ohne das es diese gab.

Rechnung der dubiosen Partnervermittlung (Foto: SWR, Astrid Schuler)
So sahen die Rechnungen für die vermeintliche Partnervermittlung aus Astrid Schuler

Beim Prozess am Mittwoch erzählte die Angeklagte zwar etwas über ihre Arbeit im Rahmen der Partnervermittlung, ein Geständnis gab es aber nicht.

Die Angeklagte im Gerichtssaal (Foto: SWR, Dunja von Morzé)
Die Angeklagte im Gerichtssaal Dunja von Morzé

Festnahme in Spanien

Die Frau war im Januar in spanischen Cadiz verhaftet und an Deutschland ausgeliefert worden. Sie ist mehrfach vorbestraft, auch wegen ähnlicher Taten. Gegen den spanischen Ehemann, der ebenfalls an den Taten beteiligt gewesen sein soll, wird gesondert ermittelt.

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