Der Angeklagte ist ein ehemalige Arzt und sitzt am Tisch im Landgericht Trier.  (Foto: SWR)

Landgericht Trier Freispruch für Narkosearzt

Ein wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagte ehemalige Narkosearzt des Saarburger Krankenhauses ist vom Trierer Landgericht freigesprochen worden. Der Arzt hatte vor fünf Jahren seine Zulassung verloren.

Laut Anklage hatte der ehemaligen Narkosearzt des Saarburger Krankenhauses bei mehr als 50 Operationen Narkosen durchgeführt, obwohl ihm die Zulassung entzogen worden war. Die Staatsanwaltschaft warf dem heute 66-jährigen gefährliche Körperverletzung vor. Das Landgericht Trier sprach den Mann am Mittwoch von diesem Vorwurf frei.

Saarländisches Oberverwaltungsgericht entzog Zulassung

Dem Mediziner wurde 2013 seine Arztzulassung entzogen. Das hatte das saarländische Oberverwaltungsgericht entschieden. Der Grund: Der Mann war unter anderem wegen sexueller Nötigung einer Arzthelferin zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden.

Trotzdem soll der Mann seit Sommer Sommer 2013 Narkosen im Saarburger Krankenhaus durchgeführt haben. Obwohl die Anästhesien fehlerfrei durchgeführt wurden, warf die Staatsanwaltschaft dem Arzt Körperverletzung vor. Denn die Patienten wussten nicht, dass sie von einem Arzt ohne Zulassung behandelt wurden. Ihre Einwilligungen in die Operationen seien damit unwirksam gewesen.

Vom früheren Anwalt nicht informiert

Bei dem Prozess stellte sich nach Aussage des Verteidigers heraus, dass der Mann von seinem früheren Anwalt nicht darüber informiert wurde, dass er mit dem Urteil des saarländischen Oberverwaltungsgerichts nicht mehr praktizieren durfte. Sein jetziger Verteidiger sagte, der Arzt habe nicht gewusst, dass ihm seine Zulassung endgültig entzogen worden war.

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