Blick in den Verhandlungssaal des Landgerichts Trier (Foto: SWR, Marc Steffgen)

Messerattacke auf unheilbar kranke Tochter Mordanklage nach Familiendrama in Trier

Die Staatsanwaltschaft Trier hat gegen einen 63-Jährigen Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Der Mann soll im Oktober 2018 versucht haben, seine unheilbar kranke Tochter zu töten.

Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft am 21. Oktober vergangenen Jahres versucht haben, mit einem Messer seine 35-jährige Tochter zu töten. Am Nachmittag des besagten Tages habe der Beschuldigte die Frau von einem Klinikbesuch abgeholt und nach Hause gebracht. Der Angeklagte habe sich "zuletzt aufopferungsvoll um seine Tochter gekümmert". Die 35-Jährige leidet an einer schweren, unheilbaren Augenkrankheit, die eine fortschreitende Erblindung zur Folge hat. In ihrer Wohnung habe der 63-Jährige die Kranke am Hals verletzt und in die Brust gestochen.

Angeklagter soll auch Katze getötet haben

Danach brachte er laut Anklage auch die Katze seiner Tochter um und versuchte sich selbst mit dem Messer das Leben zu nehmen. Die Frau konnte sich trotz ihrer Verletzungen aus der Wohnung in den Flur des Mehrfamilienhauses in Trier-Süd schleppen, wo ein Nachbar sie fand. Sowohl die Tochter als auch der Beschuldigte überlebten schwer verletzt.

Staatsanwaltschaft sieht Heimtücke

Da der Angriff nach bisherigen Erkenntnissen völlig überraschend für die Tochter war, geht die Staatsanwaltschaft von Heimtücke aus. Der 63-Jährige muss sich wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Trier verantworten. Der Beschuldigte befindet sich seit seiner Tat in Untersuchungshaft.

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