Neue Downhill-Strecken für Mountainbiker Naturschützer wollen Bikepark am Idarkopf verhindern

Am Idarkopf im Hunsrück soll Deutschlands größter Bikepark entstehen. Die Kommunalpolitik unterstützt das Projekt - doch nun warnen Naturschützer vor den Folgen und drohen mit Klage.

Im Naturschutzgebiet am Idarkopf (Landkreis Birkenfeld) sollen bald die Mountainbiker fahren. Werden die Pläne für den Bikepark umgesetzt, entstehen hier 23 Kilometer Downhill-Strecke mit 14 verschiedenen Trails in mehreren Schwierigkeitsstufen. Statt des Skilifts auf der ehemaligen Piste soll hier bald ein Schlepplift für Fahrräder entstehen, der die Biker vom Tal nach oben bringt. Ecoparc Concepts, das Unternehmen hinter dem Park, rechnet mit mehreren Zehntausend Besuchern pro Jahr.

Idarkopf (Foto: SWR)
Hier soll nach den Plänen des Beitreibers die Liftanlage entstehen

Unterstützung durch Kreis Birkenfeld

Noch ist die Genehmigung für das Großprojekt im Hunsrück nicht erteilt. Die Untere Naturschutzbehörde prüft gerade die Vereinbarkeit mit dem Naturschutz. Landrat Matthias Schneider (CDU) sieht in dem Bikepark eine Chance für die Region. "Das Projekt ist für uns aus strukturpolitischen Gesichtspunkten äußerst wichtig", so der Landrat im Interview mit Zur Sache Rheinland-Pfalz. Er verspricht sich durch den Park eine deutliche Belebung des Tourismus in der Region. Gleichzeitig wolle man mit dem Projekt ein Signal auch für die Attraktivität des Landkreises setzen. "In einem weiten Feld bis hin zum Fachkräftewerben und jungen Familien", so Schneider.

Matthias Schneider, Landrat Kreis Birkenfeld (Foto: SWR)
Für Landrat Matthias Schneider (CDU) wäre der Bikepark ein Signal für die ganze Region

Naturschutzinitiative droht mit Klage

Die Naturschutzinitiative e.V. kann den politischen Rückhalt für die Pläne nicht verstehen. "Wir können es überhaupt nicht begreifen, dass die Politik überhaupt auf die Idee kommt, hier einen Bikepark zu errichten", sagt der Landesvorsitzende Harry Neumann. Er nennt die Pläne "völlig abstrus" - aus gleich mehreren Gründen.

Am Idarkopf befänden sich gleich mehrere Schutzzonen, so Neumann. Er befürchtet, dass die Wildkatze womöglich aus diesem Gebiet vertrieben werden könnte. Auch weitere Arten seien betroffen. Zwar sollen für den Bikepark Ausgleichsflächen geschaffen werden. Jedoch: "Der Eingriff ist so massiv, dass der Ausgleich nicht möglich ist", so Neumann. Er kündigt eine Klage an, sollte der Park genehmigt werden.

Wald am Idarkopf (Foto: SWR)
Hier im Wald am Idarkopf sollen die Trails entstehen

Professionelles Angebot statt illegaler Strecken?

Seit mehreren Jahren arbeitet das Unternehmen Ecopark Concepts an der Umsetzung des Projektes. "Wir haben einen Sport, der extrem wächst", sagt Geschäftsführer Nico Reuter. Im Gegensatz zu den Kritikern sieht er in dem Park sogar einen Beitrag zum Naturschutz. Bei dem Park solle der Eingriff in die Natur so gering wie möglich gehalten werden.

"Ich weiß, dass es so ist, dass oft auch Strecken illegal angelegt werden, weil einfach ein Angebot für Mountainbiker fehlt", so Reuter. Hier könne man ein profesionelles Angebot schaffen und die Besucher lenken. Damit schränke man Nutzungskonflikte ein, so Reuter. Er sehe den Naturschutz eher als Mitstreiter und nicht als Gegner des Projektes.

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