alte Schulbücher aus Trier (Foto: SWR, Claudia Krell)

Neues Archiv für die Uni Trier Alte Schulhefte und Unterrichtsbücher gesucht!

Schulunterricht ist immer auch ein Spiegel der Gesellschaft auch Kind seiner Zeit. Was und wie haben Kinder und Jugendliche in den vergangenen 200 Jahren gelernt ? Dafür hat die Universität Trier ein Archiv zur Erforschung der Schulgeschichte gegründet.

Die Wissenschaftler der Universität Trier können sich bei ihrem Projekt über viele Spenden aus der Bevölkerung freuen. Seit ihrem Aufruf sind viele alte Bücher, Schulhefte und auch Fotos bei den Forschern eingegangen. Manchmal sind richtige Schätze dabei. Wie die von Doris Stuke. Sie war Lehrerin an der Gehörlosenschule in Trier. Die ehemalige Pädagogin hat ein Schulbuch von 1875 abgegeben.

"Mir hat es einfach leid getan, die wegzuschmeißen. Und so habe ich noch Bücher von meinen Kindern, von mir und aus den dreißiger Jahren von meiner Mutter."

Doris Stuke, Bücherspenderin aus Trier

Das Lehrmaterial von früher ist wichtig für Studenten, die jetzt Lehramt studieren. Der historische Vergleich biete vielfältige Möglichkeiten, das Selbstverständnis der eigenen Fachdisziplin zu schärfen und scheinbar Selbstverständliches zu hinterfragen, ist sagt Matthias Busch überzeugt. Der Professor für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften verantwortet zusammen mit Anke Wegner, Professorin für Didaktik der deutschen Sprache, das neue Forschungsvorhaben.

Parallelen zu heutigen Schulthemen

Keineswegs sei es so, dass früher alles schlechter war. Im Gegenteil, oft ergäben sich Parallelen, erzählt Matthias Busch. Die heutige Digitalisierung führe zu Diskussionen, wie man Jugendliche vor dem Internet schützen kann. Zugleich seien die Chancen für einen Einsatz im Unterricht ein Thema.

Eine ähnliche Diskussion fand schon in den 1920-er Jahren statt. Da war die mediale Revolution das Radio.

Matthias Busch, Professor für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften

Was früher unterrichtet wurde und vor allem wie, das zeigen zum Beispiel Lehrpläne von früher, alte Schulbücher und auch Schulhefte. Mehr als 700 Stücke von Privatpersonen aus ganz Deutschland sind bereits zusammengekommen. Und die Trierer Wissenschaftler freuen sich über jedes neue Stück, das noch dazu kommt.

Forschung zur Schulgeschichte Neues Archiv für die Universität Trier

alte Schulbücher aus Trier (Foto: SWR, Claudia Krell)
Eine Unterrichtsszene von 1932 aus einer Schule in Berlin-Charlottenburg. In der Weimarer Republik wurden neue Unterrichtsmethoden ausprobiert. Hier diskutieren Schülerinnen einer Mädchenklasse mit Lehreren über Zeitungsberichte. Aktuelle Stunde wurde das Unterrichtsfach genannt. Claudia Krell Bild in Detailansicht öffnen
Seite aus einem französischen Deutschbuch. Das Lehrbuch wurde in den 1930er Jahren verlegt. Claudia Krell Bild in Detailansicht öffnen
Eine Schulszene von 1930 aus Berlin. Die Schüler sollen ein sogenanntes Schülergericht wählen. Vergleichbar ist das heute mit den Schüler-Mediatoren. Auf dem Foto machen die Kinder Werbung für einen Kandidaten. Claudia Krell Bild in Detailansicht öffnen
Stundenplan einer Volksschule aus der Eifel von 1962. Claudia Krell Bild in Detailansicht öffnen
Stundenplan einer Volksschule aus der Eifel von 1962. Claudia Krell Bild in Detailansicht öffnen
Mehr als 100 Jahre alt: Eine Lehrerzeitschrift von 1914. Claudia Krell Bild in Detailansicht öffnen
Wandbild für den Sozialkundeunterricht Anfang 1950. Das Saarland heißt hier noch Saargebiet. Claudia Krell Bild in Detailansicht öffnen
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