Ehemaliger NATO-Bunker in Traben-Trarbach, wo Cyberkriminelle einen Server betrieben haben sollen (Foto: SWR)

Große Razzia in Traben-Trarbach Cyberbunker wurde trotz LKA-Warnung verkauft

Das LKA hat frühzeitig vor dem Käufer des Cyberbunkers in Traben-Trarbach gewarnt. Das hat die Behörde dem SWR mitgeteilt. In dem Bunker hatten Ermittler vor zwei Wochen ein kriminelles Rechenzentrum ausgehoben.

Nach eigenen Angaben hatte das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt Informationen schon vor dem Verkauf des Bunkers an die zuständige Bundesbehörde weitergeleitet. Man habe schon damals nicht ausschließen können, so das LKA auf SWR-Anfrage, dass der Käufer den Bunker benutzen würde, um Straftaten zu begehen oder zu unterstützen.

Bundesbehörde acht Tage vor Verkauf informiert

Diese Information sei im Juni 2013 - acht Tage vor dem Verkauf - an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben weitergegeben worden. Warum diese den Bunker in der Stadt an der Mittelmosel trotzdem an den Interessenten verkauft hat, ist noch unklar. Konkrete Gründe für ein Strafverfahren gegen den Kaufinteressenten habe es damals noch nicht gegeben, so das LKA.

Drogen, Falschgeld, Kinderpornos

Vor zwei Wochen war in Traben-Trarbach ein Rechenzentrum in dem ehemaligen Bunker ausgehoben worden. Kriminelle sollen darüber Drogen verkauft, Falschgeldgeschäfte abgewickelt und Kinderpornografie verbreitet haben.

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