Ein Zug der Deutschen Bahn steht im Wilsecker Tunnel auf den überfluteten Gleisen vor einem Geröllberg.  (Foto: picture-alliance / dpa)

Überschwemmungen, Blitzeinschläge, Hangrutsche Neue Unwetter wüten in der Region Trier

Chaotische Zustände in der Eifel und an der Mosel: die schweren Gewitter in der Nacht zu Freitag haben vielerorts Schäden verursacht. Ein Zug blieb auf der Eifelstrecke zwischen Kyllburg und Bitburg-Erdorf in einem Tunnel stecken.

Eine Regionalbahn, die aus Gerolstein Richtung Trier unterwegs war, war gegen 5. 17 Uhr in eine Schlammlawine gefahren. Das teilte ein Sprecher der Bahn am Morgen mit. Die Erde hatte sich offenbar durch den starken Regen gelöst. Der Zug entgleiste mit einer Achse. Passagiere waren nicht in dem Zug. Die Bahnstrecke ist zwischen Kyllburg und Bitburg-Erdorf gesperrt. Die Bahn hat einen Ersatzverkehr eingerichtet. Wie lange die Bergung des Zuges auf der eingleisigen Strecke dauern wird, ist noch offen.

Alarmstufe vier ausgerufen

Nach den heftigen Gewittern in der Region gilt im Kreis Trier-Saarburg und im Eifelkreis Bitburg-Prüm der Feuerwehr zufolge die Alarmstufe vier. Das ist die zweithöchste Alarmstufe. Die Kreisverwaltungen haben damit die Einsatzleitung übernommen.

Die schweren Regenfälle trafen vor allem die Verbandsgemeinde Konz. Wie die Feuerwehr mitteilte, fielen zum Teil 65 Liter Regen pro Quadratmeter. Hier rückte die Feuerwehr zu fast 100 Einsätze wegen überfluteter Keller aus, vor allem in Könen und Tawern. Ein Zeltplatz in Könen musste evakuiert werden, 10 Camper sind im Bürgerhaus Könen untergebracht. In ein Mehrfamilienhaus in Konz schlug der Blitz ein.

Stromausfälle in der Eifel

In Niederleuken bei Saarburg kam ein Weinberg ins Rutschen und blockiert eine Straße. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm gab es in mehreren Orten Stromausfälle. In Idar ist der Blitz in ein Mehrfamilienhaus eingeschlagen, der Dachstuhl geriet in Brand. Es entstand ein Sachstand von 60.000 Euro. In Morbach schlug ein Blitz in eine Kapelle ein. Die Turmspitze hatte Feuer gefangen. Das Gebäude selbst brannte laut Polizei aber nicht ab.

Steigende Wasserpegel, Verteilung von Sandsäcken

Der Wasserstand an der Mosel ist nach den heftigen Regengüssen der Nacht gestiegen. Das Landesamt für Umwelt rief am Freitag die erste Hochwasserwarnstufe aus. Am Pegel Trier werde ein Anstieg auf 5 Meter bis 5,20 Meter erwartet.

In der Südeifel steigen auch die Pegel von Nims, Sauer und Prüm den Angaben zufolge stark an. Vorsorglich wurden 2.000 Sandsäcke verteilt.

Ein Auto steht, vom Starkregen weggeschwemmt, vor einer Garageneinfahrt.  (Foto: picture-alliance / dpa)
Ein Auto steht, vom Starkregen weggeschwemmt, vor einer Garageneinfahrt in Saarbrücken.

Dramatische Lage im Saarland

Besonders schlimm traf es das Saarland, hier war die Lage laut Polizei dramatisch: Autos schwammen weg, Straßen wurden unterspült, eine Brücke stürzte ein und die Autobahnen 620 und 1 mussten wegen Überflutungen gesperrt werden.

Wegen der extremen Regenfälle haben Rettungskräfte in Luxemburg mehr als 100 Einsätze gehabt. Betroffen war vor allem die Region des Müllerthals im Osten des Landes, wie das nationale Krisenzentrum mitteilte. 18 Menschen, die vom Wasser eingeschlossen waren, mussten in Sicherheit gebracht werden. Es gehe ihnen gut, hieß es.

Etliche Straßen waren überflutet, Bäume umgestürzt. In manchen Orten habe es Erdrutsche gegeben. Das nationale Krisenzentrum der Luxemburger Regierung war in der Nacht eingerichtet worden, um die Einsätze der Helfer zu koordinieren.

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